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Medien, Macht und Manipulation
Eine Analyse der US-Außenpolitik und Medienlandschaft
Dieses Briefing-Dokument synthetisiert die Kernaussagen und Analysen aus dem Interview mit Joe Lauria, dem Chefredakteur von Consortium News. Es untersucht die Verflechtungen zwischen US-Geheimdiensten, Mainstream-Medien und der globalen Geopolitik, insbesondere im Hinblick auf die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten.
Zusammenfassung
Die vorliegenden Quellen zeichnen das Bild einer US-Außenpolitik, die konsequent auf den Erhalt der globalen Vorherrschaft und den Zugriff auf Ressourcen ausgerichtet ist. Zentrale Erkenntnisse sind:
- Geopolitische Strategie: Die USA nutzen Provokationen und Stellvertreterkriege, um Rivalen wie Russland zu schwächen und regimekritische Regierungen durch gefügige Akteure zu ersetzen.
- Mediale Manipulation: Mainstream-Medien fungieren oft als „Reinwaschanlage“ für Geheimdienstinformationen. Durch das gezielte Weglassen von historischem Kontext wird eine öffentliche Meinung erzeugt, die Interventionen legitimiert.
- Systemische Repression: Unabhängige Medien und Whistleblower, die diese Narrative hinterfragen, sehen sich einer wachsenden „Zensurindustrie“ gegenüber, die mit finanzieller Blockade (z. B. PayPal) und rechtlicher Verfolgung agiert.
- Globaler Wandel: Trotz massiver Sanktionen und Informationskriege befindet sich das US-Imperium im Niedergang, während multipolare Bündnisse wie die BRICS-Staaten an Bedeutung gewinnen.
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1. Die Rolle der unabhängigen Medien: Consortium News
Joe Lauria erläutert die Geschichte und den Auftrag von Consortium News, dem nach eigenen Angaben ältesten unabhängigen Online-Medium der USA.
- Gründung und Hintergrund: Gegründet 1995 von Robert Parry, einem ehemaligen investigativen Journalisten der Associated Press (AP).
- Der Iran-Contra-Skandal: Parry deckte die illegalen Operationen der Reagan-Regierung auf (Waffenverkäufe an den Iran zur Finanzierung der Kontras in Nicaragua). Seine Arbeit wurde innerhalb der Mainstream-Medien systematisch unterdrückt, was zur Gründung von Consortium News führte.
- Mission: Veröffentlichung von Berichten, die in etablierten Medien keinen Platz finden, insbesondere Analysen zur US-Außenpolitik und verdeckten Operationen.
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2. Geopolitische Analyse: Der Ukraine-Konflikt
Ein zentrales Thema ist die Behauptung, der Ukraine-Krieg sei ein „großer Propagandakrieg“, dessen Ursachen in den Mainstream-Medien verzerrt dargestellt werden.
Der Umsturz 2014 und der historische Kontext
- Regime Change: Der Sturz von Viktor Janukowitsch im Jahr 2014 wird als von den USA unterstützter Putsch klassifiziert. Als Beweis wird das Telefonat zwischen Victoria Nuland und Joffrey Pyatt angeführt, in dem die Zusammensetzung der neuen Regierung besprochen wurde.
- Rolle rechtsextremer Gruppen: Die Beteiligung von Neonazis (z. B. Rechter Sektor) am Maidan und deren Einfluss in der Ukraine werden betont. Mainstream-Medien hätten diese Fakten nach anfänglicher Berichterstattung „begraben“.
- Minsker Abkommen: Die Aussagen von Angela Merkel und François Hollande werden dahingehend interpretiert, dass die Abkommen lediglich dazu dienten, Zeit für die Bewaffnung der Ukraine zu gewinnen.
Die „Falle“ für Russland
- Provokation der Invasion: Die USA hätten die russische Invasion benötigt, um umfassende Wirtschafts- und Informationskriege entfesseln zu können. Ziel sei die Destabilisierung Russlands, um Zustände wie in den 1990er Jahren unter Jelzin wiederherzustellen.
- Sicherheitsarchitektur: Russland habe im Dezember 2021 Verträge für eine neue Sicherheitsarchitektur vorgeschlagen, die von der NATO und den USA umgehend abgelehnt wurden.
