Zwei der aufregendsten Denker der Gegenwart im Gespräch über Kant und den Geist der Aufklärung
Wie kann ein Philosoph, der im Jahr 1724 geboren wurde, unser Denken heute maßgeblich beeinflussen?
Dreihundert Jahre nach der Geburt des alten Meisters in Königsberg treffen sich Daniel Kehlmann und Omri Boehm zu einer Reihe von Gesprächen über Immanuel Kant, die alles andere sind als akademisch-abgehoben. Denn der Begründer der modernen Philosophie selbst hat die grundlegenden Fragen des Menschseins benannt und erklärt: was man wissen kann, was man tun soll, was man hoffen darf.
Philosophie (Thema)
»Wenn grundlegende Normen zusammenbrechen und die öffentliche Diskussion in ein Schreiduell ausartet, brauchen wir Grundsätze, die uns als Leuchtfeuer dienen: Ideale, denen wir verpflichtet bleiben können.«
Omri Boehm ist der politische Denker der Stunde. Dieser Band versammelt seine wichtigsten öffentlichen Reden: Der Philosoph spricht über Freundschaft in dunklen Zeiten und ihre Beziehung zu Wahrheit und Gleichheit. Er erinnert an die unterbrochene jüdisch-deutsche Tradition des ethischen Monotheismus.
Der einst positiv besetzte Begriff «Fortschritt» ist in einer unruhigen Welt zur Projektionsfläche für Zukunftsängste geworden. Tatsächlich gibt es für die Zurückweisung des Fortschrittsbegriffs gute theoretische, aber auch praktisch-politische Gründe, schon allein aus historischem Blickwinkel, weil er zur Legitimation von Machtpolitik insbesondere gegenüber kolonisierten Menschen verwendet wurde.
Allerdings wäre es unangemessen, so die Physikerin und Philosophin Annette Schlemm, «das Kind mit dem Bade auszuschütten». Sie fordert jedoch, nur noch Vorstellungen vom «Fortschritt» aufrechtzuerhalten, die die vielen berechtigten Kritikpunkte ernst nehmen, also z.B. keine teleologischen, deterministischen Vorstellungen mehr beinhalten.
1912 fand in Basel der ‹Ausserordentliche Internationale Sozialistenkongress› oder auch ‹Friedenskongress der Zweiten Internationale› statt. Höhepunkte bildeten ein riesiger Friedensmarsch durch die Stadt, Ansprachen bedeutender Sozialisten im Basler Münster sowie die Verabschiedung eines Friedensmanifestes. Die Forderungen des Kongresses, mit allen Mitteln Kriege zu verhindern, sind bis heute aktuell geblieben. Anlässlich seines 100. Jubiläums widmet sich dieses Buch der Geschichte und Bedeutung des Kongresses, ...
„Brechts Tui-Kritik" — die Ankündigung eines Buches dieses Titels wurde von vielen als Mystifikation empfunden. Selbst mancher, der sich als Brechtkenner empfindet, wußte mit dem Ausdruck „Tui-Kritik" nichts anzufangen. Ist das ein brauchbarer Titel, den so viele nicht verstehen? Wir denken, jeder wird ihn schnell verstehen lernen. Jeder kennt aus eigner Anschauung, was das ist, „Tuismus". Kein Intellektueller, der nicht schon mehr oder weniger nachhaltig von den Mechanismen des Marktes berührt worden wäre! Über so manche Diskussion hat sich der Tuismus wie Mehltau auf eine Pflanze gelegt.
Hier also die Worterklärung vorweg: „Tui" ist ein Kunstwort, von Brecht gebildet durch Verkehrung des Begriffs „intellektuell" in „Tellekt-Uell-In" — TUI.
Aufrüstung, Abschreckung, Angst vor dem Krieg - diese Themen sind präsenter denn je. Manche Politiker sprechen gar von einer Zeitenwende. Bemühungen, die Bevölkerung wieder in einen "kriegstüchtigen" Zustand zu versetzen, dringen bis in die Schulen und Kinderzimmer vor. Doch sind eine starke Armee und ein durchdachter Kriegsplan wirklich eine Garantie für den Frieden?
Gert Hellerich tritt für ein Umdenken ein - weg von der Kriegslogik hin zu einer Strategie der "Friedenstüchtigkeit", vom Hass zur "Entfeindung", zur Partnerschaft für den Frieden.
Wer möchtest du am Ende gewesen sein?
Wer sich dem Gedanken an die eigene Vergänglichkeit stellt, wird bald auf essenzielle Fragen stoßen: Was bleibt von mir? Wer werde ich am Ende gewesen sein? Wofür lohnt es sich, noch zu kämpfen?
Der Erwachsenenbildungsforscher und systemische Berater Rolf Arnold lädt dazu ein, sich dem eigenen Leben und Sterben anhand ausgewählter Themen zuzuwenden:
Das Handbuch bietet erstmals einen aktuellen und umfassenden Überblick über Forschungsstand und Problembezüge der deutschsprachigen wie internationalen Politischen Soziologie. Es versammelt Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten und dient Studierenden und Forschenden in Soziologie und Politikwissenschaft als zuverlässiges Nachschlagewerk.
Die vorliegende Arbeit von John Erpenbeck trägt im Sinne des Gesamtunternehmens [s.u. ausgeführt] den Titel: Das Ganze denken, nicht aber: das ganze Denken.
Es geht nicht um das ganze Denken als vielmehr darum, das Ganze zu denken (den Zusammenhang, die Totalität). Dieses ist identisch mit materialistischer Dialektik - und muß auf jeder historischen Stufe neu errungen werden.
Studien zufolge ist mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung der Ansicht, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können. Woran liegt das? Je mehr Menschen heute ihre Individualität ausdehnen und die Dinge 'persönlich' nehmen, umso leichter fühlen sie sich gekränkt. Beschleunigt durch Social Media und die Möglichkeiten des Shitstorms wird das Risiko freier Meinungsäußerungen immer größer und die sozialen Kosten steigen gefährlich an. In der Folge gerät unsere Gesellschaft in einen Angststillstand.