Ute Krause: Im Labyrinth der Lügen. Rezension von Britta Kiersch

Im Labyrinth der Lügen. Von Ute KrauseRezension
Ute Krause: Im Labyrinth der Lügen    cbj    978-3-570-17292-6        14,99 €

Nach den Geschichten um Anton und den Dschinn Osman hat Ute Krause mit diesem Roman, der kurz vor dem Fall der Mauer spielt, mal wieder etwas für ältere Kinder geschrieben. Ab 10 Jahren empfiehlt der Verlag diese Geschichte über Paul, der bei seiner Oma in Ostberlin lebt.

Auch sein Onkel Henri wohnt dort. Pauls Eltern waren nach einem misslungenen Fluchtversuch im Gefängnis, aus dem sie von der BRD freigekauft wurden und leben jetzt in Westdeutschland. Paul weiß nur sehr wenig über die Umstände, für ihn ist es einfach nur schlimm, dass sie ohne ihn in den Wesen gegangen sind, zumal er 2 Jahre in einem Kinderheim leben musste, bis seine Oma ihn zu sich holen konnte. Er versteht nicht, warum sie ihn zurück gelassen haben und leidet immer wieder unter dem Gefühl der Enttäuschung und des Verlassenseins.

Dann überschlagen sich die Ereignisse: Im Pergamonmuseum (wo Onkel Henri beim Wachdienst arbeitet) besucht Paul mit seiner Freundin Millie Onkel Henri und wundert sich über merkwürdige Geräusche, die Onkel Henri negiert. Paul macht sich Sorgen, weil er fürchtet, dass Henri in krumme Geschäfte verwickelt sein könnte. Er ahnt nicht, das Henri und seine Oma einen Weg suchen, um ihn aus der DDR hinauszuschmuggeln, damit er wieder bei seinen Eltern leben kann. Paul soll von ihren Plänen nichts erfahren, damit er sich nicht verplappern und alles vereiteln kann, denn die Stasi widmet der Familie natürlich erhöhte Aufmerksamkeit.

Spannende Verwicklungen, Enttäuschungen aber auch freudige Überraschungen geben dem Roman immer wieder die nötige Würze. Man erfährt einiges über das Leben in Ostdeutschland vor dem Mauerfall und die Gepflogenheiten der Stasi. Lebendig und einfach schildert Ute Krause die Lebenssituation ihres Protagonisten verpackt in eine nicht alltägliche Kriminalgeschichte, so dass Kinder sich ein realistisches Bild der Zeit Ende der 80er Jahre machen können.

Von Britta Kiersch

Im Labyrinth der Lügen. Von Ute Krause

 

Erstellt: 29.03.2016 - 13:03  |  Geändert: 29.03.2016 - 13:04

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