06.03.2026

Gilbert Doctorow: Angriff auf Iran verhärtet Russlands Haltung in der Ukraine

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Medienpräsenz

Dr. Gilbert Doctorow erörtert, warum der Angriff auf den Iran Russlands Haltung verhärten wird. Putins Ansatz eines langsamen Abnutzungskrieges und diplomatischer Annäherung an Trump stößt auf zunehmenden Widerstand, da die Argumente für aggressivere Alternativen zunehmen, um den Krieg schnell zu beenden. Der versuchte Enthauptungsschlag gegen den Iran hat in Moskau Schockwellen ausgelöst, da es keine Regeln mehr gibt und die Überzeugung wächst, dass die Schwächung der russischen Abschreckung zu einer existenziellen Bedrohung geworden ist.  

Zeitmarken

1. Psychologischer Schock in der russischen Elite

  • Die russische Führung und Kommentatorenschaft reagierten schockiert auf die Intensität und Geschwindigkeit der US-Angriffe gegen den Iran [01:39].
  • Der Angriff wird als „Katastrophenszenario“ für Russland selbst wahrgenommen, da er die Verwundbarkeit gegenüber einem möglichen US-„Enthauptungsschlag“ gegen den Kreml oder die Führung in Waldai verdeutlicht hat [04:16], [05:11].

2. Kritik an Putins Zurückhaltung

  • Innerhalb Russlands wächst der Druck auf Präsident Putin. Kritiker werfen ihm vor, dass seine Politik der „roten Linien“ und der Zurückhaltung die westliche Aggression eher ermutigt als abgeschreckt habe [06:01], [14:36].
  • Es gibt eine zunehmende Debatte darüber, ob Russland seine Abschreckung durch massivere militärische Schläge (z. B. auf Entscheidungszentren in Kiew oder das Abschießen von US-Spionageflugzeugen) wiederherstellen muss [05:44], [07:16].

3. Scheitern der Diplomatie und Abschreckung

  • Doctorow argumentiert, dass die Diplomatie mit den USA aus russischer Sicht „vergiftet“ sei, da Washington als unzuverlässig und „doppelzüngig“ wahrgenommen werde [24:33], [24:41].
  • Die Grenze zwischen einem Stellvertreterkrieg und einem direkten Krieg in der Ukraine sei längst überschritten, da US-Personal und -Technik aktiv an Angriffen auf russisches Territorium beteiligt seien [13:21].

4. Rolle Chinas und des Irans

  • Die militärische Unterstützung Chinas für den Iran wird als enttäuschend bewertet, da die USA innerhalb kürzester Zeit die Lufthoheit über den Iran erlangten [26:06].
  • Russland sieht sich dem Iran gegenüber nicht zur Hilfe verpflichtet, da Teheran ein formelles Verteidigungsbündnis im Vorfeld abgelehnt hatte [39:30], [41:57].

5. Wirtschaftliche Gegenwehr des Iran

  • Trotz militärischer Unterlegenheit setzt der Iran auf wirtschaftliche Kriegsführung, insbesondere durch die mögliche Schließung der Straße von Hormus [31:37].
  • Steigende Energiepreise könnten Donald Trump politisch massiv schaden, da die US-Wähler sehr empfindlich auf Benzinpreise reagieren [32:27], [33:07].

Fazit

Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass sich alle beteiligten Mächte (USA, Russland, Iran) in einer gefährlichen „Alles-oder-Nichts“-Situation befinden [47:39]. Der Druck auf Putin, von einem Abnutzungskrieg zu einer großflächigen Eskalation überzugehen, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten, nimmt deutlich zu [44:23].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
48min 21s
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Erstellt: 07.03.2026 - 19:07  |  Geändert: 07.03.2026 - 19:14

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