09.03.2026
Norman Finkelstein: Warum der US-Israel-Angriff kein zweiter Irakkrieg ist
auf YouTube (09.03.2026) 56:06
Medienpräsenz
In diesem Video analysiert der Politikwissenschaftler Norman Finkelstein die geopolitische Lage im Kontext eines US-israelischen Angriffs auf den Iran und zieht Vergleiche zu historischen Konflikten wie dem Irakkrieg 2003 und dem Sechstagekrieg 1967.
Zeitmarken
- Strategische Ziele: Finkelstein argumentiert, dass Israel den 7. Oktober als historische Gelegenheit nutzt, um langjährige Ziele zu verfolgen. Dazu gehören die Zerschlagung des Iran als Regionalmacht [04:30], die Schwächung der Hisbollah [04:23] und die Lösung der „Gaza-Frage“ durch Vertreibung der Bevölkerung [04:04].
- Vergleich mit dem Irakkrieg (2003): Er widerspricht der Ansicht, dass der aktuelle Konflikt unpopulärer sei als der Irakkrieg, da es 2003 die größten Antikriegsdemonstrationen der Geschichte gab [16:30]. Ein wesentlicher Unterschied liegt für ihn in der Kompetenz der Führung: Während unter Bush erfahrene Akteure wie Cheney und Rumsfeld agierten, bezeichnet er die aktuelle US-Führung unter Trump als inkompetent und leicht beeinflussbar durch israelische Interessen [31:41].
- Rolle der Vereinten Nationen: Finkelstein kritisiert die mangelnde Empörung der internationalen Gemeinschaft und westlicher Staaten (wie Dänemark, Frankreich und Großbritannien) über den Angriff auf den Iran, den er als klaren Verstoß gegen die UN-Charta bezeichnet [06:44]. Er kontrastiert dies mit 1967, als die UN unter Utant noch eine unabhängigere Rolle einnahm [02:52].
- Nuklearfrage und JCPOA: Er betont, dass der Iran das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie hat [08:42] und dass das Atomabkommen (JCPOA) bis zum einseitigen Ausstieg der USA einwandfrei funktioniert habe [12:06]. Seiner Ansicht nach geht es Israel nicht primär um die Nuklearfrage, sondern um die totale regionale Vorherrschaft [14:52].
- Militärische Prognosen: Unter Berufung auf Tolstoi warnt Finkelstein vor festen Vorhersagen über den Kriegsausgang, da es zu viele unvorhersehbare Variablen gebe [51:12]. Er unterscheidet zudem zwischen dem Völkermord in Gaza, der auf Vertreibung zielte, und dem Krieg gegen den Iran, der ein konventioneller militärischer Konflikt zur Zerstörung der Verteidigungsfähigkeiten sei [47:38].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
56min 6s
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