Von der politischen Berufung der Philosophie. Von Donatella Di Cesare

Während in der vollends globalisierten, kapitalisierten und integrierten Welt ohne Außen Krise auf Krise folgt und menschenfeindliche Positionen immer mehr Raum gewinnen, verhält die Philosophie sich eigentümlich konformistisch: In Ethikkommissionen stellt sie hier und da eine zaghafte Empfehlung moralischer Angemessenheit aus und bescheidet sich ansonsten damit, das Bestehende intellektuell mitzuverwalten. In ihrer ebenso leidenschaftlichen wie scharfsinnigen Abhandlung ruft Donatella Di Cesare die Philosophie dazu auf, sich wieder ins politische Handgemenge zu begeben und in die Stadt, die globale Polis, zurückzukehren, aus der sie nach dem Tod des Sokrates vertrieben worden war.

ISBN 978-3-95757-871-6     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Getragen von radikalem Existenzialismus und einem neuen Anarchismus zeigt sie, dass in die abendländische Philosophie seit ihrem antiken Anfang eine politische Berufung eingeschrieben war, deren Verdrängung sie um ihr Wertvollstes, um ihre aufklärerische Potenz, bringt. Doch Kritik und Dissens allein reichen nicht mehr aus. Der Niederlage des Exils, der inneren Emigration eingedenk kehren die Philosophen jetzt zurück, um ein Bündnis mit den Unterdrückten zu schmieden. Ein fulminantes Plädoyer für die politische Relevanz der Philosophie, ihre radikale Zeitgenossenschaft und ihre atopische Widerstandskraft.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Die Autorin:

Donatella Di Cesare, geboren 1956 in Rom, ist Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom und lehrt zudem Philosophische Hermeneutik an der Scuola Normale Superiore in Pisa. Sie war eine der letzten Schüler von Hans-Georg Gadamer und gehört zu den präsentesten engagierten Intellektuellen in Italien und Europa. Zu ihren veröffentlichten Bücher zählen u. a.: Terrore e modernità (2017), Stranieri residenti (2017). Auf Deutsch erschienen von ihr u. a.: Gadamer. Ein philosophisches Porträt (2009) und Heidegger, die Juden, die Shoah (2016).  

Die Autorin auf Wikipedia

 

Erstellt: 03.05.2020 - 09:58  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:56