Die Frau am Pranger
Roman
Brigitte Reimanns erster großer Erfolg - eine Liebesgeschichte, mit der sie Tabus brach.
Von ihrem Mann und der Schwägerin wird Kathrin wie ein Stück Inventar behandelt. Erst als sich eine Liebe zu dem ukrainischen Kriegsgefangenen Alexej entwickelt, der auf dem Hof mitarbeitet, während ihr Mann an der Front ist, erkennt sie ihren eigenen Wert. Auch der blinde Hass der Menschen, die sie an den Pranger stellen, kann ihr nichts mehr anhaben. Im Ringen um den geliebten Menschen wächst die junge Frau schließlich über sich hinaus.
Mit diesem Roman packte Brigitte Reimann 1956 ein »heißes Eisen« der deutschen Nachkriegsliteratur an, es wurde ihr erster großer Verkaufserfolg. Unerschrocken und mutig betrachtete die junge Autorin differenziert die Rollen von Tätern und Opfern. Bis heute wirft die berührende, aufrüttelnde Geschichte Fragen nach Schuld und Verdrängung auf und darüber, wie wir mit unseren »Gegnern« umgehen.
»Das Buch ist so ein feiner, schmaler Band, aber drin steckt die geballte Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Eine einfache Erzählung, scheinbar mühelos auf Papier gebracht, die gleichzeitig voller Kraft strotzt - das ist Reimanns großes Talent: gesellschaftliche Umbrüche, Missstände und Grausamkeiten durch wenige Figuren erleb- und erfahrbar zu machen.« Carolin Würfel
Wikipedia (DE): Die Frau am Pranger
Auszug aus dem Vorwort
»Man muss das bisschen Wärme festhalten, das noch geblieben ist« - »Die Frau am Pranger« war Brigitte Reimanns erster großer Erfolg – eine Liebesgeschichte, mit der sie Tabus brach. In ihrem Vorwort blickt Carolin Würfel auf die Entstehungsumstände und erklärt, warum der Roman gerade heute wieder aktuell ist. Aufbau Verlage
Rezensionen
... zum Glück wiederentdeckt: Es war ihr erstes Buch und es wurde gleich zum Erfolg. Sie war zusammen mit ihrer gleichaltrigen Freundin Christa Wolf einer der frühen Hoffnungen einer jungen DDR-Literatur. Sie war eine Frau, und sie sprach mit der Stimme einer Frau und sah mit ihrem Blick. Und sie lebte, viermal verheiratet, unzählige Affären, wie in einem Rausch. Bei ihrem Debut, 1956, war sie erst zweiundzwanzig Jahre alt. Sie arbeitete als Journalistin, als Dramaturgin, als Schriftstellerin. Sie starb, mit nur neununddreißig, 1961, an Krebs. Ihre Wiederentdeckung war überfällig. Von Sigrid Lüdke-Haertel Strandgut Kulturmagazin 12.12.2025
(...) Als letzte Bewertung des Romans eine Aussage der Schriftstellerin selbst in einem Brief an den Architekten Hermann Henselmann: »Eigentlich meine beste Geschichte, trotz Sentimentalitäten«. (Quelle) Dem kann ich nur zustimmen! Sehr lesenswert!von Margret Hövermann-Mittelhaus Mittelhaus 13.09.2025
Autoreninfos
Vorwort von
Carolin Würfel, geboren 1986, ist freie Autorin und Journalistin. Zuletzt erschien ihr Bestseller »Drei Frauen träumten vom Sozialismus: Maxie Wander, Brigitte Reimann, Christa Wolf« (2022).
Wikipedia (DE): Carolin Würfel
Erstellt: 29.01.2026 - 06:27 | Geändert: 29.01.2026 - 06:58