Kind aller Länder
Roman

Ein Klassiker der Exilliteratur in neuer Auflage

Viel ist nicht geblieben. Die zehnjährige Kully lebt ein Leben im Balancierschritt zwischen den Ländergrenzen. Der Schriftsteller-Vater ist notorisch abwesend und notorischer in Geldnot, die Mutter bemüht sich unglücklich darum, die Welt für Kully zusammenzuhalten. In diesem Exilroman von 1938 erzählt eine früh Erwachsene von einem Leben in Hotelzimmern, von offenen Rechnungen und spontanen Begegnungen mit Tiefe.

ISBN 978-3-548-06934-0 1. Auflage 27.03.2024 11,99 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

In einem kindlichen Erzählton eröffnet Kully Einblicke in ihr rastloses Leben und damit auch in die Situationen der Emigrant:innen in Europa.

Ein kühner und lebendiger Blick auf die dreißiger Jahre.

Die Klassiker-Neuentdeckung einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts

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Leseprobe des Verlags

Wikipedia (DE): Kind aller Länder

Das Buch als Hörbuch

Irmgard Keun lässt ihre kindliche Heldin zusammen mit einer ängstlichen Mutter und einem verschwenderischen Vater quer durch Europa und bis in die USA reisen. Zu den kostspieligen Gewohnheiten des Vaters, einem Schriftsteller der Joseph Roth nachgebildet ist, gehören teure Hotels, Restaurants und Taxifahrten. Mal hat dieser Vater Liebe für Frau und Tochter übrig, mal aber auch nicht. Dann warten die beiden auf seine Zuwendung – zurückgelassen in irgendeinem Hotel, mit ablaufenden Visa und oft auch hungrig. Aber die kluge, freche Kully verzagt nicht. Irmgard Keun beschrieb ihre schriftstellerische Absicht im Exil so: "Ich betrachte es als heilige Aufgabe mitzuhelfen im Kampf gegen Nazitum, menschliche Sturheit, Schlappheit und Barbarei. So viele sind lasch geworden." Die Sturen, die Schlappen, die Laschen wach rütteln - eine hehre, eine aktuelle Aufgabe. Nur Wenigen ist es gelungen, aus der Sicht eines Kindes glaubwürdig zu erzählen. Irmgard Keun gehört mit ihrem Roman "Kind aller Länder" zu den Wenigen. Jodie Ahlborn hat diesen Fluchtroman aus Kinderperspektive anrührend gelesen. HR2/ ARD 2016

Rezensionen

Neuauflage des Klassikers: (...) Der Roman "Kind aller Länder" ist erstmals 1938 erschienen, als Irmgard Keun im Exil gelebt hat. Ein Amsterdamer Buchverlag hat das Buch damals herausgebracht. Auch wenn das Buch schon vor so vielen Jahren erschienen ist, lohnt sich die Lektüre auch heute noch sehr, denn das Thema bleibt aktuell. [Podcast 4:57; verfügbar bis 13.05.2026] Von Denis Scheck WDR 12.05.2024

Heimweh – Was ist das? Die Kölner Schriftstellerin Irmgard Keun gilt als eine der bekanntesten Autorinnen der Weimarer Republik und der Neuen Sachlichkeit. Da die in ihren Romanen beschriebenen Frauenfiguren jedoch nicht der nationalsozialistischen Ideologie entsprachen, wurden ihre Werke beschlagnahmt, auf die sogenannte schwarze Liste gesetzt und anschließend verbrannt. Von Tamara Böhr, Annika Kulz, Elena Press und Saskia Steingrübl Universität zu Köln 2017

Bücher über die Zwischenkriegszeit werden immer noch viele geschrieben. „Kind aller Länder“ ist da anders. Irmgard Keun, die damals eine bedeutende Schriftstellerin und schon früh den Nazis ein Dorn im Auge war, hat es in der Zwischenkriegszeit bereits im Exil geschrieben, und so erschien es erstmals 1938 in Amsterdam bei Querido, einem Exilverlag. Doch auch heute hat das schmale Büchlein nichts von seinem melancholischen Charme und seiner politischen Aktualität verloren. Von Christina Brunnenkamp booksnerds.de 05.2016

Weitere Stimmen zum Buch

»Ich bin so begeistert von der Sprache dieser Autorin, dass ich beim Lesen immer schwanke zwischen Faszination und Neid. Sie hat Menschen und Zeiten beschrieben, die zugleich weit weg sind und denen ich mich trotzdem eigentümlich nah fühle. Ja, so gut wie sie würde ich gern schreiben können.« Christian Baron

»Irmgard Keun war die erfolgreichste deutsche Autorin der dreißiger Jahre, und die Lektüre lohnt noch heute.« Thomas Karlauf, FAZ

»Mit Witz und Leichtigkeit schnattert Kully so weiter, nie langweilig, immer scharfblickend, durchsetzt von Seitenhieben gegen Hitlerdeutschland.« Alexander Kosenina, FAZ

Es »ist alles andere als abwegig, sich dieses kleinen Meisterwerks zu erinnern.« Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung

Autoreninfos

Irmgard Keun, 1905 in Berlin geboren, feierte mit ihren beiden ersten Romanen, Gilgi – eine von uns und Das kunstseidene Mädchen, sensationelle Erfolge. 1936 ging sie ins Exil und kehrte vier Jahre später mit falschen Papieren nach Deutschland zurück, wo sie unerkannt lebte. Im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit konnte sie zunächst nicht an die Erfolge ihrer ersten Bücher anknüpfen, bis ihre Romane Ende der Siebzigerjahre von einem breiten Publikum wiederentdeckt wurden. Irmgard Keun starb 1982 und zählt heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.

Wikipedia (DE): Irmgard Keun

Eine Lange Nacht über Irmgard Keun - „Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an!“ Mit den Romanen „Gilgi, eine von uns“ und „Das kunstseidene Mädchen“ wurde die junge Irmgard Keun in der späten Weimarer Republik zum Star, floh vor den Nazis ins Exil – und kehrte dann mit falschem Pass zurück. In der Nachkriegszeit geißelte sie das Fortleben des deutschen Ungeistes. Von Eva PfisterDeutschlandfunk 18.08.18

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Erstellt: 03.03.2026 - 11:04  |  Geändert: 03.03.2026 - 11:30