Jochen Kirchhoff (Medienpräsenz)

1:33:37

21.06.2016

Ehrenvorlesung zum 400. Todestag von Giordano Bruno - und seiner Kosmologie eines unendlichen, all-lebendigen Universums.

In memoriam Giordano Bruno (1548 Nola - 1600 Rom), zum 400. Jahrestag (17.2.1600 - 17.2.2000) der schaurigen Verbrennung des wohl größten Philosophen der Renaissance durch die katholische Kirche auf dem Campo dei Fiori in Rom. Giordano Bruno ist der Verfasser der Spaccia della Bestia trionfante, einer unerhört direkten und unversöhnlichen Kampfansage an das Christentum und ihren Religionsbegründer.

1:49:30

Worin stehen sich Giordano Bruno (1548 Nola - 1600 Rom) und das Christentum so fundamental und unversöhnlich gegenüber?

Giordano Bruno, der berühmte Renaissance-Philosoph, wurde vor 418 Jahren als Opfer der Inquisition auf dem Scheiterhaufen in Rom verbrannt. Seine Erkenntnis von einem unendlichen und umfassend belebten Universum steht auch heute noch im schroffen Widerspruch zum Christentum und zur herrschenden Kosmologie. Doch worin genau stehen sich Giordano Bruno und das Christentum in Welt- und Menschenbild so unversöhnlich gegenüber? Und wie einig sind sich demgegenüber Kirche und moderne Naturwissenschaft?

Philosophische Gespräche Episode 12 mit Jochen Kirchhoff, 17. Februar 2018 (5778) anlässlich des 418. Jahrestags des Justizmords an Bruno.

Bruno als Gegner des Christentums in Kosmologie und Menschenbild. Was aus den Fragmenten der Inquisition über die Vorwürfe an Bruno bekannt ist. Warum das Christentum ein Wüstenuniversum mit nur einem bewohnten Planeten benötigt und seine unheilige Allianz mit der modernen Naturwissenschaft. Giordano Bruno als erster Denker des Radialfeldes.

Kurzbiographie Giordano Brunos: (*1548 in Nola, ermordet  17. Februar 1600 auf dem Campo dei Fiori in Rom zum Jubeljahr der katholischen Kirche)
Warum wurde der Jahrestag der Ermordung am 17.2.2000 so intensiv  begangen?
Die Bruno-Monographie als Startschuss der modernen Bruno-Rezeption (1980).

1:48:34

Wir wollen uns Nietzsche in sieben Punkten nähern, die zugleich zentrale Aspekte  seines Denkens berühren. 
1. Die Diagnostik der modernen Seele: „Wille zum Nichts“ und Nihilismus
2. „Umwertung aller Werte“ als zentrale Aufgabe und Programm
3.  Nietzsches Menschenbild. Die Vision vom „Übermenschen“.
4. „Der Wille zur Macht“ als Erklärungsprinzip
5. Die „Ewige Wiederkunft“. Wie lässt sich dieser Gedanke denken? Würdigung und Kritik.
6. Der Zarathustra-Impuls vom August 1881. Nietzsche-Zarathustra. Selbstbild als Prophet oder einsamer Rufer, ja Heilsbringer...
7. Die Wirkung Nietzsches, ausgehend von „Nietzsche, Hitler und die Deutschen“...

Ausführlicherer Inhalt:

   Der Antichrist. Fluch auf das Christentum.
   Manches Schmerzliche, Furchtbare, ja Schaurige in Nietzsches Aussagen (diese dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden)
   „Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten."
   Biografie
   Das breite, widersprüchliche Spektrum der sog. Nietzsche-Rezeption
   Grundsätzliches zur Wirkungsgeschichte. Nietzsche hat vieles vorweggenommen, was die Geistesgeschichte seit dem 20. Jahrhundert prägt. Der Einfluss Nietzsches war gigantisch.
   Menschenbild Nietzsches: Aristokratismus... Welche Persönlichkeiten bewundert er, und an wem orientiert er sich?
   Lehre von der Ewigen Wiederkunft 
   Nietzsches gelegentlichen Rekurs auf naturwissenschaftliche Überlegungen, z.B.: Robert Mayer: „Erhaltungssatz der Kraft“(= Energie). 1. Satz der Thermodynamik. Unveränderbares „Kraftquantum“, das nur Wandlungen durchmacht. 
   Betrachtung der schwierigen und in sich widersprüchlichen Konzeption des Übermenschen.
   Was war das mit der berühmten Zarathustra-Begegnung an jenem pyramidalen Felsblock am Silvaplaner See bei Surlei? Was hat Nietzsche da erlebt?
   Conclusio: Wie gehen wir mit Nietzsche um? Was kann er für uns sein? Wie stellen wir uns zu ihm? Warum lohnt es sich (immer noch und immer wieder) Nietzsche zu lesen? Was zieht uns an, was stößt uns eher ab?
   Die Herausforderung bleibt. Und jeder geistige Mensch muss oder wenigstens sollte sich ihr stellen. Ganz ‚ohne Nietzsche’ geht es offenbar nicht...
 

49:43

Mit der Lesung des Essays "Grenzüberschreitung ins kosmische Sein" stellt der Philosoph Jochen Kirchhoff sein neu bei OVALmedia erschienenes Buch "Kosmos" vor. In dem Aufsatz wird speziell die Frage verhandelt, ob im Werk des vor 422 Jahren auf dem Scheiterhaufen in Rom hingerichteten Renaissancephilosophen und Wissenschaftlers Giordano Bruno nicht ein alternativer und unverwirklicht gebliebener Entwicklungspfad der neuzeitlichen Wissenschaften beschlossen liegen könnte.

1:19:35

Jochen Kirchhoff und Hauke Ritz im Gespräch über das Verhältnis von Kosmos, Kosmologie und Geschichte. Wäre eine andere Wissenschaft möglich, als jene, die sich in der europäischen Neuzeit herausgebildet hat? Gab es gar eine Weggabelung in der abendländischen Wissenschaftsentwicklung und damit auch im technischen Fortschritt, der aus dieser hervorging? Und wenn ja, kann diese tatsächlich an dem Renaissancephilosophen Giordano Bruno festgemacht werden? Vor dem Hintergrund seines neu erschienen Buches "Kosmos" stellt sich der Philosoph Jochen Kirchhoff den Fragen seines Gesprächspartners Hauke Ritz.