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In dieser Folge von „Mehdi Unfiltered“ spricht Mehdi Hasan mit der preisgekrönten indischen Autorin Arundhati Roy. Im Zuge ihres weltweiten Erfolgs, so Roy, habe Indien versucht, sie als Symbol des hinduistischen Nationalismus zu präsentieren. Stattdessen wurde Roy zu einer der prominentesten Dissidentinnen ihres Landes. „Für mich … gab es nie einen Moment, in dem ich dachte: ‚Oh, das sollte ich tun‘ oder ‚Ich sollte den Mund halten‘ oder ‚Ich sollte mich bei soundso einschmeicheln‘“, sagt sie. Mehdi und Roy sprechen darüber, wie es für sie ist, im Visier hinduistischer Nationalisten zu stehen, über Indien und Kaschmir, die Parallelen zwischen Hindutva und Zionismus, Israels brutalen Völkermord im Gazastreifen, Donald Trump und den Aufstieg des globalen Faschismus sowie über Roys eindrucksvolle neue Autobiografie „Mother Mary Comes to Me“.

Sehen Sie sich das vollständige, weitreichende Interview an, um zu erfahren, warum Roy die indischen Medien und Bollywood mit „Anführern von Lynchmobs“ vergleicht, hören Sie, wie sie Indien und Israel gegenüberstellt, und erfahren Sie, warum sie glaubt, dass die „winzigen kleinen Geister“ der Autoritären irgendwann ermüden werden.

0:00 Einleitung

0:35 Memoiren und ihre Mutter 8:10 Hindu-Nationalismus

18:29 Trumps und Modis Strategie

24:27 Palästina vs. Kaschmir

30:21 Irak und Gaza

32:50 Wird sich etwas ändern?


On this episode of ‘Mehdi Unfiltered,’ Mehdi Hasan speaks to award-winning Indian author Arundhati Roy. In the wake of her global success, Roy says that India tried to trot her out as a symbol of Hindu nationalism. Instead, Roy became one of her country’s most prominent dissidents. “For me… there's never been a moment where I felt, ‘Oh, I should do this,’ or ‘I should keep quiet’, or ‘I should suck up to so and so,’” she says.

Mehdi and Roy discuss what it’s like for her to be a target for Hindu nationalists, India and Kashmir, the parallels between Hindutva and Zionism, Israel’s brutal genocide in Gaza, Donald Trump and the rise of global fascism, and also Roy’s powerful new memoir, 'Mother Mary Comes to Me.'

Watch the full, wide-ranging interview to find out why Roy compares Indian media and Bollywood to “lynch mob leaders,” listen to her compare India and Israel, and hear why she believes authoritarians' “tiny little minds” will eventually tire.

Timestamps

0:00 Introduction 
0:35 Memoir and Her Mother 
8:10 Hindu Nationalism 
18:29 Trump & Modi Playbook 
24:27 Palestine vs Kashmir 
30:21 Iraq and Gaza 
32:50 Will Things Change?


Zusammenfassung

1. Die Beziehung zu ihrer Mutter

  • Das Buch ist Roys erste Autobiografie und dreht sich um ihre komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter Mary Roy.
  • Mary Roy war eine außergewöhnliche Frauenrechtlerin und Pädagogin. Sie setzte vor dem indischen Obersten Gerichtshof gleiche Erbrechte für christliche Frauen durch und gründete eine angesehene Schule.
  • Gleichzeitig beschreibt Roy ihre Mutter als emotional schwierig und widersprüchlich: Sie förderte ihre Unabhängigkeit und ihr Denken, reagierte aber ablehnend auf genau diese Eigenschaften.
  • Roy erklärt, dass sie das Buch erst nach dem Tod ihrer Mutter schreiben konnte, weil ein offenes Gespräch zu Lebzeiten unmöglich gewesen sei.
  • Trotz aller Konflikte sieht sie ihre Mutter als entscheidenden Einfluss auf ihre Persönlichkeit und ihren Widerstandsgeist.

2. Schreiben als politische Haltung

  • Roy beschreibt sich nicht nur als Romanautorin, sondern auch als politische Schriftstellerin.
  • Nach dem Erfolg ihres Romans The God of Small Things verweigerte sie sich bewusst der Rolle einer unpolitischen literarischen Berühmtheit.
  • Besonders ihre Kritik an den indischen Atomwaffentests Ende der 1990er Jahre machte sie zur Zielscheibe nationalistischer Kreise.
  • Sie betont, dass sie nur schreiben könne, wenn sie sich selbst treu bleibe – Schweigen aus Karrieregründen komme für sie nicht infrage.

3. Kritik an der Entwicklung Indiens

  • Roy zeichnet ein sehr kritisches Bild der politischen Entwicklung Indiens unter der Regierung von Narendra Modi.
  • Sie beschreibt den Aufstieg des Hindu-Nationalismus als langfristig organisierten Prozess.
  • Ihrer Ansicht nach seien Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte und demokratische Institutionen zunehmend unter Druck geraten.
  • Besonders kritisiert sie die Rolle großer Medienkonzerne und prominenter Persönlichkeiten aus Bollywood, die ihrer Meinung nach nationalistische Narrative unterstützten.

4. Kashmir und politische Verfolgung

  • Roy spricht über ihre langjährige Beschäftigung mit Kashmir und erklärt, warum sie sich öffentlich gegen staatliche Repression äußert.
  • Sie berichtet, dass sie wegen ihrer Aussagen zu Kashmir seit Jahren juristisch verfolgt werde.
  • Für sie gehören Themen wie Vertreibung, Umweltzerstörung, wirtschaftliche Interessen und religiöser Nationalismus zu einem zusammenhängenden politischen System.

5. Internationale Politik und Parallelen

  • Ein großer Teil des Gesprächs behandelt Parallelen zwischen:
    • Indien und Israel,
    • Kashmir und Palästina,
    • sowie autoritären Entwicklungen in Indien und den USA.
  • Roy argumentiert, dass Nationalismus, Militarisierung und Einschränkungen der Meinungsfreiheit weltweit ähnliche Muster aufweisen.
  • Sie äußert scharfe Kritik am Krieg in Gaza und bezeichnet ihn als einen live übertragenen Völkermord. Sie warnt davor, dass andere Regierungen daraus lernen könnten, wie weit staatliche Gewalt gehen kann.

6. Kunst, Hoffnung und Widerstand

  • Trotz ihrer pessimistischen Analyse sieht Roy Hoffnung im kreativen und gesellschaftlichen Widerstand.
  • Sie glaubt, dass Kunst, Literatur, Musik und Humor Menschen helfen können, autoritären Entwicklungen etwas entgegenzusetzen.
  • Ihr Fazit lautet, dass Widerstand nicht nur in großen politischen Kämpfen besteht, sondern im alltäglichen Handeln und im Festhalten an den eigenen Überzeugungen.