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3. Mechanismen der Macht und Manipulation
Das Dokument beschreibt, wie die US-Regierung und Geheimdienste die öffentliche Wahrnehmung steuern.
| Methode | Beschreibung |
| Information Washing | Geheimdienstquellen flüstern Medien Informationen zu; die Veröffentlichung durch angesehene Blätter wie die New York Times verleiht diesen Glaubwürdigkeit. |
| Lügen durch Auslassung | Durch das Weglassen von historischem Kontext (z. B. NATO-Osterweiterung, Vorgeschichte in Gaza) entsteht ein völlig verzerrtes Bild der Realität. |
| Ikonografie des Feindes | Ausländische Führer (Milosevic, Hussein, Putin) werden regelmäßig mit Hitler verglichen, um die moralische Überlegenheit der USA zu untermauern. |
| Kognitive Dissonanz | Die Bevölkerung weigert sich oft, alternative Informationen aufzunehmen, um ihr vertrautes Weltbild nicht zu gefährden. |
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4. „RussiaGate“ als politisches Instrument
Lauria bezeichnet den „RussiaGate“-Skandal als eine „durch und durch erfundene Geschichte“.
- Ursprung: Initiiert durch die Hillary-Clinton-Kampagne und das DNC, um Donald Trump als russischen Handlanger darzustellen.
- Akteure: Der ehemalige MI6-Agent Christopher Steele erstellte ein Dossier, das laut Lauria als Fiktion zu betrachten ist, aber vom FBI und der CIA als echte Geheimdienstquelle verkauft wurde.
- Ziel: Die Behinderung eines Präsidenten, den die Geheimdienste nicht kontrollieren konnten.
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5. Das US-Imperium und der globale Niedergang
Die USA werden als Imperium beschrieben, das sich in einer Phase des Niedergangs befindet, aber weiterhin nach absoluter Dominanz strebt.
- Megalomanie der Führung: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Abwurf der Atombomben herrsche die Vorstellung vor, die ganze Welt beherrschen zu können.
- Wirtschaftskrieg: Die Sanktionen gegen Russland hätten nicht wie gewünscht funktioniert. Stattdessen isolieren sich die USA zunehmend selbst, während Russland alternative Handels- und Finanzsysteme aufbaut.
- Die BRICS-Staaten: Der Aufstieg der BRICS-Staaten und die Abkehr vom US-Dollar als Leitwährung werden als größte Bedrohung für die US-Hegemonie gesehen.
- Rolle Deutschlands: Deutschland wird als „Vasallenstaat“ und wesentlicher Teil der Kriegsplanung (Stichwort: Koordination in Wiesbaden) dargestellt.
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6. Repression und die „Zensurindustrie“
Kritiker der offiziellen Narrative sehen sich laut Quelle massiver Repression ausgesetzt.
- Der Fall Julian Assange: Dies sei der wichtigste Fall der Verfolgung eines Verlegers, der lediglich wahre Informationen veröffentlicht habe.
- Finanzielle Austrocknung: PayPal entzog Consortium News den Dienst unter dem Vorwand der Verbreitung falscher Informationen.
- NewsGuard: Eine Organisation, die laut Lauria einen Vertrag mit dem Pentagon hat und unabhängige Medien durch schlechte Bewertungen diskreditiert, um deren Reichweite und Glaubwürdigkeit zu zerstören.
- Rechtliche Kriegsführung: Klagen von unabhängigen Medien (wie die von Consortium News gegen NewsGuard) würden von politisch voreingenommenen Richtern oft ohne Anhörung abgewiesen.
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7. Nahost-Konflikt und Israel
Der Konflikt in Palästina wird als Teil eines größeren imperialen Projekts analysiert.
- Ethnisierung und Vertreibung: Unter Bezugnahme auf den Historiker Ilan Pappe wird die Gründung Israels als Prozess der ethnischen Säuberung beschrieben, der bis heute andauere.
- Ziel der Regierung Netanjahu: Die Eroberung des gesamten historischen Palästinas, unterstützt durch extremistische Kräfte in der Regierung.
- Westliche Komplizenschaft: Die USA und europäische Staaten unterstützten diesen Prozess aktiv und brächten gleichzeitig die eigenen Bürger zum Schweigen, die dagegen protestieren.
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Fazit und Ausblick
Das Briefing schließt mit der Feststellung, dass sich unabhängige Medien professionalisieren müssen, um dem „Zensurkomplex“ entgegenzuwirken. Es sei notwendig, die journalistischen Werkzeuge (Beweisführung, Einholung von Gegenmeinungen) präzise einzusetzen, um den unterdrückten Kontext der Weltgeschichte wiederherzustellen. Nur so könne die „Fassade der Demokratie“ vor dem völligen Kollaps bewahrt werden.