Dienstag 12.06.2018, 20:Uhr Wirtschaft ohne Wachstum. Warum das nötig ist und wie es funktionieren kann.

WIRTSCHAFT OHNE WACHSTUM!

Warum das nötig ist und wie es funktionieren kann. 

Vortrag von Marius Rommel, Nachhaltigkeitsökonom an der Univ. Oldenburg
Vorstellen der Idee eines „Zukunftshauses“ durch Matthias Pieper

Ort: Buchladen Neuer Weg Sanderstr.23/25, 97070 Würzburg Tel. 0931 / 355910
Termin: Dienstag, 12. Juni 2018, 20 Uhr
Eintritt frei
Veranstalter: Matthias Pieper, Riemenschneiderstr. 3, 97072 Würzburg

Immer mehr Menschen sind sich bewusst, dass der Lebensstil der sog. „entwickelten Welt“ nicht haltbar ist, da er zum Einen viel Armut und Ausbeutung und zum Anderen ökologische Katastrophen verursacht. Ein bisschen Ökostrom, fairer Kaffee in der Kantine und sparsamere Maschinen ändern nichts an der Tatsache, dass die ökologischen Grenzen immer weiter überschritten werden.

Statt also nur an den Symptomen herumzudoktern, muss die Ursache in den Blick genommen werden: Unser Wirtschaftsmodell als Grundlage der Gesellschaft. Der Kapitalismus braucht Wachstum, da Investoren Rendite brauchen und so muss mit gleicher Leistung immer mehr produziert werden. Dafür braucht es endlosen, schnelllebigen Konsum, der dank des mobilen Zeitalters unser ganzes Leben erobert hat. Wir „brauchen“ immer mehr, können immer mehr und haben immer weniger Zeit.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis stellen sich folgende Fragen: Was kann die oder der Einzelne tun, um im Alltag konkret etwas anders zu machen? Anders zu konsumieren und wieder mehr Zeit zur freien Gestaltung zu haben? Und was können Unternehmen dazu beisteuern, andere Lebensmodelle zu ermöglichen? Der Vortrag von Marius Rommel und die anschließende Diskussion der Idee eines „Zukunftshauses“ sollen hier konkrete Alternativen aufzeigen, wie ein zukunftsfähiges Leben möglich ist.

Zu den Personen:

Marius Rommel (M.A.) ist Nachhaltigkeitsökonom und erforscht die Gelingensbedingungen von Postwachstumsformen an der Universität Oldenburg. Als Referent des Netzwerk Wachstumswende und der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) hält er Vorträge in den Themenfeldern Postwachstumsökonomie, Solidarunternehmen und Zukunftsfähige Regionalentwicklung. Darüber hinaus ist er Mitorganisator der von Niko Paech und Werner Onken angestoßenen Veranstaltungsreihe zur Postwachstumsökonomie. Matthias Pieper arbeitet als Einkäufer im Würzburger Weltladen und hat 2010 die Importfirma „mariposa fair trade“ gegründet, welche Strickwaren aus Peru ver - treibt. 2013 gründete er den FAIR-BAND (Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V.) mit und ist dort seit drei Jahren erster Vorsitzender. Angestoßen durch Vorträge Niko Paechs entwickelte er erste Grundideen eines neu - en Ladenkonzeptes mit den Säulen Kaufen, Leihen, Tauschen, welches die Ansätze des Fairen Handels und der Postwachstumsökonomie zusammen denken will

 

Pressetext: Für eine neue Lebensqualität

„Unser heutiger Konsum- und Lebensstil besteht zu großen Teilen aus Kaufen und Wegwerfen“, sagt Matthias Pieper, Vorsitzender des Bundesverbandes für fairen Import und Vertrieb. Um dies zu ändern und Alternativen aufzuzeigen, organisiert Pieper einen öffentlichen Diskussionsabend zum Thema „Wirtschaft ohne Wachstum! Warum das nötig ist und wie es funktionieren kann“ am 12.06. um 20:00 im Buchladen Neuer Weg. Dieser schnelllebige Konsum lässt sich laut Pieper in vielen Bereichen beobachten: vom Kleiderverbrauch bis zum Reisen gilt häufig ein „Immer-Schneller-Immer-Mehr“. Doch eine zunehmende Zahl von Menschen kritisiert diesen Lebensstil. Das beobachtet auch Marius Rommel, Nachhaltigkeitsökonom an der Universität Oldenburg und geladener Referent für die Veranstaltung am 12.06. Rommel hört immer wieder zwei Fragen, wenn es um den Sinn und die Zukunftsfähigkeit unserer Art zu Leben geht: Macht es uns eigentlich glücklicher immer mehr kaufen und erleben zu können oder wird unsere Konsumorientierung nicht zunehmend zu einer Belastungsprobe? Und: Ist es mit einem endlichen Planeten überhaupt vereinbar immer mehr Rohstoffe zu entnehmen mit allen damit verbundenen Klimaproblemen?

Die Veranstaltung im Neuen Weg soll sensibilisieren, wohin unser Konsumverhalten uns führt und was wir vor dem Hintergrund planetarer Belastungsgrenzen eigentlich ändern müssten. Dabei, so Pieper, „soll der Fokus auf einer neuen Lebensqualität liegen, die wir für uns und unsere Umwelt erreichen können“. Rommel, dessen Forschungsgebiet auf regionalen und dezentralen Wirtschaftsmodellen liegt, wird sowohl die Notwendigkeit einer großen Veränderung darlegen als auch Alternativen anhand anschaulicher Beispiele aus der Praxis aufzeigen. Im zweiten Teil stellt Matthias Pieper dann ein selbst entwickeltes Konzept für ein „Zukunftshaus“ vor, das neben dem Kaufen auf den Säulen Tauschen und Leihen aufbaut und die Ansätze aus dem Fairen Handel mit denen der Postwachstumsökonomie verbinden will. Die Veranstaltung soll Impulsgeber für die Verwirklichung der Vision des „Zukunftshauses“ sein und u.a. Menschen zusammenbringen, welche an einer Umsetzung dieser mitwirken möchten.

Der Diskussionsabend, der u.a. in Kooperation mit der Würzburger Umweltstiftung, dem Weltladen und der lokalen Agenda 21 stattfindet, ist offen für alle Interessierten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Finanzierung der Veranstaltung wird gebeten.

 

Erstellt: 20.05.2018 - 20:03  |  Geändert: 13.06.2018 - 11:21