Minima Animalia. Ein Stundenbuch der Natur. Von Andreas Weber

In einhundert poetischen Miniaturen, erlebt auf Streifzügen durch die Natur zwischen Ligurien und Berlin und aufgezeichnet über den Lauf eines Jahres, erforscht Andreas Weber mit dem Blick des Forschers und Poeten das Wunder des Lebendigen. Gegliedert in Kapitel, die den natürlichen Wachstumsperioden von Aussaat über Blüte und Fruchtwachstum bis hin zu Reife und Auflösung folgen, macht der Philosoph und Biologe die Komplexität und Belebtheit der natürlichen Welt sinnlich erfahrbar. Seine Prosastücke sind funkelnde Kleinode, geschliffene Bachkiesel, Splitter poetischer Findlinge, die zusammen ein Mosaik der belebten Welt ergeben – jede Zeile atmet Ehrfurcht vor dem Lebendigen, und trägt zugleich Trauer um dessen tagtägliche Zerstörung durch die moderne Zivilisation westlicher Prägung.

ISBN 978-3-927369-68-9     22,80 €  Portofrei     Bestellen

Mit tänzerischer Leichtigkeit, gedanklicher Schärfe und poetischem Genius lässt Weber unser Eingebundensein in eine Welt, in der alles zu Gefühl, Ausdruck und Würde begabt ist, sinnlich erfahrbar werden. »Minima Animalia« ist ein Stundenbuch im besten Sinn: Es gibt der Natur den Nimbus des Erhabenen zurück, lehrt Demut vor ihrem Wunder und verortet uns darin: Wir sind eingeborener Teil der Allmende der Welt.

»Die Idee der Allmende hat einen biologischen Kern: Wenn ich nach draußen sehe, sehe ich dort nichts als Commons, die Allmende auch meines Herzens. Was wir an der Natur für heilig gehalten haben, ist genau diese Zugehörigkeit.«

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Inhaltsverzeichnis

Presse:

Ein Biologe, der zum Dichter wird, ein Philosoph, der auf sinnliche Erfahrung setzt: Andreas Weber hat ein persönliches Journal und zugleich ein engagiertes Traktat geschrieben. [...] In den »Minima Animalia« kann der Leser wieder entdecken, wie tief er mit den Wurzeln des Lebens verbunden ist. (Frank Kaspar in WDR 3, »Passagen«, 17.05.2013)

Die fatale Spaltung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Ich und Welt, Mensch und Natur ist ja schon oft als ein Grundübel der Moderne beschrieben worden. Selten aber hat sie jemand so hartnäckig und doch poetisch umkreist wie Andreas Weber in diesem kleinen, aber tiefschürfenden Buch. (Martin Rasper in Natur 04/2013)

Für sein neues Buch hat [Andreas Weber] auf Streifzügen von Ligurien bis Berlin die Natur genau beobachtet und ihre Poesie, Vielfältigkeit und Sinnlichkeit in einhundert literarischen Szenen feinfühlig und detailliert beschrieben. (Greenpeace Magazin 2/2013)

Andreas Webers »Minima Animalia« ist ein zarter, instinktsicherer und zugleich begründeter Appell an ein fühlendes »in Beziehung gehen« […] Er stellt sich, sein ganzes menschlich-männliches poetisch-wissendes Sein in Bezug zu […] Blickwechseln mit Phänomenen und ihren poetischen Magnetismen, kleinen Ereignisketten und Wahrnehmungen, die in sich entfernende und wieder näher kommende Resonanzwellen münden. (Marietta Schürholz in Wir – Menschen im Wandel 08/2013)

Andreas Weber schreibt eine Naturgeschichte aus der ersten Person: eine Lehre vom Leben, aus der sich der Beobachter als lebendiges Wesen nicht heraushalten kann. (Frank Kaspar in Die Welt, 11.01.2013 )

Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die denken und schreiben wie Dichter. Letztere schreiben meist über das, was sie fühlen, erstere über das, was sie sehen. Wenn beides zusammenkommt und sich mit Gesellschaftskritik verbindet, entsteht, was wir derzeit dringend brauchen: »Kleine Beiträge zur Lebendigkeit«. Andreas Webers Buch »Minima Animalia. Ein Stundenbuch der Natur« entwickelt in 99 poetischen Prosaskizzen, was diese Lebendigkeit ist: Freude an schöpferischer Neuheit, Wertschätzung der Schönheit, Sich-Erkennen im Anderen. Dem Aufbau eines Dramas folgend, spürt der Philosoph und Biologe Weber dem Verlauf eines natürlichen Jahrs nach, indem er seinen Begegnungen mit Schneeglöckchen, Rotkehlchen, Flechten und Blättern in einer »Poesie der Teilhabe« Ausdruck verleiht. Bereits im Vorspiel des Stücks holt der Autor den ausgeworfenen Anker des Denkens zurück in den Körper der Leserin: die kleinste biologische Einheit, die Zelle, hat nur ein Ziel: mehr von sich selbst zu erschaffen. Diesen Lebensdrang versucht Weber in seinen Naturbeschreibungen und -begegnungen zu fassen, indem er den Bewegungen der Schönheit des Lebendigen Aufmerksamkeit schenkt. Doch seine Prosa ist kein romantisches Schwelgen, sie entführt nicht. Stattdessen führt sie mitten hinein in die wahre Natur der Natur, die reine Lebendigkeit ist. Freude beim Anblick der Vögel, Staunen über die Vielfalt der Farben und Formen, Glück in der Tiefe der Augen der Tiere – wir brauchen das, um uns selbst in unserer Unendlichkeit zu erkennen. Schließlich ist es gerade der Irrglaube, wir wären endlich, der uns in die Angst vor dem Tod treibt – und damit in eine Gefräßigkeit, die uns alle sogenannten Ressourcen aufzehren lässt. Dies ist nur einer der Denkfehler unserer Zivilisation, die Weber hier enthüllt. Er unterzieht lebensfeindliche Wissenschafts- und Kulturpositionen einer Kritik, aus der seine Trauer über den Verlust von Schönheit spricht. Sein Stück endet in der Katastrophe, die gleichzeitig Auflösung ist: Das Versprechen des Lebens, dass nach jedem Sterben ein neues Wachstum beginnt. Webers Ausweg ist, der Poesie eine eigene Realitätsmacht zuzugestehen: erst, wenn wir alles Leben als gestaltgewordenes Gefühl begreifen, werden Klimagipfel zu Resultaten führen. Man wird dieses Buch öfter in die Hand nehmen wollen. Um Zeit zu verlangsamen, um eigene und kollektive Denkpositionen zu überprüfen, um zu entscheiden, was wahr ist. Das Gelesene hinterlässt ein Gefühl von Ganzheit und Ordnung, ein Stück mehr Verstehen und – Aufatmen: Eigentlich ist es ja doch ganz einfach! (Juliane Rudloff in Oya 17/2012)

Andreas Weber auf Wikipedia

 

Erstellt: 11.11.2019 - 08:12  |  Geändert: 11.11.2019 - 08:13

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