Braucht die Welt den Finanzsektor? Postkapitalistische Perspektiven von Mohssen Massarrat

Die Krise seit 2008 hat eindrucksvoll die Dominanz des Finanzmarktes bewiesen. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass die gegenwärtige Epoche als Finanzmarktkapitalismus bezeichnet werden kann. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von dem Kapitalismus, den Marx seinerzeit analysierte. Die Kategorie der Macht wurde in dieser klassischen Analyse vernachlässigt - aber Macht ist zentral für das Verständnis der gegenwärtigen Wirtschaft und Gesellschaft. Obwohl der Finanzmarktkapitalismus aus der Realwirtschaft selbst hervorgegangen ist, dominiert dieses Verwertungsprinzip durch seine Bedeutung und seine Logik die reale Wertschöpfung. Neben einer neuen Klassenallianz zwischen Bodeneigentümern und Großkonzernen, die ein aggressives Besitzstandsdenken pflegt, zeichnet sich der Finanzmarktkapitalismus durch einen Reformstau aus.

ISBN 978-3-89965-725-8     24,80 €  Portofrei     Bestellen

Damit tritt die Verteilungsfrage wieder auf den Plan. Nur, welche Vorzeichen müssen sich ändern, damit es wieder gerechter zugeht? Mohssen Massarrat fragt nach Auswegen aus dieser Krisenkonstellation: Wie sind Reformen möglich, die zu einer postkapitalistischen Gesellschaft hinführen?
Arm und Reich sind zur neuen Achse im Finanzmarktkapitalismus geworden. Um ihn zu verstehen und politisch überwinden zu können, braucht die Kapitalismustheorie den Begriff der Macht.

Aus dem Inhalt:

  • Missverständnisse über den Kapitalismus
  • Kapitalismus und Macht
  • Der Freihandelskapitalismus (Laissez-faire-Kapitalismus)
  • Imperialismus, die erste Weltwirtschafts-Finanzkrise und zwei Weltkriege
  • Der Keynesianische Kapitalismus
  • Der Finanzmarktkapitalismus
  • Perspektiven jenseits des Finanzmarktkapitalismus

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Inhalt & Leseprobe: www.vsa-verlag.de-Massarrat-Braucht-die-Welt-den_Finanzsektor.pdf

Die Finanzdiktatur. Das globale Handelsvolumen im Finanzsektor hat sich seit 1975 von 5 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2015 auf 160 Prozent um das 32fache erhöht. Im selben Zeitraum hat sich die globale Einkommensungleichheit dramatisch verstärkt. Gleichzeitig wurden sämtliche Staaten, nicht nur im Süden, sondern auch im Norden, zu verschuldeten Staaten. Die Staatsverschuldung der 5 wichtigsten Industriestaaten, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan, stieg von 20 bis 100 Prozent in 1975 auf 80 bis 240 Prozent des BIPs in 2013. In denselben Staaten wuchs die Massenarbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum von 1 bis 5 Prozent auf 4 bis 10 Prozent. Gleichzeitig sank der Organisationsgrad der Beschäftigten in diesen Staaten von 20 bis 40 Prozent dramatisch auf 8 bis 28 Prozent. Es ist ganz offensichtlich: unter dem Druck des Finanzsektors und der neoliberalen Anleitung hat sich die Welt grundlegend verändert, leider zum Nachteil der überwältigenden Mehrheit der Weltbevölkerung. von Mohssen Massarrat  → Rubikon 21.04.2018

 

Erstellt: 22.04.2018 - 13:48  |  Geändert: 04.02.2019 - 04:38

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