Emma Goldman setzt sich in diesen größtenteils um 1910 entstandenen Texten, die ursprünglich in der von ihr veröffentlichten Monatszeitschrift Mother Earth erschienen, mit zahlreichen Aspekten des politischen und gesellschaftlichen Lebens ihrer Zeit auseinander. Sie widerlegt den Vorwurf, Anarchismus sei letztendlich Chaos und propagiere Gewalt, und definiert ihn stattdessen als Grundlage für eine ungehinderte menschliche Entwicklung, wahren gesellschaftlichen Fortschritt und eine wahrhaft harmonische Gesellschaft.
Emma Goldman (1869–1940) war eine US-amerikanische Anarchistin, politische Aktivistin, Schriftstellerin und Theoretikerin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle in der Entwicklung anarchistischer Ideen in Nordamerika und Europa spielte. Sie wurde 1869 im russischen Kowno (heute Kaunas) geboren und emigrierte als junge Frau in die Vereinigten Staaten, wo sie in den Arbeiterbewegungen aktiv war und sich für soziale und politische Veränderungen einsetzte. Goldman war an zahlreichen Kampagnen für Frieden, Frauenrechte, freie Liebe, Redefreiheit und Antimilitarismus beteiligt und hielt Vorträge in verschiedenen Ländern. Sie war Mitbegründerin der Zeitschrift Mother Earth, in der sie politische Schriften und Essays veröffentlichte und Debatten über soziale Themen anregte. Während ihres Lebens wurde sie mehrfach verhaftet, aus den USA deportiert und setzte ihre Aktivitäten in Europa fort, wo sie auch ihre Autobiografie verfasste. Goldman nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil und setzte sich bis zu ihrem Tod 1940 in Toronto für anarchistische und soziale Ideen ein. Ihre Schriften und ihr Engagement beeinflussten nachfolgende Generationen politischer Aktivist:innen und Denker:innen.
Wikipedia (DE): Emma Goldman