14.01.2026

Radikal seit 2000 Jahren – Von Sokrates bis zur Letzten Generation | Mirjam Schaub

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Videokanal Overton Magazin

Was verbindet die frühchristlichen Märtyrer mit Performance-Künstlerinnen wie Marina Abramović – oder mit Klimaaktivisten von heute? Die Philosophin Mirjam Schaub spricht im Interview über 2000 Jahre radikales Denken und Handeln – und darüber, warum Radikalität gleichermaßen provoziert, inspiriert und Gesellschaft verändert. Ein Streifzug durch Philosophie, Politik und Kunstgeschichte – und ein Blick auf die Gegenwart.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
53min 18s
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Erstellt: 15.01.2026 - 21:10  |  Geändert: 15.01.2026 - 21:10

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Schillernd und fremd, lässt sich Radikalität zu allen Zeiten und in allen Kulturen mit ihrem Hang zum Unbedingten beobachten. Fast immer wirkt sie anstößig und beschämend, wenn auch in Philosophie und Kunst seltener als in Religion, Politik, Gesellschaft. Attraktiv bleibt sie, weil sie etwas Essentielles verspricht: die Schließung des mitunter feinen Risses zwischen Theorie und Praxis, als Versprechen der eigenen Unerpressbarkeit.

Der zweite Band von Mirjam Schaubs großer kulturphilosophischer Untersuchung bricht mit der Vorstellung, Populärkultur und Radikalität seien Gegensätze. Spätestens mit Jeremy Benthams 'Auto-Icon' (1832), dem humanoiden Artefakt, das bis heute im University College of London sitzt, später bei Max Stirner, der Bewegung um 1968 und bei Marina Abramovic verbinden sich Radikalität und Populärkultur und stiften eine radikal neue Form von Egalität.

Schillernd und fremd, lässt sich Radikalität zu allen Zeiten und in allen Kulturen mit ihrem Hang zum Unbedingten beobachten. Fast immer wirkt sie anstößig und beschämend, wenn auch in Philosophie und Kunst seltener als in Religion, Politik, Gesellschaft. Attraktiv bleibt sie, weil sie etwas Essentielles verspricht: die Schließung des mitunter feinen Risses zwischen Theorie und Praxis, als Versprechen der eigenen Unerpressbarkeit.