Overton Magazin (Medienpräsenz)

46:58

Steigende Preise, sinkende Kaufkraft und wachsende Ungleichheit: Viele Menschen haben das Gefühl, dass soziale Gerechtigkeit in Deutschland immer mehr verloren geht. Und was geschah mit der Linkspartei? Hat das BSW eine Zukunft?

Zeitmarken

1. Kritik an der SPD und der Linkspartei

  • SPD: Ernst sieht den „Sündenfall“ der SPD in den Hartz-Reformen und der Agenda 2010. Diese hätten zu einer massiven Senkung des Lohnniveaus und zur Schwächung des Sozialstaats geführt [02:05]. Er wirft der SPD vor, ihre Kernklientel – die Arbeiter und kleinen Angestellten – zugunsten einer neoliberalen Standortpolitik aufgegeben zu haben [10:09].
  • Die Linke: Die Partei habe sich laut Ernst zu sehr auf Identitätspolitik und Minderheitenthemen („Lifestyle-Linke“) konzentriert [17:11]. Dadurch seien die Kernfragen wie Rentenhöhe und Löhne in den Hintergrund gerückt, was zum Verlust der Arbeiterstimmen geführt habe [19:32].

2. Gründe für den Aufstieg der AfD

  • Ernst analysiert, dass die AfD nicht wegen ihrer Sozialpolitik gewählt werde, sondern weil sie die Unzufriedenheit über die Migrationspolitik und das Versagen der etablierten Linken in der sozialen Frage kanalisiert [12:11]. Die Arbeiter seien mangels Alternativen zur AfD abgewandert [13:03].

3. Positionen zum Ukraine-Krieg und zur Außenpolitik

  • Er kritisiert die „Kriegsrhetorik“ der aktuellen Bundesregierung und der SPD scharf. Er wirft ihnen vor, die Vorgeschichte des Konflikts (NATO-Osterweiterung) zu ignorieren [36:17].
  • Die Finanzierung des Krieges und die Aufrüstung gehen seiner Meinung nach zulasten des deutschen Sozialsystems und der Renten [31:04].

4. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)

  • Ernst erläutert die Ziele des BSW: Eine Rückbesinnung auf klassische Sozialpolitik kombiniert mit einer restriktiveren, geregelten Migrationspolitik [20:52].
  • Er räumt interne Schwierigkeiten beim Aufbau der neuen Partei ein, sieht das BSW aber als notwendige Alternative, um unzufriedene Wähler von der AfD zurückzugewinnen [45:33].

5. Persönliche Historie

  • Ernst berichtet von seinem Ausschluss aus der SPD im Jahr 2004, der erfolgte, weil er die Gründung einer Wahlalternative (WASG) gegen die Hartz-Politik vorbereitete [40:07]. Er blickt dennoch positiv auf die Ära Willy Brandt zurück, die ihn politisch prägte [41:36].

52:37

Die meisten Revolutionen der Geschichte gingen von jungen Menschen aus. Das sagt unser heutiger Gast. Stimmt das eigentlich? Am Rande eines Streitgespräches treffen im aktuellen Gespräch Generationenkonflikte aufeinander.

Roberto De Lapuente sprach mit Simon Marian Hoffmann.

Simon Marian Hoffmann ist Künstler, Philosoph und Filmemacher. Mit seiner multimedialen Arbeit gibt er jungen Menschen eine Stimme, entwickelt innovative Bildungsprojekte und begeistert mit seinen visionären Ideen.

49:35

Maike Gosch ist die neue Redakteurin der NachDenkSeiten. Sie erzählt über ihren Werdegang und was Journalismus für sie bedeutet. Auch Angst treibt sie um: Vor Berufsverbot und Hausdurchsuchungen.

Roberto De Lapuente sprach mit Maike Gosch.

30:12

Die Kampfhandlungen dauern an, die politische Lage bleibt angespannt – und die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu. Wie steht es um Israel in dieser Phase der Eskalation? Welche inneren und äußeren Kräfte prägen die Entwicklung des Landes? Und welche Perspektiven zeichnen sich für die Zukunft ab?

Florian Rötzer spricht mit dem israelischen Historiker und Soziologen Moshe Zuckermann über die aktuelle Lage, die Dynamik des Konflikts und die langfristigen Folgen für Politik, Gesellschaft und internationale Beziehungen. Ein analytisches Gespräch über Sicherheit, Identität und die Frage, wie stabil die Zukunft Israels in Zeiten wachsender Unsicherheit ist. 

20:29

"Mit Buße und schlechtem Gewissen beweist man, zu den moralisch Guten zu gehören."
Florian Rötzer im Gespräch mit Judith Sevinç Basad über Social Justice Warriors und die Erlösung durch Moral.

5:01

Was heißt hier Desinformation? Und warum verbreiten die immer die Anderen und nie die Regierung?

Roberto De Lapuente im Gespräch mit der BSW-Politikerin Sevim Dagdelen.

53:18

Was verbindet die frühchristlichen Märtyrer mit Performance-Künstlerinnen wie Marina Abramović – oder mit Klimaaktivisten von heute? Die Philosophin Mirjam Schaub spricht im Interview über 2000 Jahre radikales Denken und Handeln – und darüber, warum Radikalität gleichermaßen provoziert, inspiriert und Gesellschaft verändert. Ein Streifzug durch Philosophie, Politik und Kunstgeschichte – und ein Blick auf die Gegenwart.

58:00

Der Zeitgeist ist übergeschnappt. Und er macht vieles kaputt. So empfinden es viele Menschen in Deutschland. Unter anderem auch Peter Hahne, der mit dem, was heute passiert, gnadenlos abrechnet.

Roberto De Lapuente hat mit dem journalistischen Urgestein Peter Hahne gesprochen

52:00

Der Philosoph Michael Andrick weigert sich mitzumachen und aalglatt zu werden: Ein Philosoph und Kolumnist hat nicht nette Worte für die Bundesregierung zu erübrigen - er muss sie hinterfragen und ihr auf die Finger klopfen. Michael Andrick ist nicht dabei! Roberto De Lapuente sprach darüber mit dem Philosophen und Kolumnist Michael Andrick.

47:30

Was sollen eigentlich Klimawissenschaften sein? Und sind wir wirklich auf dem Weg in die Klimahölle? Gerd Ganteför, bekannter und renommierter Physiker, beantwortet diese und noch weitere Fragen: Der Wissenschaftler ist heute, nachdem er in den Ruhestand ging, politischer denn je.