Aspergers Kinder. Die Geburt des Autismus im Dritten Reich. Von Edith Sheffer

Wien 1938: Der Arzt Hans Asperger beschreibt Symptome bei Kindern, die er unter die Diagnose "autistische Psychopathie" fasst. Er hatte bei Patienten Schwächen im sozialen Verhalten beobachtet. Im selben Jahr ziehen die Nationalsozialisten in Wien ein. Asperger sollte bald verantworten, dass Kinder, die er für "nicht sozial integrierbar" hielt, in der Anstalt Am Spiegelgrund zu "Euthanasie"-Opfern wurden.

ISBN 978-3-593-50943-3     29,95 €  Portofrei     Bestellen

Edith Sheffer, Mutter eines von Autismus betroffenen Kindes, hat sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Diagnose begeben. Sie zeigt, welche Wertvorstellungen Asperger geprägt haben und welche Entwicklung die Diagnose genommen hat. Ihr berührendes und eindrucksvolles Buch wirft ein neues Licht auf die Geschichte der Psychiatrie im Nationalsozialismus und auf das Asperger-Syndrom.

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In sachlicher Hinsicht knüpft das Buch an die umfangreichen Forschungen zur Aufarbeitung des Euthanasie-Programms im Wien der Nazizeit an. Es führt diese Untersuchungen mit der ausführlichen Darstellung des Karrierewegs von Hans Asperger fort, der am Kindereuthanasieprogramm zumindest mittelbar beteiligt war und sich zu dieser Zeit mit der Beschreibung der ‚autistischen Psychopathie‘ akademisch so profilierte, dass er eine glanzvolle Nachkriegskarriere starten konnte und schließlich in den 1980er Jahren bei der Ausdifferenzierung der Autismusdiagnostik mit einer Benennung nach ihm geehrt wurde. Rezension von Carl Heese/Christoph Hiendl → socialnet 04.06.2019

Die Autorin:

Edith Sheffer ist Historikerin am Europe Center der Stanford University in Kalifornien, USA. 2011 erschien von ihr "Burned Bridge: How East and West Germans Made the Iron Curtain" bei Oxford University Press.

 

Erstellt: 08.10.2019 - 08:07  |  Geändert: 09.10.2019 - 11:50

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