Haben wir bisher die Welt und ihre Länder falsch bewertet? Mit seinem Streifzug durch zahlreiche Kulturen und Länder zeigt Alexander Dill, wie verzerrt, ja manipulierend die international führenden Kennzahlen wie das BIP - aber auch Alternativen wie der Human Development Index - die Länder der Welt und ihre jeweilige Kreditwürdigkeit bisher eingeschätzt haben. Bevorzugt wurden und werden die finanzstarken Hauptschuldner, während die Länder des Globalen Südens oftmals leer ausgehen. Legte man Normen wie Solidarität, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und das Sozialklima als Maß für die Kreditwürdigkeit einer Gesellschaft an, sähen die Rankings jedoch ganz anders aus und viele Länder könnten der Armutsfalle entfliehen.
I:BIB (Thema)
Der Euro steckt seit 2008 in einer tiefen Krise, die nicht enden will und den Fortbestand der Währungsunion gefährdet. Doch Deutschland verweigert sich der Einsicht, dass es selbst eine entscheidende Schuld an der Misere hat. Stattdessen werden "Krisenländer" wie Griechenland, Portugal und Spanien als Schuldige an den Pranger gestellt. Jörg Bibow und Heiner Flassbeck zeigen in ihrem Buch, dass die Eurogruppe unter der Führung Deutschlands für die unnötige Verlängerung der Krise verantwortlich ist. Die verordnete Austeritätspolitik und die sogenannte "Arbeitsmarktflexibilisierung" haben die Krise vertieft und verlängert.
Ist es nicht gewagt, den kategorischen Imperativ von Marx mit einer Zeile aus dem "Magnificat" des Lukas-Evangeliums zusammenzubringen? Wenn anlässlich des 200. Geburtstages von Marx aus christlicher und theologischer Perspektive auf ein gemeinsames Erbe verwiesen wird, dann gibt es dafür gute Gründe: Gerechtigkeitstraditionen in der Bibel und bei Marx, Analogien zwischen dem Fetischbegriff und der biblischen Götzenkritik.
Im Januar 2009 wurde Dietmar Dath vom Spiegel gefragt, ob er für die "Beseitigung des kapitalistischen Systems" sei. Seine Antwort: "Absolut." Mit diesem Beitrag zu Marx' 200. Geburtstag hat Dath nicht nur ein äußerst persönliches Buch über Marx geschrieben, sondern eines, das in seiner Klarheit und Dynamik gleichzeitig eine brillante Einführung in die Marxsche Lehre und deren Nachwirkung bietet. So zeigt er unter anderem, dass Marx das zu Bekämpfende immer zuerst einmal verstehen will und sich stets an der Praxis orientiert - zwei der vielen Gründe für seine anhaltende Aktualität.
"Fariss Wogatzki stellt sich an die Seite der Unterdrückten und hat den Mut ohne Zögern für dieses Anliegen einzutreten. Das verbindet mich mit dem Autor, schließlich schreibe ich schon seit vielen Jahren gegen den "Jüdischen Apartheidstaat", dessen politisches Unterdrückungssystem heute, laut südafrikanischen ehemaligen Anti-Apartheid-Aktivisten weit aus schlimmer ist, als jemals im Apartheidstaat Südafrika. Der "Jüdische Staat" hat sich mit seiner rassistischen Ausgrenzungspolitik jenseits jeden Rechts gestellt. Gerade auch jüdische Bürger, ebenso wie nicht-jüdische Bürger sollten dieses Buch unvoreingenommen lesen, denn Fariss Wogatzki arbeitet nur mit Tatsachen und belegt alle genannten Fakten." Evelyn Hecht-Galinski
Was den einen Erholung vom Alltag ist, wird für die anderen zu einer alltäglichen Belastung: Weltweit explodieren die Touristenzahlen, in den letzten 15 Jahren haben sich die Einnahmen der Branche mehr als verdoppelt, in Mallorca kamen im Juli 2016 1,8 Millionen Besucher auf 900000 Einheimische. Diese protestierten - als Touristen verkleidet - in Tennissocken und mit umgehängter Kamera. Damit griffen sie zwei Aspekte auf, die rund um das historisch junge Phänomen Massentourismus seit je zentral sind: ästhetische Abgrenzung (schlecht angezogene Touristen sind immer die anderen) und das Faszinosum Urlaubsfotografie.
Die Krise seit 2008 hat eindrucksvoll die Dominanz des Finanzmarktes bewiesen. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass die gegenwärtige Epoche als Finanzmarktkapitalismus bezeichnet werden kann. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von dem Kapitalismus, den Marx seinerzeit analysierte. Die Kategorie der Macht wurde in dieser klassischen Analyse vernachlässigt - aber Macht ist zentral für das Verständnis der gegenwärtigen Wirtschaft und Gesellschaft. Obwohl der Finanzmarktkapitalismus aus der Realwirtschaft selbst hervorgegangen ist, dominiert dieses Verwertungsprinzip durch seine Bedeutung und seine Logik die reale Wertschöpfung. Neben einer neuen Klassenallianz zwischen Bodeneigentümern und Großkonzernen, die ein aggressives Besitzstandsdenken pflegt, zeichnet sich der Finanzmarktkapitalismus durch einen Reformstau aus.
Der Dokumentarfilm NATIONAL BIRD begleitet Menschen, die entschlossen sind, das Schweigen über eine der umstrittensten militärischen Maßnahmen der jüngeren Zeit zu brechen: Den geheimen Drohnenkrieg der USA. Im Zentrum des Films stehen drei Kriegsveteranen der US-Air-Force, die in unterschiedlichen Funktionenselbst an diesem Krieg beteiligt waren. Ihre Mitschuld an der Tötung Unbekannter - und möglicherweise Unschuldiger - auf weit entfernten Kriegsschauplätzen lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Schließlich gehen sie an die Öffentlichkeit - ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen. Im Verlauf des Films nehmen ihre Geschichten dramatische Wendungen: so fährt eine der Protagonistinnen selbst nach Afghanistan, wo sie mit einem grauenhaften Vorfall und dessen Opfern konfrontiert wird. Doch ihre Reise bietet auch Anlass für Frieden und Versöhnung.
Peter Brückner, Antifaschist und nach Kriegsende Mitglied der KPD, wurde 1972 und 1977 wegen des Vorwurfs von Kontakten zur RAF sowie der Herausgabe des anonymen "Mescalero"-Textes "Buback. Ein Nachruf" von seinem Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Hannover suspendiert.
Seine politisch-psychologischen Analysen sind ein Zeugnis für die Streitbarkeit der 68er.
In seinem neuesten Werk setzt sich der bekannte britische Autor und Literaturwissenschaftler Terry Eagleton mit dem Verhältnis von Philosophie und Alltagserfahrung auseinander. Er bietet eine humanistische, für das praktische Zusammenleben der Menschen taugliche Variante des Denkens. Angesichts einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich weitgehend als "materialistisch" definieren und eines von emanzipatorischen Inhalten befreiten "New Materialism" an den Universitäten hält Eagleton an einer "Politik der Materie" fest, die für die Veränderung der Umstände eintritt.