Gavdos
Roman
»Gavdos« ist ein unterhaltsamer, anspielungsreicher Roman über unseren Wunsch nach Unsterblichkeit, der wie im Vorbeigehen große Fragen aufwirft: Wollen wir wirklich ewig leben? Und wenn nicht: Wie lässt sich die Unsterblichkeit überwinden?
Auf der griechischen Insel Gavdos hat sich eine Kommune von russischen Naturwissenschaftlern angesiedelt: die Pythagoräer. Man erzählt sich, sie hätten Tschernobyl überlebt — und seien deshalb von der eigenen Unsterblichkeit überzeugt. Der Journalist Gilad wittert eine gute Geschichte und reist auf die Insel, um mehr über die geheimnisvolle Gruppe zu erfahren.
In einer kargen Landschaft zwischen verlassenen Bergdörfern und dem Meer begegnet Gilad der mysteriösen Opernsängerin Elina, einem orthodoxen Priester, einem deutschen Avantgarde-Dichter, erleuchteten Kommunen-Mitgliedern — und unzähligen Ziegen. Je länger er bleibt, desto weniger kann er zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden.
Rezension
Dotan-Dreyfus inszeniert seine Handlung vor der realen Kulisse eines abgeschiedenen Ortes – Gavdos gilt als die kleinste Gemeinde Griechenlands und ist der südlichste Punkt Europas. Er mixt Geografie, Mythologie und moderne Sinnsuche zu einer Geschichte, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zunehmend durcheinandergeraten. Er unterhält mit Humor, skurillen aber größtenteils liebenswerten Figuren, einem Hauch Philosophie und einer wahren Flut von Anspielungen. Von Britta Röder booknerds.de 09.2026