Zukunft der Erinnerung
Das deutsche Erbe und die kommende Generation

Was bleibt 80, 100 Jahre nach dem Ende des Holocaust?

Was 1945 begann, wird nicht mit dem Tod der Zeitzeugen enden: die Erinnerungskultur. Aber der Ort des Holocaust in der Geschichte wird sich zunehmend verändern, von Generation zu Generation und je mehr Zuwanderer ins Land kommen. Eine Verpflichtung für die deutsche Politik wird gleichwohl bleiben.

ISBN 978-3-423-28467-7 1. Auflage 13.03.2025 20,00 Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Wolfgang Benz schildert das Entstehen der deutschen Erinnerungskultur. Er setzt sich mit Ritualisierung und Bürokratisierung des Gedenkens auseinander und warnt vor selbstgefälliger Zufriedenheit. Er weist der jungen Generation einen Weg, die Last des Nationalsozialismus zu tragen, ohne sich erdrücken zu lassen. Denn klar ist: Das Verbrechen war gigantisch und singulär. Aber nicht jede politische Verpflichtung ist damit zu begründen.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Aus dem Inhalt

1. Streit um das Erinnern 15
Woran erinnern? .............................................................. 15
Koloniale Vergangenheit ................................................. 20
Neuer Historikerstreit? ................................... 24
Die DDR erinnern ........................................................... 27
Erforschen, erinnern, gedenken ..................................... 30
2. Niederlage oder Befreiung? Das Ende des »Dritten Reiches« im Gedächtnis der Deutschen 35
3. Widerstand als Legitimation der beiden deutschen Nachkriegsstaaten 53
4. Verweigerte Emotion: Judenfeindschaft nach dem Holocaust 68
5. Amnesie 80
6. »Stolz, deutsch zu sein«: Aufbegehren gegen die Geschichte 92
7. Philosemitismus: Staatsräson, Herzenssache, Pflicht?109
8. Blinder Eifer: Erinnerungsverbote aus Solidarität mit Israel 125
9. Ungeliebte, vergessene, verleugnete Opfer 139
Die Tragödie der Cap Arcona 140
Deserteure - Das Unrecht nationalsozialistischer Militärjustiz ........................144
Homosexuelle 148
Als »Zigeuner« verfolgt, als Sinti und Roma missachtet 151
Ein Denkmal für Jehovas Zeugen? 157 
Verweigerte Erinnerung an Opfer der »Euthanasie« und Zwangssterilisation ................... 160
Gemeinschaftsfremde und Kriminelle 163
10. Erinnerungsorte: Das singuläre Verbrechen in der Nachbarschaft 165
11. Zeitzeugen: Balanceakt zwischen Empathie und Wissenschaft 178
12. Denkmalsetzungen: Ankerplätze im kulturellen Gedächtnis der Nation 198
13. Wege in die Zukunft 211

Pressestimmen

Eine kluge und engagierte Analyse der deutschen Erinnerungskultur. Jörn Brunotto Politik & Kultur 01.06.2025

Eine phasenweise erfrischend zornig vorgetragene Mängelliste, von der Kolonialzeit über die NS-Gewaltherrschaft bis zur DDR-Geschichte, wo Erinnerung sich laut Benz in Nostalgie und schaurigen Attraktionen des Fremdenverkehrs erschöpft. Sebastian Schoepp Süddeutsche Zeitung 05.05.2025

Ein wichtiges und notwendiges Buch. Gertrud Hartmann socialnet.de 02.05.2025

Deutschlands Demokratie ist 80 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft in Gefahr, warnt der Historiker Wolfgang Benz. Um sie wirksam zu verteidigen, müssten gerade junge Menschen gründlicher über die Verbrechen der Nazis aufgeklärt werden. In seinem neuen Buch setzt er sich kritisch mit der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik auseinander. Nils Michaelis vorwaerts.de 17.03.2025

In seinem neuen Buch warnt Benz, einer der international anerkanntesten und renommiertesten Historiker für die Geschichte des Nationalsozialismus und der Antisemitismusforschung, vor selbstgefälliger Zufriedenheit und erörtert Perspektiven für eine Form der Erinnerung, der Rituale und bürokratische Akte nicht genügen und die junge Menschen anspricht. Rainer Schmidt FAZ.net 13.03.2025

Quelle der Pressestimmen: dtv (10.08.2026)

Autoreninfos

Wolfgang Benz, Prof. Dr., geb. 1941, ist einer der renommiertesten deutschen Zeithistoriker. Er lehrte von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU. In seinen Forschungen und Veröffentlichungen beschäftigt sich Wolfgang Benz mit Vorurteilen und ihren Ausprägungen in Antisemitismus, Antiziganismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und veröffentlichte zahlreiche Standardwerke zur Geschichte des Nationalsozialismus. 1992 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis, 2012 wurde er mit dem Preis des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie" ausgezeichnet.

Wikipedia (DE): Wolfgang Benz

Autoren

Erstellt: 10.08.2026 - 12:07  |  Geändert: 10.08.2026 - 12:20