Flucht vom Galgenberg von Septime Gorceix Hrsg. Roland Flade

Der abenteuerliche Weg eines französischen Soldaten von Verdun in ein Würzburger Gefangenenlager und ins freie Rumänien. Eine Episode europäischer Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg.
Der französische Lehramtsstudent Septime Gorceix, ein begeisterter Historiker mit einem Faible für altägyptische Beerdigungsrituale, findet sich im Ersten Weltkrieg unversehens an der Front im Trommelfeuer der deutschen Artillerie wieder, das ihn fast unter sich begräbt. Bei einem Sturmangriff in der Nähe von Verdun hat er schon ein Bajonett am Hals, als ihm ein deutscher Unteroffizier im letzten Moment das Leben rettet.

ISBN 978-3-8260-6126-4     19,80 €  Portofrei     Bestellen

Auf den Horror an der Front folgt die lähmende Eintönigkeit des Lebens im Kriegsgefangenenlager auf dem Würzburger Galgenberg. Von 1915 bis 1917 blickt er durch Stacheldraht auf die Festung Marienberg und die Weinberge und kämpft mit Heimweh, Hunger und zermürbender Langeweile. Er schreibt dagegen an, in persönlichen Notizen, die die Grundlage dieses Buches geworden sind, und in der Lagerzeitschrift „L’Intermède“.
Bei Ernteeinsätzen lernt er in Kirchheim bei Würzburg und in der Gemeinde Berg in der Hallertau das bayerische Landleben kennen, wovon er eine berückende Schilderung hinterlässt.
Aber auf die Dauer ist das Gefangenendasein nichts für den ebenso abenteuerlustigen wie patriotisch gesinnten jungen Franzosen, und so fasst er den Plan zur Flucht. Zweimal misslingt sie ihm, als er zu Fuß in abenteuerlichen Wanderungen schon fast die Grenze der neutralen Schweiz erreicht hat, und so macht er auch noch die Erfahrungen des alten Würzburger Gefängnisses in der Ottostraße, eines Straflagers in Landsberg am Lech und eines österreichischen Lagers in Deutsch-Gabel.
Dort fasst er einen aberwitzigen Entschluss: Wenn schon die Schweiz nicht zu Fuß zu erreichen ist, vielleicht sollte man die Flucht einmal mit der Eisenbahn durch Österreich-Ungarn versuchen? Er begibt sich auf eine faszinierende Reise quer durch Mitteleuropa am Vorabend des Zusammenbruchs.
Zwanzig Jahre später zieht es ihn zurück an die Orte der Abenteuer seiner Jugend. Doch er stellt fest: Das Würzburg, das er 1935 wieder besucht, ist auf erschreckende Weise anders geworden.

 

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Erstellt: 05.11.2016 - 18:22  |  Geändert: 09.07.2017 - 10:01