„Der Sprengkörper Genet. Das Buch ist hier, in dieser Wohnung, fürchterlich, obszön, unpublizierbar, unvermeidbar. Man weiß nicht, wie es nehmen. Es ist. Es wird sein. Wird es die Welt zwingen, so zu werden, dass es in ihr erscheinen kann? Für mich bedeutet es das große Ereignis der Epoche. Es bringt mich in Aufruhr, es widert mich an und es verzaubert mich. Es wirft unzählige Fragen auf. Es kommt daher auf den leichten Füßen des Skandals, mit seinen Samtfüßen ... Ich habe Notre-Dame-des-Fleurs Zeile für Zeile wiedergelesen ... Das Gedicht "Le Condamné à Mort" reihte sich noch zu anderen Gedichten. Hier aber haben wir die Einsamkeit und das Funkeln eines dunklen Sternes vor uns.“ Jean Cocteau, Tagebucheintrag vom 22. Februar 1943
20. Jahrhundert (Thema)
Als Ludwig Bergmann in den fünfziger Jahren die Reise aus der DDR in ein Dorf im subtropischen Teil Chinas antritt, weiß er noch nicht, dass dies sein Leben verändern wird. Als Ingenieur bei einem Bauprojekt beteiligt, lernt er die stille, aber mutige junge Chinesin Sun kennen, die er von Anfang an bewundert. Die Gefühle Bergmanns geraten jedoch in einen Konflikt, als er plötzlich auf seine alte Studentenliebe Lydia trifft.
Nicht jedem Künstler wird ein Personalmuseum gewidmet, und weibliche Künstler werden noch seltener damit geehrt. Eine Künstlerin bildet jedoch eine Ausnahme: Käthe Kollwitz (1867–1945), deren Name zwei Museen in Berlin und Köln sowie eine Gedenkstätte in Moritzburg tragen.
Im Jahr 2026 jährt sich die Gründung des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums zum vierzigsten Mal. Aus diesem Anlass stellt die Institution nicht nur ihre Sammlung vor, sondern präsentiert neue Erkenntnisse zum Leben der Künstlerin und erzählt vom Gründer des Museums.
Am 19. Juli 1936 besteigt General Francisco Franco ein Flugzeug in Richtung Tetuán, um sich einem Aufstand gegen die spanische Republik anzuschließen. Spontan brechen mutige Freiwillige aus mehr als fünfzig Ländern auf, um Spanien gegen den faschistischen Umsturz zu verteidigen. Ernest Hemingway, Robert Capa, George Orwell, Simone Weil, Willy Brandt und viele andere schließen sich ihnen an. Der große Spanienkenner Paul Ingendaay erzählt von ihren Kämpfen mit Waffe, Stift und Fotoapparat – eine packende Geschichte von Mut und Verblendung, auf die schon der Schatten des Zweiten Weltkriegs fällt.
Eine Stimme, die Generationen bewegt
1959 revolutionierte Joan Baez mit ihrem Auftritt beim Newport Folk Festival die Musikszene. Ihre warme Sopranstimme und ihre Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit zogen das Publikum in ihren Bann.
Mut und Menschlichkeit in Krisenzeiten
Selbst in den schwierigsten Situationen, wie 1972 in einem Bunker in Hanoi, blieb Baez standhaft. Sie trat für Frieden ein, während sie unter Bombenbeschuss ihre Lieder sang und so ihre unerschütterliche Stärke demonstrierte.
Ein Meisterwerk der italienischen Literatur: Mit beinahe kindlicher Wahrhaftigkeit und zarter Wärme erzählt Elsa Morante die Geschichte von Ida und ihren beiden sehr unterschiedlichen Söhnen im faschistischen Rom. Ein unvergesslicher, zauberhafter Roman - in hochgelobter Neuübersetzung.
Bis zur Erschöpfung hetzt die verwitwete Lehrerin Ida in Rom zwischen den Armenvierteln San Lorenzo und Testaccio hin und her, müht sich ab, ihre beiden Söhne durchzubringen.
Neben den kämpferischen Funktionalisten des Bauhauses gab es im vielstimmigen Konzert des Neuen Bauens Hans Poelzig und seine Schüler.
Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs als Kinder hatte sie großen Stimmungen und hehren Zielen gegenüber skeptisch werden lassen. Hans Poelzig wurde ihnen zum erhofften Mentor. Sie waren keine Verfechter kompromissloser Prinzipien wie die Bauhäusler, vielmehr richteten sie den Blick auf die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen.
Die große Denkerin und ihr Werk - auf Basis neuer Quellen
»Thomas Meyer ist eine völlig überraschende Biografie einer intellektuellen Ikone gelungen, der man im Ringen um das Leben anderer so schmerzlich nahekommt wie noch nie.« Peter Neumann, DIE ZEIT
»Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Denkvorgang gibt, der ohne persönliche Erfahrung möglich ist. Alles Denken ist Nachdenken, der Sache nach - denken.« Für Thomas Meyer bilden diese Sätze den Leitfaden seiner Biografie Hannah Arendts.
Der Caudillo und sein Regime - die neue Biografie des spanischen Diktators
Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Diese umfassende Darstellung von Francos Leben gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert und bietet zugleich Ansatzpunkte für ein besseres Verständnis autoritärer Herrschaft in der Gegenwart.
Ein Klassiker der Exilliteratur in neuer Auflage
Viel ist nicht geblieben. Die zehnjährige Kully lebt ein Leben im Balancierschritt zwischen den Ländergrenzen. Der Schriftsteller-Vater ist notorisch abwesend und notorischer in Geldnot, die Mutter bemüht sich unglücklich darum, die Welt für Kully zusammenzuhalten. In diesem Exilroman von 1938 erzählt eine früh Erwachsene von einem Leben in Hotelzimmern, von offenen Rechnungen und spontanen Begegnungen mit Tiefe.