Håkon Øvreås / Øyvind Torseter: Super Bruno. Rezension von Britta Kiersch

Super-Bruno. Von Håkon Øvreås und Øyvind TorseterRezension
Håkon Øvreås / Øyvind Torseter: Super Bruno      Hanser       978-3-446-25084-0       12,90 €

Bruno und sein Freund Matze haben im Wald eine tolle Hütte gebaut und natürlich sind sie sehr wütend und traurig, als sie drei größere Jungs dabei überraschen, wie sie ihre Hütte demolieren. Bruno legt sich mit den Jungs an und kann sich gerade noch in Lauras Haus vor ihnen retten.

„Durchs Fenster sahen sie die Jungen auf der Straße. Sie hatten ihr Fahrräder geholt und fuhren vor dem Haus auf und ab. „Ich weiß nicht, ob ich überhaupt wieder hier rauskomme“, sagte Bruno. „Wir gehen in mein Zimmer, irgendwann wird es ihnen langweilig.“

So kommt es, dass Laura und Bruno Freunde werden.

Eigentlich wollten Bruno und Matze ihre Hütte streichen, aber jetzt ist die Hütte kaputt und Bruno so sauer, dass er einen anderen Verwendungszweck für die braune Farbe ersinnt: Er verkleidet sich als eine Art Superman, zieht heimlich in der Nacht los und streicht das Fahrrad eines der Jungen an. So wird aus Bruno „Brauno“ der Superheld, der Rächer. Natürlich bleibt das nicht ohne Folgen und die Geschichte schaukelt sich hoch. Bruno weiht Matze und Laura in seine Geheimaktion ein und es kommt zu weiteren nächtlichen Aktivitäten, denn auch Laura und Matze spüren Superkräfte und bringen sie auf sehr fantasievolle Weise zum Einsatz.

Die Kinder ergreifen die Initiative, wollen sich nicht ungestraft von den großen Jungs alles kaputt machen und sich ärgern lassen und versuchen auf eigene Faust, etwas zu unternehmen. Das ist das eine Thema dieses handlichen (weil kleinformatig) Büchleins, dessen Illustrationen recht avantgardistisch daher kommen. Darüber hinaus geht es auch um das Thema Tod, denn gleich zu Beginn erfahren wir, das Brunos Großvater gestorben ist. Bruno tut sich recht schwer, das als Tatsache zu akzeptieren. Er schiebt das erst einmal von sich und der Großvater, den Bruno sehr gern hatte, erscheint ihm manchmal bei seinen Streifzügen. Sie unterhalten sich sogar und Bruno ist froh, dass der Großvater ihm noch beisteht.

Ein beeindruckender Text, der den handelnden Personen sehr viel Spielraum lässt und dem Leser ebenso. Nichts wird beurteilt oder bewertet, so war mein Eindruck. Und obwohl die Situation in der Bruno sich befindet, wahrlich nicht einfach ist, steckt viel Humor in der Geschichte. Außerdem tut es gut von Kindern zu lesen, die nicht edel sind, sondern einfach sauer auf die gemeinen Typen, die ihre Hütte kaputt gemacht haben und das nicht klaglos hinnehmen wollen – aber auch nicht als erstes zu den Eltern rennen und ihr Problem in deren Hände legen. Ob man das richtig findet, was sie tun, kann sich ja jeder selbst überlegen.

Von Britta Kiersch

Super-Bruno. Von Håkon Øvreås und Øyvind Torseter

 

 

Erstellt: 29.03.2016 - 10:04  |  Geändert: 29.03.2016 - 10:04

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