Der Siegeszug des Liberalismus (1789 - 1914). Das moderne Weltsystem IV. Von Immanuel Wallerstein

Wallerstein untermauert seine These, dass die Dynamik des kapitalistischen Weltsystems von den jeweiligen Zentren ausgeht, indem er sich der Legitimierung der globalen Zivilisierungsmission zuwendet, die in England und Frankreich begann. Gleichzeitig nimmt Wallerstein im vierten Band jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die ihm eine ökonomistische Herangehensweise unterstellten: Hier geht es um Politik und Ideologie, sowohl seitens der herrschenden Klassen als auch seitens der antisystemischen, oppositionellen Bewegungen. Mit anderen Worten: es geht um die Herausbildung einer Geokultur für das Weltsystem im 19. Jahrhundert.

ISBN 978-3-85371-347-1     29,90 €  Portofrei     Bestellen

 

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Inhaltsverzeichnis

Die Sieger-Ideologie. Der Liberalismus als zentrale Doktrin unserer Epoche hat sich „linkes“ und „rechtes“ Denken längst einverleibt. Exklusivabdruck aus „Der Siegeszug des Liberalismus“. → Rubikon 12.09.2019

Gegen Kapitalismus – für Liberalismus? Die mittlerweile gängige Skandalformel „Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer“ gilt längst nicht mehr nur als Vergleich bei der Entwicklung der so genannten „entwickelten“ zu den „unterentwickelten“ Ländern und ihr Wirtschaften; vielmehr zeige sich ungerechte Entwicklung längst auch in den Industrieländern und als Maßstab für die Entwicklung in der sich interdependenter, entgrenzender und globalisierender entwickelnden (Einen?) Welt. Rezension von Jos Schnurer → socialnet 03.12.2012

Presse:

“Marxistisch inspiriert und eine immense Menge an Literatur verarbeitend, beschreibt Wallerstein die Ausbreitung der kapitalistischen «Geokultur» seit dem 16. Jahrhundert,wobei er ökonomische Konjunkturen und politisch-staatliche Hegemonien favorisiert. Im neuen Band berücksichtigt er nun auch Mentales: den Siegeszug des Liberalismus, der die beiden anderen grossen Ideologien, den Konservatismus und den Radikalismus, verdrängt und die liberalen Staaten sowie die Sozialwissenschaften geschaffen habe. Letztere hätten primär eine legitimatorische Aufgabe erfüllt. Das ist das Problematische an Wallersteins «strukturfunktionalistischem» Geschichtsbild: Was immer er auch erwähnt, übt eine bestimmte Funktion aus, die den Fortgang des von ihm beschriebenen Geschehens garantiert. Menschen kommen hier (anders als bei Marx) nur als Marionetten vor.“ Neue Zürcher Zeitung“ am 26. März 2013

„Für diese Analyse hat Wallerstein so viele empirische Belege angeführt, wie er zusammentragen konnte, und alle ihm zur Verfügung stehenden theoretischen Argumente. Der Autor bietet damit eine Analyse an, die der Totalität der weltweiten gesellschaftlichen Realität besser gerecht wird als andere Versuche, das lange 19. Jahrhundert zu erklären.“ Josef Schmee in der Zeitschrift „Wirtschaft und Gesellschaft“, 39. Jahrgang (2013), Heft 3:

„Streben nach Gleichheit trifft auf Kapitalismus. Staatsbürgerrechte für die Europäer, Ausbeutung für die Völker in den Kolonien. Entlang dieses Spannungsverhältnisses beschreibt Sozialhistoriker Immanuel Wallerstein im vierten Band seiner Weltgeschichte die Ideologien und politischen Neuordnungen, die das moderne Weltsystem von der Französischen Revolution bis 1914 prägten. Um das Erstarken der sozialen Forderungen im eigenen Land zu zähmen, lagern die führenden Hegemonialmächte im 19. Jahrhundert ihre Probleme geschickt aus. Wallerstein, Vorzeigefigur der linken Geschichtswissenschaft, legt nicht nur die geistigen und ideologischen Grundlagen der Globalisierung dar, sondern zeigt zudem äußerst quellenreich die komplexe Vorgeschichte aktueller Probleme Europas.“ Petra Sturm in der Wiener Programmzeitschrift „Falter“ am 24. April 2013

„Insgesamt gelingt Wallerstein mit diesem viertem Band eine ergiebige Erweiterung des Analyserasters Weltsystem um das Konzept der Geokultur, das die Elemente der modernen politischen Taxonomie – Ideologie/Parteien, soziale Bewegungen, Modernisierungspolitik der Regierungen, Wissenschaft – zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenführt.“ Klemens Kaps in der „Zeitschrift für Weltgeschichte“, Heft 1, 14. Jahrgang 2013

„Es geht im gesamten Band vorrangig um Politik und den Kampf um Hegemonie. Staaten werden darin tendenziell zu Subjekten der Geschichte, die Kämpfe der ‚antisystemischen Bewegungen‘ sind nicht aus den spezifischen kapitalistischen Ausbeutungsverhältnissen entwickelt. Wallerstein steuert in beeindruckender Weise straight durch 125 Jahre Weltgeschichte.“ „Wildcat“ Nr. 94/ Frühjahr 2013

„Dem Promedia Verlag kann gar nicht genug gedankt werden, dass er es sich zur langjährigen Aufgabe gemacht hat, das umfangreiche, vierbändig angelegte Originalwerk von Immanuel Wallerstein auch in deutscher Sprache herauszugeben. (…) Mit dem nun erschienenen vierten Band ist das Hauptwerk des großen Gelehrten dankenswerterweise nun vollständig für den deutschprachigen Raum erschlossen.“ Herbert Strunz in der Zeitschrift „International“ Nr. IV/2012

Der Autor:

Immanuel Wallerstein, Jahrgang 1930, ist Professor emeritus für Soziologie und war jahrzehntelang als Direktor des Fernand Braudel Center an der Binghamton University (New York) sowie an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris tätig. Seine Weltsystemtheorie grenzt sich von jedweden Modernisierungstheorien ab; sie hat Generationen von Historikern beeinflusst.

 

Erstellt: 11.11.2019 - 08:31  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:57