Weltverbessern für Anfänger. Von Stepha Quitterer. Rezensionen von Elena und von Britta Kiersch

REZENSIONEN von Britta Kiersch und Elena
Weltverbessern für Anfänger. Von Stepha Quitterer   Gerstenberg Verlag   ISBN 978-3-8369-6024-3

Rezension von Britta Kiersch

Rezension von Elena

An Minnas Schule wird ein Wettbewerb „Weltverbessern für Anfänger“ ausgeschrieben und der Preis für jene Klasse, die sich hierbei am meisten hervortut, ist eine Klassenreise nach Tallin. Da würde Minna schon sehr gern hin, aber ihr fehlt die zündende Idee zur Verbesserung der Welt. Dann kommt allerdings ihre Großmutter in ein Pflegeheim und als Minna erlebt, wie es in so einem Heim zugeht, weiß sie, dass hier erhöhter Verbesserungsbedarf besteht.

Mit ihrem besten Freund Basti beginnt sie ihr Altenheimprojekt und sie lassen sich auch von einem Hausdrachen namens Warwara - die Stationsleiterin - nicht entmutigen. Aber die echte Herausforderung sind nicht unbedingt die alten Leute in dem Heim oder die Warwara, sondern die Mitschüler, die sich anfangs ganz und gar nicht mit ins Boot holen lassen wollen, weil sie sich ja alle irgendwie nicht so richtig grün sind.

Nicht ohne Grund ist diese achte Klasse als schwierigste Klasse der Schule bekannt und selbst Minna und ihre Freunde haben große Zweifel, ob sie es schaffen werden, die ganze Klasse zur Zusammenarbeit zu bringen.

Stepha Quitterer glänzt in diesem Debütroman mit einem faszinierenden Humor und absolut überraschenden Wortschöpfungen. Sehr berührt hat mich so manche aus der Geschichte herausragende Betrachtung bestimmter Stimmungslagen oder Räume, so wie diese Passage, die in der Maske des Theaters spielt: Vielleicht fühl ich mich deshalb hier so geborgen, weil durch die vielen Spiegel alle miteinander verbunden sind und sich trotzdem den Rücken zuwenden. Wer dir den Rücken zuwenden kann, vertraut dir. Und wer dir den Rücken zuwendet und dich trotzdem ansieht beim Sprechen – ich weiß nicht, das muss irgendwie die Steigerung oder ein menschlich gewordenes Zuhause sein.

Generationenübergreifendes Miteinander, die Verantwortung der Jüngeren für das Wohlergehen der Alten und das Geben und Nehmen in Beziehungen sind die Themen des Buches, das auch durch das besonders gelungene und schön auffällige Cover überzeugt.

Britta Kiersch

 

REZENSION von Elena

In Minnas Schule findet ein Wettbewerb zum Thema Weltverbessern statt. Es geht dabei darum, einen Bereich nachhaltig zu verbessern, der nicht nur einen selber, sondern auch einem möglichst großen Kreis anderer hilft. Der Preis für die engagierteste Klasse ist eine Klassenfahrt nach Tallinn. Minnas Mitschüler sind sofort Feuer und Flamme und haben einige Ideen.

Die einen wollen sich jeden Morgen ans Schultor stellen und die Leute mit einem Kompliment begrüßen, andere wollen der griesgrämigen Lateinlehrerin jeden Morgen einen Kaffee bringen, um sie ein wenig positiver zu stimmen und wieder andere möchten das Klassenzimmer umgestalten, um das Klassenklima zu verbessern. Minna allerdings findet, dass das alles nicht wirklich die Welt verbessert.

Nach ihrem Besuch bei ihrer Oma im Altenheim und den Schock darüber, wie gestresst die Schwestern dort sind und wie wenig Zeit sie für die Bewohner haben, kommt ihr die Idee: Sie möchte im örtlichen Altenheim die Bewohner besuchen und sie ein wenig unterhalten. Gedacht, getan. Und so schnappt sich Minna ihren besten Freund Basti, der von dieser Idee noch überhaupt nicht begeistert ist und gemeinsam gehen sie ohne einen genauen Plan in das Altenheim. Nach ihrem ersten Besuch bei zwei Bewohnern und einer unangenehmen Begegnung mit Schwester Warwara beschließen die beiden Freunde, dass das das perfekte Weltverbesserungs-Projekt ist. Sie versuchen, auch den Rest der Klasse zu begeistern, denn in einem sind sie sich einig: Die Umstände in dem Altenheim und der triste Alltag der Bewohner muss sich ändern. Und das schaffen sie nur gemeinsam, als Klasse.

Stepha Quitterer macht in ihrem Buch „Weltverbessern für Anfänger“ auf eine geschickte und schöne Weise auf den Personalmangel in der Pflege aufmerksam. Die Geschichte von Minna, ihrer Oma und all den Bewohnern im Altenheim berührt einen. Sie zeigt auf, wie man mit kleinen Dingen Menschen helfen kann und was man als Gruppe alles zusammen erreichen kann. Man fängt an, darüber nachzudenken, was man selber tun könnte, um unsere kleine Welt ein Stückchen besser zu machen. Das Einzige, was ich störend fand, war das benutzte Denglish in dem Buch, aber das ist eben Geschmackssache.

Ich würde das Buch ab 10 oder 12 Jahren empfehlen.

Elena, 17 Jahre

Weltverbessern für Anfänger. Von Stepha Quitterer

 

Erstellt: 07.03.2020 - 10:52  |  Geändert: 05.05.2021 - 08:12