Bunkerrepublik Deutschland. Geo- und Biopolitik in der Architektur des Atomkriegs. Von Ian Klinke

Führende westdeutsche Militärs, Ingenieure und Zivilverteidiger waren im Kalten Krieg der 1950er- und 1960er-Jahre von einer Idee umgetrieben: Geopolitische Fragen müssen im dreidimensionalen Raum ausgefochten werden! Doch wie wurde diese Idee umgesetzt und was genau bedeutete das für die Bundesrepublik und ihre Bevölkerung?
Mit Hilfe der kritischen Sozialtheorie und der Analyse eines weit gefassten Spektrums von Quellen untersucht Ian Klinke insbesondere die zwei komplementären architektonischen Strukturen unter der Erde, die das Leben im Atomkrieg sowohl schützen als auch vernichten sollten: den Atombunker und das taktische Atomwaffenlager. Die Konsequenz daraus ist eine notwendige Neubewertung der Geschichte der Geo- und auch der Biopolitik.

ISBN 978-3-8376-4454-8     29,99 €  Portofrei     Bestellen

Stimmen zum Buch:

"Eine zufällige Entdeckung aus der Kindheit führte den Autor auf eine persönliche und berufliche Odyssee: Klinke lässt den Zeitgeist des Kalten Krieges wieder aufleben und nimmt uns mit in ein geteiltes (West-)Deutschland, das durch Nachkriegswirren und Besatzung geprägt ist. Sein Blick unter die Erdoberfläche enthüllt eine Welt, die weitaus komplexer und widersprüchlicher ist als die Darstellung allgegenwärtiger Kontrollpunkte und Mauern. Sehr empfehlenswert." (Klaus Dodds, Department of Geography, Royal Holloway, University of London)

"Das Buch bietet eine faszinierende und originelle Perspektive auf die besonderen deutschen Erfahrungen des Kalten Krieges und der Nachwirkungen des Faschismus, die sich in die architektonischen und landschaftlichen Überreste von Atomraketen und Atombunkern eingeschrieben haben. Ian Klinke zeigt, wie die Infrastruktur militärischer Zerstörung und der Gefahrenabwehr des 20. Jahrhunderts die Materialität der Geopolitik bis in die Gegenwart beeinflusst." (Rachel Woodward, School of Geography, Politics and Sociology, Newcastle University)

Mehr Infos...

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Das im Zentrum der Darstellung stehende Gedankenexperiment wird im vierten und fünften Kapitel entwickelt. Ersteres („Lebensraum im thermonuklearen Zeitalter“) bezieht sich dabei vor allem auf den sogenannten Regierungsbunker der Bundesregierung im Ahrtal im Fall eines Atomkriegs ... Gegenüber diesem defensiv ausgerichteten Bauwerk thematisiert das fünfte Kapitel („Räume der Vernichtung“) die während des Kalten Kriegs hierzulande zahlreich vorhandenen Atomraketenlager. Rezension von Jochen Molitor → H-Soz-Kult, 04.07.2019

Presse:

»Es lohnt sich [...], in der von Klinke anregend aufbereiteten Geschichte bundesdeutscher Atombunker und Atomwaffenlager stärker nach den Alternativen zum deutschen Todestrieb Ausschau zu halten. Vielleicht hilft dies auch gegen die intellektuelle Lustangst an der Krise der liberalen Demokratie.« Constantin Goschler, www.sueddeutsche.de 20.10.2019

Der Autor:

Ian Klinke ist Associate Professor für Human Geography an der University of Oxford und Fellow am St John's College, Oxford. Seine Forschung befasst sich mit den Relikten des Kalten Krieges und Fragen der Geopolitik.

 

Erstellt: 30.01.2020 - 06:18  |  Geändert: 20.02.2020 - 12:56

Autoren: 
Verlag: