Das Fräulein
Roman
»Die literarische Stimme Bosniens schlechthin.« Neue Zürcher Zeitung
Rajkas Vater zählt zu den angesehensten Geschäftsmännern Sarajevos, ehe er bankrottgeht und darüber verzweifelt. Auf dem Sterbebett schärft er seiner fünfzehnjährigen Tochter ein: »Spare, spare immer, überall, an allem, und kümmere dich um nichts und niemanden.«
Streng hält sie sich an seinen Rat, übernimmt den Haushalt, unterdrückt die sanfte Mutter, schaut hartherzig einzig und allein auf ihren Vorteil und wird darüber zu einem Monstrum an Gier und Habsucht. Bis der junge Ratko in ihr Leben tritt und das »Fräulein« alle erlernten Prinzipien über Bord wirft.
Wikipedia (DE): Das Fräulein (Roman)
Rezension
Fremd, fern und unwirklich: »An einem der letzten Februartage des Jahres 1935 brachten alle Belgrader Zeitungen die Nachricht, dass man in der Stiška-Straße 16a die Hausbesitzerin tot aufgefunden habe. Sie hieß Rajka Radaković, stammte aus Sarajevo, lebte in diesem Haus schon an die fünfzehn Jahre ganz zurückgezogen das Leben einer einsamen alten Jungfer und galt als Geizkragen und Sonderling.« (S. 7) So hebt Ivo Andrićs Roman an, gewidmet einem unspektakulären Leben und einem schlagzeilenarmen Tod. Und trotzdem ist Rajka eine Ausnahmeerscheinung, deren eigenartigen Charakter zu ergründen und deren Geschichte nachzuerzählen sich für einen Schriftsteller lohnt. Das Ergebnis ist eine präzise Charakterstudie. Von Ingeborg Szöllösi Spiegelungen 02/2023
Autoreninfos
Nachwort von
Michael Alexander Martens (* 1973) ist ein deutscher Journalist und Autor.
Wikipedia (DE): Michael Martens
Übersetzt von
Katharina Wolf-Grießhaber (geb. 1955), studierte Slavistik und Osteuropäischen Geschichte in Heidelberg und Bochum, promovierte danach in Bielefeld. Sie hat Publikationen zu Danilo Kiš, Ivo Andrić, Bora Ćosić und Vladimir Nabokov vorgelegt. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Slavenka Drakulić, Danilo Kiš, Bora Ćosić und Dževad Karahasan. Sie lebt und arbeitet als freie Übersetzerin in Münster.
Edmund Schneeweis (1886 - 1964) war Professor für Slawistik an den Universitäten Prag, Rostock, Berlin und Belgrad.
Wikipedia (DE): Edmund Schneeweis
Erstellt: 16.02.2026 - 13:29 | Geändert: 16.02.2026 - 13:45