Eric Berg: Kalt. Rezensionen von Maura und Johanna

Rezensionen
Eric Berg: Kalt     bloomoon     ISBN: 978-3-8458-1231-1     12,99€

Rezension von Maura
Irgendwie war niemand so wirklich dafür, jedenfalls jetzt. Jetzt da klar ist, was für Folgen die Fahrt mit sich gebracht hat. Die Klasse eines Internats hat sich entschlossen, ihre Klassenfahrt nach Finnland in die Einsamkeit zu machen. Hoch oben im Norden, wo keine Menschenseele ist, wollen sie im Moor die außergewöhnliche Natur erforschen. Doch auf einmal geschehen merkwürdige Dinge im Camp: Ein Lehrer verschwindet, ein Jeep wird gestohlen und die andere Lehrerin, die sich auf die Fahrt zur Polizeistation ins nächste Dorf gemacht hat, kehrt nicht mehr zurück. Als es dann mitten im Mai auch noch zu schneien beginnt und eine Schülerin tot aufgefunden wird, ist schnell klar: Der Mörder muss unter der Gruppe sein!

Eine echt spannende Geschichte. Die Ereignisse werden zu Beginn jedes Kapitels jeweils aus einer anderen Perspektive geschildert. Dann erzählt Franzi, eine Schülerin, die am Ende eine entscheidende Rolle zum Aufdecken der Morde spielt, weiter. Der Biokurs spiegelt eine typische Klasse wieder. Vom Klassenclown, der "coolen" Clique bis hin zur "Streberin" ist alles vertreten. Und alle Charaktere entwickeln sich in der Zeit in Finnland. Den Anstoß dazu gibt Noah, der dortige Leiter des Projekts. Er schafft es, dass die einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren und die Schüchternen sich auch mal etwas trauen, indem er ihnen das Selbstbewusstsein schenkt, das sie so dringend brauchen. Es ist faszinierend wie Eric Berg es schafft, die Klassenfahrt als etwas Schreckliches und gleichzeitig als eine lehrreiche Fahrt darzustellen, die niemand vergessen wird.

Maura, 15

 

Rezension von Johanna
Einen Thriller wie „Kalt“ von Eric Berg habe ich noch niemals davor gelesen. In der Geschichte geht es um eine Internatsklasse aus 8 Schülern die sich in Bio bei einem Projekt, für Moore in Finnland entscheidet, bei dem sie Dämme errichten sollen, damit das Wasser so aufgestaut wird, dass das bewaldete Moor wieder bewässert werden kann. Alle 8 Schüler sind entweder etwas komisch, ganz neben der Spur oder haben mit irgendeinem Problem zu kämpfen von schwul bis extrem schüchtern. Am Anfang sieht alles nach ein bisschen Plackerei und viel Matsch aus, aber als nacheinander beide Lehrer verschwinden und die 8 Schüler mit ihrem sympathischen, 5 Jahre älteren Betreuer Nooa alleine von der Außenwelt abgetrennt im Moor „feststecken“, fängt die Lage langsam an sich zuzuspitzen. Als wäre das nicht schon genug, werden sie von einem plötzlichen Wintereinbruch überrascht (es ist Mitte Mai).Der Jeep und der Kleinbus, mit dem sie hergekommen sind, sind beide nicht mehr zu gebrauchen, da jemand Kabel im Motor durchgeschnitten hat. Jetzt sind die 9 ganz alleine im Moor mit dem gruseligen Ranger, der wie ein riesiger Troll mit seiner Dogge und seinem Gewehr zweimal plötzlich bei ihren Hütten auftaucht. Dann kommt auch plötzlich eine der Schülerinnen nicht mehr von einem nächtlichen Spaziergang zurück, sodass der Betreuer Nooa beschließt, mit Skiern in Richtung nächstgelegene Stadt aufzubrechen und von dort Hilfe zu holen. Während Nooa weg ist, stiftet der Freund der verschwundenen Schülerin die anderen dazu an, bei dem Ranger vorbeizuschauen und ihm „Isabel wieder abzuluchsen“, wie er meint. 5 von ihnen ziehen zum Ranger los um Isabel „zu befreien“, während die anderen drei im Lager bleiben und Nooa durch den Schneesturm irrt.

Eric Berg zeigt die verworrenen Vorgeschichten der 8 Jugendlichen indem er in frühere Freunde, Bekannte oder Geschwister schlüpft und sie von den Schülern erzählen lässt. Damit erklärt er ihre jeweiligen Meisen. Die Schüler erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht, sodass man durch diese ganz vielfältigen Informationen ein immer klareres Bild der einzelnen Personen bekommt.
Manchmal macht Eric Berg kleine Zeitsprünge und zieht dadurch ein paar Ergebnisse weiter vor, was die Situation aber nur noch spannender macht. Erst ganz am Schluss erfährt der Leser dann wer der Mörder ist, aber auch nur durch die Schlussfolgerungen einer einzigen Person. Die anderen wollen dieser nicht glauben und da es keine Beweise gib,t kann die Polizei auch niemanden festnehmen.

Das was das Buch so besonders macht sind die letzten drei Seiten. Die letzten drei Seiten sind ein Tagebucheintrag des Mörders, in dem er noch einmal darlegt, wen er warum umgebracht hat und was er jetzt als nächstes unternehmen will. Das alles wird aber in einem so lockeren Ton erzählt und mit einem fanatischen Spaß, dass man erst nach dem ganzen ersten Absatz checkt, das es um Morde geht. In diesem Tagebucheintrag merkt man wie psychisch krank der Mörder war und er rüttelt einen noch einmal richtig auf. Ich würde das Buch ab 14 empfehlen, da es wirklich sehr blutig und hart ist.

Johanna, 12

Kalt. Roman von Eric Berg

 

 

 

Erstellt: 08.10.2016 - 18:22  |  Geändert: 05.05.2021 - 07:05