16.06.2026

Die große Mobilisierung, AK Antimilitarismus mit Jakob Reimann & Thomas Winklmeier

Remote Video URL

auf YouTube (16.06.2026) 1:41:54

Medienpräsenz

Der deutsche Militarismus erlebt eine neue Hochphase: Bundeswehr-Werbekampagnen, Aufrüstung, „Zeitenwende“ mit Doppelwumms, Rüstungsindustrie und geopolitische Machtprojektion prägen die politische Debatte. Doch wie ist diese Entwicklung historisch einzuordnen? Welche Interessen stehen dahinter? Und welche Rolle spielt Deutschland heute in NATO, EU und in globalen Konflikten und Kriegen?

Zu Gast sind Jakob Reimann und Thomas Winklmeier vom Arbeitskreis Antimilitarismus. Gemeinsam sprechen wir über den Sammelband des AK Antimilitarismus und zeichnen die Entwicklung von der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik über die Auslandseinsätze in Somalia, Jugoslawien und Afghanistan bis zur aktuellen Aufrüstungspolitik nach.
Außerdem geht es um die Bundeswehr im Inneren, den militärisch-industriellen Komplex (MIK), die Rolle von Rüstungskonzernen und Start-ups, die Rekrutierung junger Menschen sowie die Frage, wie Bedrohungsszenarien politisch genutzt werden. Zum Abschluss diskutieren wir, welche Perspektiven organisierte antimilitaristische Politik heute hat.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 41min 54s

Erstellt: 18.06.2026 - 06:37  |  Geändert: 18.06.2026 - 06:46

verwendet von

Gigantische Rüstungspakete, ein nach oben offener Wehretat, ein fortwährender Appell an 'Kriegstüchtigkeit': Nach dem Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee erreicht die 'Ertüchtigung' inzwischen eine neue Qualität.

Unter dem Schlagwort 'Zeitenwende' hat die Militarisierung an Fahrt aufgenommen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 70 Jahre nach Gründung der Bundeswehr blättert der Band deren Geschichte auf: Von der Wiederbewaffnung, dem Aufbau einer 'starken Truppe' im Kalten Krieg und einer Traditionspflege, die auch vor der Bezugnahme auf Eisernes Kreuz oder Wehrmacht nicht zurückschreckte; über neue Großmachtambitionen mit Einsätzen auf dem Balkan, am Hindukusch oder im Sahel; bis hin zur regelmäßigen Teilnahme an Großmanövern - von der NATO-Ostflanke bis an die Schwelle Chinas -, was in Zeiten neuer Hochrüstung die Gefahr großer Kriege real erscheinen lässt.