Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen
Ein Handbuch für Unerschrockene
Johanna Schellhagen hat jahrzehntelang überall auf der Welt Klimaproteste und groß angelegte Streiks filmisch begleitet und immer wieder festgestellt: Letztlich scheitern all diese Initiativen am System - dem Verbund von kapitalistischem Wachstumszwang und einer Politik, die sich diesem letztlich andienen muss.
Wer eine Wende zum Besseren für Mensch und Erde will, kommt deshalb nicht umhin, die Machtfrage zu stellen. Heißt: Machtverhältnisse neu zu ordnen und politische Abläufe zu demokratisieren. An zahlreichen ermutigenden Beispielen zeigt Schellhagen, wie das aussehen kann, was wir selbst tun können und was ein Protest braucht, um zu einer langfristigen Umwälzung zu werden.
Dabei gibt sie Menschen eine Stimme, die nicht nur ihre eigene Situation verbessert haben, sondern ihre Produktion umorganisiert und Profit, klassische Lohnarbeit und Warenform überwunden haben: in selbstorganisierten Belegschaften, Genossenschaften, Kooperativen und betriebsübergreifenden Solidarisierungen.
Johanna Schellhagen macht seit fünfundzwanzig Jahren Filme über soziale Bewegungen, Streiks, Klassenkämpfe und die Klimabewegung. Dabei hat sie gemerkt, dass wir mehr tun müssen, als an den Staat zu appellieren, um uns eine Zukunft auf diesem Planeten zu sichern. Es fehlt nicht an Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren und zu kämpfen. Was fehlt, ist eine überzeugende Strategie, die uns vereint und in die Lage versetzt, den Kapitalismus hinter uns zu lassen.
In ihrem Buch entwirft die Autorin skizzenhaft, wie der Übergang in eine vernünftige Gesellschaft aussehen könnte - eine Gesellschaft, die nicht mehr an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Schellhagen zeigt: Eine nachhaltige Produktionsweise innerhalb der planetaren Grenzen ist absolut möglich. Die entscheidende Frage ist, wie wir genügend materielle Macht aufbauen können, um sie durchzusetzen.
Nachwort von Karl Heinz Roth und mehr zum Buch bei LabourNet Germany
Interview
"Womit soll man sich denn vernünftigerweise sonst beschäftigen, wenn nicht damit, wie wir den Kapitalismus loswerden können? Das nicht zu tun, ist Ausdruck von Verantwortungslosigkeit, Nihilismus, Verzweiflung oder Verdrängung. Wenn wir nur noch ein paar Jahre haben, bevor sich die Klimakatastrophe exponentiell verschlimmert, ist es vielleicht an der Zeit, dass sich alle dazu bequemen, ihre Nischenthemen, ihren Eskapismus und ihre Verzagtheit beiseite zu schieben, die Doomer in die Schranken zu weisen und sich ganz nüchtern zu überlegen, wie wir unsere Energien am besten einsetzen, um die Klimakatastrophe einzudämmen und eine humane Gesellschaftsordnung zu etablieren. Darum geht es in meinem Buch." Von Aaron Eckstein und Ruth Jackson communaut.org 20.02.2026
Rezensionen
Bewegung und Ziel: »Linkes Preppen« nicht empfohlen: Johanna Schellhagens Versuch, Klimaschutzbewegung und Arbeiterbewegung zusammenzudenken: Im Nachwort zu Johanna Schellhagens »Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen« bezeichnet der Sozialwissenschaftler Karl Heinz Roth das Buch als »Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen sozialrevolutionären Aufbruch«.Von Gabriel Kuhn junge Welt 01.05.2026
Revolutionärer Optimismus: Vor vier Jahren sorgte Johanna Schellhagens Film Der laute Frühling für viel Aufmerksamkeit. Sie plädierte dort für ein Bündnis von Arbeiter:innen- und Klimabewegung. Höhepunkt war eine Zukunftsvision. Ausgerechnet in der Autostadt Wolfsburg kämpften VW-Arbeiter:innen und Klimaktivist:innen gemeinsam für einen Ausstieg aus Kapitalismus und Automobilismus. Der Film sorgte für viel Resonanz in der Klimabewegung, die 2022 an die Grenzen ihres Aktivismus stieß. Wenige Monate später gründete sich die Initiative VW heißt Verkehrswende. Sie engagierte sich in Wolfsburg dafür, dass hier künftig statt Autos Busse und Bahne produziert werden sollten, und fand bei einigen VW-Arbeiter:innen Gehör. Von Peter Nowak SoZ Online 01.04.2026
Weitere Pressestimme
»Wenn mensch aber darüber nachdenkt, wie der Kapitalismus zu beenden wäre, bevor alles zusammenbricht oder die Faschisten übernehmen, dann ist Johanna Schellhagens Buch dafür eine sehr geeignete Lektüre.« Thiemo Kirmse in CONTRASTE, Mai 2026
