Lockdown 2020. Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern. Hrsg. Hannes Hofbauer und Stefan Kraft

Eine tiefe Rezession, massenhafte Arbeitslosigkeit und schwere soziale Verwerfungen sind die Folgen des Lockdown 2020. Als noch gravierender entpuppen sich die politischen Handlungen: Ohne offene Debatte setzte man Notverordnungen durch, wurden Grundrechte beiseite geschoben, geriet der Ausnahmezustand zur neuen Normalität. Gründe genug für die zwei Wiener Verleger Hannes Hofbauer und Stefan Kraft, kritische Stimmen in einem Buch zu versammeln, das sich mit den Hintergründen und Folgen der Virus-Maßnahmen auseinandersetzt.

ISBN 978-3-85371-473-7     19,90 €  Portofrei     Bestellen

Ausgangssperren, Schul- und Geschäftsschließungen, Aufhebung der Versammlungs- und Bewegungsfreiheit, dicht gemachte Grenzen und der damit verbundene staatliche Zwang veränderten innerhalb weniger Wochen die Welt. Das Jahr 2020 bringt die heftigsten gesellschaftlichen Einschnitte seit dem Zweiten Weltkrieg. Argumentierten die meisten Regierungen ihre in Windeseile verfügten Maßnahmen mit der Seuchenbekämpfung, so traf das Corona-Virus vor allem Länder, deren Gesundheitssysteme durch den Neoliberalismus ausgehöhlt waren.

Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen, ob die scharfen Einschnitte im öffentlichen Leben medizinisch gerechtfertigt waren. Zur Sprache kommt auch die Verknüpfung von Stress, Umweltverschmutzung und Massentierhaltung, die eine Verbreitung von Viren begünstigt.

Globale Güterketten und die viel beschworene Mobilität der Besserverdienenden erscheinen durch die weltweite Verbreitung des Virus in einem neuen Licht. Gleichzeitig gewinnt das chinesische Modell des staatlich gelenkten Kapitalismus mit seinen Überwachungsmethoden und Kontrollmechanismen an Attraktivität. Abschließend geht das Buch auf die Umgestaltung sozialer Beziehungen und Arbeitsverhältnisse, auf neue Ungleichheiten in Bildung und Geschlechterverhältnissen und die vermehrte Anwendung von „Künstlicher Intelligenz“ ein, Faktoren, die ein kybernetisches Zeitalter ankündigen.Ausgangssperren, Schul- und Geschäftsschließungen, Aufhebung der Versammlungs- und Bewegungsfreiheit, dicht gemachte Grenzen und der damit verbundene staatliche Zwang veränderten innerhalb weniger Wochen die Welt.

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Mit Texten von ...
Ulrike Baureithel, Matthias Burchardt, Chuang-Blog, Rolf Gössner, Bernhard Heinzlmaier, Joachim Hirsch, Hannes Hofbauer, Andrej Hunko, Andrea Komlosy, Stefan Kraft, Jochen Krautz, Armando Mattioli, Alfred J. Noll, Peter Nowak, Walter van Rossum, Roland Rottenfußer, Gerhard Ruiss, Nicole Selmer, Andreas Sönnichsen und Valentin Widmann.

Lockdown 2020 – Mehr als eine Buchbesprechung. Das Buch ist ein gelungener Versuch, zu belegen, dass nicht Corona unser Leben verändert, sondern jene, die mit „Corona“ handeln. Es geht um das Wissen und die Erfahrungen, die Angst nicht weiter zu nähren, sondern zu ermutigen, sich nicht das Leben zu nehmen, aus Angst vor dem Tod. Das ist ganz und gar nicht biologistisch gemeint. Von Wolf Wetzel. → Nachdenkseiten 15.10.2020

Der marktfähige Körper. Exklusivabdruck. Auf der Suche nach profitablen Anlageformen versucht das große Geld, die menschliche Gesundheit zu bewirtschaften. Von Hannes Hofbauer, Andrea Komlosy → Rubikon 06.10.2020

Verhalten und Körper im Visier des Kapitals. Auszug aus dem Buch. Im Gefolge weltweiter Lockdown-Maßnahmen ist eine ökonomische Logik erkennbar. Der vordergründig wirr und verzweifelt wirkende staatliche Eingriff treibt ganze Branchen und viele eigentümergeführte Unternehmen in den Ruin, dient zugleich aber als Schrittmacher einer Wende menschheitsgeschichtlichen Ausmaßes. Es ist mehr, als ein einfacher Zyklenwechsel von einer Abschwung- in eine Aufschwungsphase nach durchstandener Krise erwarten lässt. Der Lockdown 2020 beschleunigt den Übergang vom Industriezeitalter in ein neues, kybernetisches Zeitalter im Sinne einer Mensch-Maschine-Verbindung. → Hinter den Schlagzeilen 05.10.20

Der marktfähige Körper. Exklusivabdruck. Auf der Suche nach profitablen Anlageformen versucht das große Geld, die menschliche Gesundheit zu bewirtschaften. Corona ist nicht allein schuld. Die Krise war schon vorher absehbar gewesen. Nachdem die Industrieproduktion als Objekt der Kapitalanlage in eine schwere Krise geraten war, entdeckten Profiteure den Menschen selbst als nahezu unerschöpfliche Ressource. Seine Verhaltensmuster können über sein Klick- und Surfverhalten ausspioniert und über Algorithmen wirtschaftlich ausgeschlachtet werden. Sein Körper — auch der einigermaßen gesunde — wird profitträchtig zum Objekt chemischer Optimierung, etwa über Testungen und Impfungen. Um markttaugliche Verhaltensweisen zu erzwingen, wurde infolge der Corona-Krise auch die Rolle des Staates als einer Macht gestärkt, die autoritär über das Leben seiner Bürger zu verfügen vermag. Noch bestehende Widerstände gegen dieses Szenario werden vor allem mit Hilfe einer massiven Angstkampagne überrannt. → Rubikon 06.10.2020

Die Herausgeber:

Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Publizist und Verleger. Im Promedia Verlag ist von ihm u.a. erschienen: „Diktatur des Kapitals. Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ (2. Auflage 2015).

Stefan Kraft, geboren 1975 in Wien, ist Verleger und Publizist in Wien. Von ihm erschien im Promedia Verlag „Rosa Luxemburg“ (2005, gemeinsam mit Fritz Keller) und „Der junge Marx“ (2007, gemeinsam mit Karl Reitter).

 

Erstellt: 06.10.2020 - 09:05  |  Geändert: 16.10.2020 - 06:03

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