Peter Hacks auf der Fenne in Groß Machnow (1974-2003)

28.06.2023 , Deutsch

"Gutes gibt's auch: Wir haben wieder ein Haus gefunden", schreibt Peter Hacks am 20. Februar 1972 im letzten Brief an seine Mutter Elly, die eine Woche später stirbt und deshalb nicht mehr erfährt, dass es mit dem "Fenne" genannten Landhaus schließlich klappt: "Aber wie gesagt: prahlen will ich erst, wenn alles wirklich unterschrieben ist." Das geschieht 1973, als Hacks die alte Ziegelei auf freiem Feld zwischen Mittenwalde und Groß Machnow pachtet. Damit geht eine jahrelange Suche nach einem geeigneten Landsitz für den eigenen Entwurf vom Dichterleben zu Ende. 

ISBN 978-3-96982-072-8 28.06.2023 10,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

1974 verbringen Hacks und Anna Elisabeth Wiede den ersten Sommer auf dem Land, die Umbauarbeiten am Gebäudeensemble dauern bis 1977 und kosten vermutlich eine Million Mark.Die Fenne dient Hacks und Wiede fortan nicht nur als Sommerhaus, in das von Mai bis September das dichterische wie gesellschaftliche Leben verlagert wird. Der eigenwillige Ort trägt viel zur Stilisierung von Hacks als elitäre Dichterfigur in der DDR bei. Schon 1981 übertreibt der Playboy die Ausmaße der Anlage, noch 2010 nennt die Zeit Hacks einen "Schlossherrn". 

Matthias Dell erzählt von Peter Hacks die Geschichte der Fenne und ihres prominenten Bewohners. 

Mehr Infos

Peter Hacks als Autor bei Neuer Weg

Der Oscar Wilde der DDR: Auch als Sozialist konnte man wie ein Dandy leben. Das beweist der Landsitz des Dramatikers Peter Hacks, dem sogar der westdeutsche „Playboy“ Respekt zollte.  Ein Dichterhaus als Gegenthese zur DDR? Hier gehts zur Besichtigung. Von Jakob Hayner Welt 30.08.2023

Weitere Pressestimmen

Matthias Dells [...] Büchlein jedenfalls ist eine überaus neugierig machende Einstimmung auf jenen Ort. Es ist wie so oft bei den Buntbüchern ein zwar kurzer, aber wohlreflektierender und informativer Einstieg in das Leben und Wirken von Peter Hacks [...] Karen Grunow, Märkische Allgemeine Zeitung

Die Fenne wirkt wie eine kleine Ideal-DDR, die sich Hacks erträumte und erbaute – eine Gegenwelt in Tuchfühlung mit der Utopie. Jakob Hayner, WELT

Der Kulturjournalist Matthias Dell stellt [in der Publikation] zunächst den Autor vor, seinen Aufstieg zum nach eigener Einschätzung „meistgespielten deutschen Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ – eine literarische Karriere, die im Westen einen erheblichen Knick erhielt, als er sich nach Wolf Biermanns Ausbürgerung 1976 nicht in die Riege der dagegen protestierenden Kulturschaffenden einreihte. Im Gegenteil. Andreas Conrad, Der Tagesspiegel

Zu sehen ist: Die kulturelle DDR-Elite lebte immer gern schön, Hacks aber am schönsten. Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung

Der exzentrische Dichter war Gentleman und Genie, Snob und Stalinist, Polemiker und Dandy. Manfred Orlick

Mehr Stimmen beim Verlag

Autoreninfos

Matthias Dell, 1976 geboren, ist freier Redakteur und Autor beim Deutschlandradio, er schreibt u. a. für Cargo und Merkur. Auf Zeit Online veröffentlicht er die wöchentliche Tatort/Polizeiruf-Kritik Obduktionsbericht. Quelle: Verlag für Berlin-Brandenburg 25.04.2026

Autoren

Erstellt: 25.04.2026 - 06:46  |  Geändert: 25.04.2026 - 07:02