Jeder Versuch zur Lösung eines Konflikts muss sich zu allererst mit dessen Kern auseinandersetzen und dieser Kern findet sich meistens in seiner Geschichte. Eine verfälschte oder manipulierte Geschichte erklärt oft gut, warum ein Konflikt nicht beendet wurde, während eine wahrhaftige, umfassende Betrachtung der Vergangenheit zu einem dauerhaften Frieden und einer bleibenden Lösung beitragen kann. Wie die Untersuchung des Falls Israel/Palästina zeigt, kann eine falsch verstandene Geschichte der jüngeren oder ferneren Vergangenheit sogar noch direkteren Schaden anrichten:
Ilan Pappe - Wie ist der Staat Israel entstanden? 16. Mai 2015 in Berlin
auf Vimeo (09.03.2025) 53:00
In der deutschen Linken ist kein Thema so heftig umstritten, wie die Position zu Israel und Palästina. Bereits über die Frage nach den Ursprüngen des Staates Israel gibt es keine Einigkeit. Ilan Pappé gehört zu jener Generation neuer und kritischer israelischer Historiker, deren Forschungsergebnisse die Gründungsmythen des Staates grundsätzlich in Frage stellen. Von den Anfängen der zionistischen Siedlungsprojekts 1882 bis zur Gründung des jüdischen Staates im Jahr 1948 durchleuchtet er die sozialen und politischen Faktoren, die zur Vertreibung großer Teile der arabischen Bevölkerung geführt haben. Wie entstand der Zionismus? Was waren seine Grundannahmen und welche Strategien verfolgt er?