Dass unsere Welt sich gegenwärtig rasant verändert, weiß inzwischen jeder. Doch wie reagieren wir darauf? Die einen feiern die digitale Zukunft mit erschreckender Naivität und erwarten die Veränderungen wie das Wetter. Die Politik scheint den großen Umbruch nicht ernst zu nehmen. Sie dekoriert noch einmal auf der Titanic die Liegestühle um. Andere warnen vor der Diktatur der Digitalkonzerne aus dem Silicon Valley. Und wieder andere möchten am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und zurück in die Vergangenheit.
Richard David Precht skizziert dagegen das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter. Ist das Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kannten, überhaupt ein Verlust? Für Precht enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Doch dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern.
Richard David Precht - Jung & Naiv: Folge 369
auf YouTube (24.06.2018) 2:06:34
Wir treffen zum zweiten Mal den populären deutschen Philosophen Richard David Precht. Vor kurzem ist sein neues Buch "Jäger, Hirte, Kritiker - Eine Utopie für die digitale Gesellschaft" erschienen, das er in nicht mal drei Monaten geschrieben hat. Wie Richard auf den Titel gekommen ist und was das mit Karl Marx zu tun hat, klären wir gleich zu Beginn. Danach gibt es ein paar Nachfragen zum letzten Gespräch: Findet Richard den US-Präsidenten Trump noch immer faszinierend? Hat er weiterhin keine Angst vor der AfD?
Dann bedient sich Tilo bei Marx: "Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen". Und so geht es mit Richard David Precht um die großen Probleme unserer Zeit und wie wir sie an der Wurzel packen können: Digitalisierung, Überwachung, Rechtsruck, Krise der Linken, Bildung, Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Hunger, Armut und der Weltfrieden. Außerdem muss Richard erklären, für welches Problem das bedingungslose Grundeinkommen eine Lösung darstellen soll. Ist das Grundeinkommen, das er sich vorstellt, wirklich bedingungslos?
Außerdem geht's um Richard selbst: Wenn er diagnostiziert, dass wir die großen Probleme in den kommenden zehn Jahren anpacken müssen - warum geht er dann nicht selbst in die Politik und "opfert" sich für das große Ganze?
Nach etwa zwei Stunden geht's auch noch um eure naiven Fragen, die Tilo diesmal im Forum vom Aufwachen Podcast gesammelt hat: Was ist eine "naive Frage"? Was sind heutzutage noch "Fakten"? Ist das Gewissen antrainiert? Wem gehören in einer digitalisierten Welt die Maschinen? Leben wir in einem Zeitalter des Spektakels?
Erstellt: 21.02.2026 - 10:52 | Geändert: 21.02.2026 - 10:52