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Der menschliche Körper: Ständig geht irgendein Organ kaputt. Ist da im Laufe der Evolution etwas schiefgelaufen? Und wäre es vielleicht an der Zeit, Körper und Geist mit neuen Technologien ein wenig auf die Sprünge zu helfen? Der Transhumanismus will den Menschen in ein technisch optimiertes Wesen verwandeln – und tatsächlich sind wir auf dem besten Weg dorthin ...

Wir Menschen sehen uns gerne als Krone der Schöpfung. Aber sind wir nicht eher eine – nun ja – Fehlkonstruktion? Je älter wir werden, desto "baufälliger" werden wir. Streng genommen beginnt dieser Verfall schon kurz nach der Pubertät. Sobald sich unser Körper voll entwickelt hat, beginnt der Abbau. Irgendwie deprimierend, oder?
Aber was wäre, wenn wir diese Konstruktionsfehler einfach durch Technik beheben könnten? Es gibt kaum ein Handicap, für das wir keine technische Lösung haben: Brillen, Hörgeräte, Arm- und Beinprothesen sind ganz selbstverständlich. Aber geht da vielleicht noch mehr? Könnten wir uns technisch nicht noch viel besser machen, als wir es heute sind?
Weltweit wird an Gehirnchips, smarten Prothesen und künstlichen Organen geforscht. Sie lassen Querschnittsgelähmte mit Gedankenkraft Schach spielen, Amputierte mit Sensoren im Arm fühlen und Herzpatienten mit Herzmuskelzellen aus dem Labor länger leben. Wäre es denkbar, dass eines Tages auch gesunde Menschen von solchen Technologien profitieren?
Transhumanisten sprechen davon, dass wir irgendwann den Menschen durch Technik überwinden, sagt Technikphilosophin Janina Loh. Wollen wir das wirklich? Und wer kann sich solche Technologien leisten? Man stelle sich vor, Superreiche versuchten, nicht nur ihren Körper, sondern auch ihr Oberstübchen zu optimieren. Halb Mensch, halb Maschine. Entsteht am Ende eine „neue biologische Kaste“? Oder werden wir zu Supermenschen?

12:04

Vergraben, verbrannt oder unter freiem Himmel deponiert: 30 % des weltweiten Abfalls gehen auf das Konto der Länder mit hohem Einkommen, obwohl sie nur 16 % der Weltbevölkerung ausmachen. Wie geht es weiter, in unserer Welt voller Müll?

Jedes Jahr produziert die Menschheit im Durchschnitt gut zwei Milliarden Tonnen Siedlungsmüll – zu Hause, im Büro oder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Altenheimen. Nur 16 % dieser organischen Abfälle, Verpackungen, Glasbehältnisse und Metalle werden recycelt. Der Rest wird vergraben, verbrannt oder unter freiem Himmel deponiert, was die Umwelt verschmutzt und CO₂-Emissionen verursacht. 30 % des weltweiten Abfalls gehen auf das Konto der Länder mit hohem Einkommen, obwohl sie nur 16 % der Weltbevölkerung ausmachen.
China, gestern noch die Müllkippe der Nordhalbkugel, hat 2018 beschlossen, den Import von Plastikabfall fast vollständig zu unterbinden. Daraufhin mussten sich die großen Plastik-Exporteure neue Abnehmer suchen, die wie Malaysia oder auch die Türkei weniger Bedenken haben. Ein anderes Beispiel ist Ghana, das sich auf den Import von Elektronikschrott und die Wiederverwertung von Altkleidern spezialisiert hat. Schließlich gibt es Länder, die nach neuen Lösungen zur Verringerung und/oder besseren Verwertung ihres Abfalls suchen. So werden die Bewohner der südkoreanischen Hauptstadt Seoul nach der Menge des von ihnen produzierten Mülls besteuert und müssen ihn deshalb wiegen, bevor sie ihn in die Tonne entsorgen. Und in Kenia werden aus recycelten Plastikabfällen Pflastersteine hergestellt, die widerstandsfähiger sind als Beton.

Magazin (F 2022, 12 Min)