Leandros Fischer legt mit diesem Buch die erste umfangreiche wissenschaftliche Arbeit zur Haltung der Partei DIE LINKE zur kontroversen Frage "Nahostkonflikt" vor. Gleichzeitig leistet er einen innovativen parteisoziologischen Beitrag zur Erforschung des Innenlebens der Partei. Entgegen des medial-vermittelten Bildes eines Streits zwischen östlichen "Reformern" und westlichen "Fundis" greift der Autor die untersuchte Auseinandersetzung als Epiphänomen der Gegensätze zwischen unterschiedlichen politischen Sozialisationen, politischen Lernprozessen und politisch-kulturellen Milieus auf, sowie als Resultat des Prozesses der Institutionalisierung und Herausbildung der kollektiven Identität einer relativ neuen Partei.
„Antideutsche“–„Deutsche Befindlichkeiten“ oder Ausdruck einer „imperialen Linken“? Leandros Fischer
auf YouTube (02.02.2026) 1:42:08
Bei der heutigen Folge handelt es sich um die Veröffentlichung einer Veranstaltung von Flora für Alle mit Leadros Fischer vom 17.12.2025.
Leandros Fischer stellt in seinem Vortrag die Frage, ob es sich bei den sogenannten Antideutschen um deutsche Befindlichkeiten handelt oder um den speziellen Ausdruck einer imperialen Linken. Er zeichnet die historische Entstehung der Antideutschen nach, deren Grundargumentation sich bereits in der Sozialdemokratie der zweiten Internationalen finden lässt und sich in der heutigen Linken fortsetzt.
Leandros fasst die Antideutschen als innerlinken Ausdruck der Befürwortung eines liberal-imperialistischen Projekts zusammen. Diese entspringt sowohl aus ideologischer Überzeugung als aus Opportunismus und Regierungswillen.
Um dieser immer noch wirksamen Strömung entgegenzuwirken muss die Palästinasolidarität, so die Schlussfolgerung, konsequent antikapitalistisch und antimilitaristisch ausgerichtet sein.
Erstellt: 04.02.2026 - 14:35 | Geändert: 04.02.2026 - 14:35