Die Tochter des 20. Jahrhunderts. Von Rossana Rossanda

Rossana Rossanda ist ein Mythos. Denn welche Frau außer ihr gäbe es, die – lange nach Rosa Luxemburg – als Kommunistin und Intellektuelle, kulturell ebenso engagiert wie politisch, analytisch und kämpferisch innerhalb der Partei und draußen derart glaubwürdig und überzeugend gewirkt hätte? Dies sind ihre Erinnerungen: ein Rechenschafts- und Selbstprüfungsbericht. Die Memoiren einer Frau, die Geschichte machte.

ISBN 978-3-518-41936-6     26,80 €  Portofrei     Bestellen

»Dies ist kein Geschichtsbuch. Es ist das, was in meinem Gedächtnis auftaucht, wenn ich den zweifelnden Blick der Menschen um mich herum auffange: Warum bist du Kommunistin gewesen? Warum sagst du, du bist es noch? Was meinst du damit? Ohne eine Partei, ohne Ämter, an der Seite einer Zeitung, die dir nicht mehr gehört? Ist es eine Illusion, an die du dich klammerst, aus Sturheit, aus Altersstarrsinn? Ab und zu hält mich jemand freundlich an: "Sie waren ein Mythos!" Doch wer will schon ein Mythos sein? … Die Sache des Kommunismus und der Kommunisten im 20. Jahrhundert hat so kläglich geendet, daß man sich unbedingt damit auseinandersetzen muß. Was bedeutete es, in Italien ab 1943 Kommunist zu sein? Als Parteimitglied, nicht nur aus innerer Überzeugung, bei der man sich immer herausreden kann: "Mit diesem oder jenem habe ich nichts zu tun." Ich beginne, indem ich mich selbst befrage. Ohne Bücher oder Dokumente zu konsultieren, aber nicht ohne manchen Zweifel.«

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„Rossandas Buch gewährt nicht nur Einblick in das Binnenleben einer großen kommunistischen Partei, sondern erzählt nebenbei auch die Geschichte der italienischen Nachkriegsgesellschaft und ihres Umgangs mit der Erblast des Faschismus. […] Man wünscht Rossana Rossandas Memoiren verständige Leser, solche, die der herrschende Zynismus noch nicht stumpf gemacht hat.“ Hans-Martin Lohmann

Die letzte Kommunistin. Rossana Rossanda verstand sich als Marxistin in der Tradition Rosa Luxemburgs: Die italienische Intellektuelle war Mitbegründerin der Tageszeitung „il manifesto“, prägte in den 70er-Jahren mit ihren Beiträgen und Büchern die politischen Debatten Italiens. Nun ist sie mit 96 Jahren gestorben. Von Carl Wilhelm Macke → Deutschlandfunk 28.09.2020

Auf Konfrontationskurs mit den Genossinnen. Rossana Rossanda nannte sich ein "Mädchen des letzten Jahrhunderts". Am Donnerstag gedachten in Rom Hunderte der großen Intellektuellen, die am Sonntag starb. Andrea Dernbach → der Tagesspiegel 24.09.2020

Zum Tod von Rossana Rossanda - Umgehend heiligsprechen! Die „italienische Rosa Luxemburg“ - über diesen Titel hätte sich Rossana Rossanda selbst wohl sehr gefreut. (Podcast) → SWR2 22.9.2020

Rossana Rossanda ist tot.Sozialismus aktuell 21.09.2020

Die Gegenpäpstin. Der Kommunismus war ihr Leben, die Kritik daran ihre Lebensaufgabe: Die italienische Journalistin und Politikerin Rossana Rossanda ist tot. Von Willi Winkler → SZ 21.09.2020

Mit Rossana Rossanda starb eine der letzten Ikonen der italienischen Linken. Rossana Rossanda war eine der letzten Grandes Dames der italienischen Linken. Die Journalistin und Philologin verstarb am Sonntag in Rom im Alter von 96 Jahren. Mit ihrer Kenntnis des Marxismus, des Feminismus und der linken Organisierung prägte sie die politische Meinung etlicher Generationen des vergangenen Jahrhunderts. Von Wolf H. Wagner → Neues Deutschland 21.09.2020

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Erstellt: 28.09.2020 - 14:54  |  Geändert: 28.09.2020 - 15:08

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