Arkadien. Von Emmanuelle Bayamack-Tam

Die junge Farah, überzeugt, ein Mädchen zu sein, begreift eines Tages, dass ihr Körper nach und nach männlicher wird. Krankhafte Mutation oder sagenhafte Metamorphose?
Ihre Eltern haben in einer libertär lebenden Kommune Zuflucht gefunden, deren Mitglieder in der modernen Welt nicht zurechtkommen. Farah wächst in diesem von riesigen Wald- und Wiesenflächen umgebenen Paradies auf, wo sie mit anderen Kindern erlebt, wie die Erwachsenen mehr schlecht als recht ihre Ideale umsetzen: Absage an gesellschaftliche Normen, Freikörperkultur, freie Liebe und zwar für alle, auch für Alte und Kranke.
Das Wunder der Liebe entdeckt Farah mit Arcady, dem spirituellen Oberhaupt dieser bunten Gemeinschaft. Alles könnte so schön sein - wäre nicht ein Migrant in ihr Paradies eingedrungen, der die Kommune in helle Aufregung versetzt. Das Prinzip der universalen Liebe entpuppt sich als Lippenbekenntnis, man will sich hier genauso abriegeln wie in der Außenwelt. Alle, bis auf Farah ...

ISBN 978-3-906910-80-2     28,00 €  Portofrei     Bestellen

... die sich jeder Zuschreibung entzieht: Mit ihrer jugendlichen Kühnheit wird sie zum Prüfstein für die Gemeinschaft und entwirft eine Utopie, in der wirklich alle Menschen aufgehoben sind, ungeachtet ihrer nationalen, sozialen oder sexuellen Identität.
Emmanuelle Bayamack-Tam zeichnet mit ihrem preisgekrönten neuen Roman in aller grausam-komischen Schonungslosigkeit ein Porträt unserer Welt - und lässt darin sanft das Bild der Unschuld aufleuchten.

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Freie Liebe und Gleichberechtigung – aber nicht für alle. Eine Kommune, in der Großmütter mit Intimpiercing nackt herumlaufen, 80-Jährige wilden Sex haben und aus Mädchen wie selbstverständlich Männer werden: In „Arkadien“ hinterfragt die Französin Emmanuelle Bayamack-Tam gesellschaftliche Normen.Moderation: Andrea Gerk → Deutschlandfunk Kultur 26.06.2020

Presse:

Im Kleinen spiegelt sich hier, was wir in vielen europäischen Ländern gerade auf größerer Ebene erleben: Das Paradies gehört den Privilegierten, die meist wenig Interesse haben, es zu teilen. Wie ›Arkadien‹ linke Selbsterzählungen von Solidarität, Toleranz oder Antiautorität entlarvt, tut weh. Es ist aber auch ungemein komisch, weil Baymack-Tam reihenweise Normative zerlegt. Nina Roßmann fluter – Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung 16.06.2020

Die Autorin:

Geboren 1966 in Marseille lebt Emmanuelle Bayamack-Tam heute in Paris. Sie arbeitet als Lehrerin in Seine-St-Denis und als Schriftstellerin und ist Mitbegründerin der Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Literatur Autres & Pareils. Außerdem gehört sie zum Leitungsteam der Editions Contre-Pied.

 

Erstellt: 01.07.2020 - 05:58  |  Geändert: 01.07.2020 - 05:58