Ein Weltall des Kapitals
Die Überwindung der terrestrischen Vernunft

Nach langer Stille um die staatlichen Raumfahrtprogramme erlebt die Weltraumfahrt eine Renaissance unter dem Vorzeichen der Privatisierung. Touristen werden ins All befördert, Pläne zum Bergbau auf Asteroiden ins Auge gefasst, neue Stätten der Menschheit gesucht – so beginnt die Kolonisation des Weltalls. Einher geht damit die Verfertigung eines neuen Menschenbildes, in dem die Realität vollkommen störungsfrei mit der Imagination übereinkommen soll. Ein Bild, wie Jan Völker anekdotenreich, zugleich mit bestechender Stringenz darlegt, aus dem das Unbewusste ausgeschieden ist. 

ISBN 978-3-7518-3035-5 1. Auflage 22.05.2025 15,00 Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Es trachtet nicht nur danach, die Grenzen der mit Kant begründeten Vernunft zu überwinden, sondern auch das von den Apollo-Missionen geschaffene Bild der Erde, das diese als Umwelt des Menschen zeigte und zur Sorge um den Planeten drängte. Im Blick des Kapitals erweist sich die Erde so nur noch als ein zukünftig verlassener Ort, als Ausgangspunkt für eine neue Wirklichkeit des Menschen – der kommenden Apokalypse überlassen.

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Rezensionen

Denken im Orbit: Die Zeit des Kalten Krieges war auch ein Wettstreit um die Vorherrschaft im All: Wer würde als erstes im All spazieren gehen, wer würde als erstes den Mond betreten. Ost oder West? Zwar kam die Raumfahrt nach dem Ende der Blockkonfrontation und der politischen Neuordnung in den 1990er Jahren keineswegs zum Erliegen, doch erst in den letzten Jahren hat sie erneut eine Hochkonjunktur erfahren: allerdings unter grundlegend veränderten Vorzeichen. Von Sascha Kellermann kritisch-lesen.de 20.01.2026

Die Zukunft gehört den Sternenfahrern: Der Philosoph Jan Völker sieht den Menschen auf dem Weg zum astronautischen Kolonisten. Er verschränkt für sein Essay Kants Gestirnsforschung mit Lacan. (...) Völkers Ausgangsthese lautet: „Dieser Mensch der Zukunft, der von seinem Unbewussten getrennt ist, ist kein Erdbewohner mehr, sondern wird ein Kolonist im Weltall und ein astronautischer Kolonist auf der Erde selbst, während auf der Erde sich die Apokalypse entfaltet“. Er schickt sogleich hinterher, dass es sich dabei um eine „höchst spekulative“ Angelegenheit handelt. Von Tim Caspar Boehme taz 07.11.2025 

Autoreninfos

Jan Völker, 1976 geboren, ist Philosoph und lebt in Leipzig. Er studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaft in Leipzig, Berlin und Paris. 2009 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit über die »Ästhetik der Lebendigkeit« in Kants Kritik der Urteilskraft, 2023 die Habilitation, ebenfalls in Philosophie. Matthes & Seitz (30.07.2026)

Wikipedia (DE): Jan Völker Röhnert

Autoren

Erstellt: 30.07.2026 - 18:44  |  Geändert: 30.07.2026 - 19:40