Der Fall Anneliese Michel. Von Petra Ney-Hellmuth

 Der Fall Anneliese Michel. Von Petra Ney-HellmuthDer Exorzismus von Klingenberg ist auch heute, mehr als 30 Jahre nach dem Tod der Studentin Anneliese Michel, in der Öffentlichkeit erstaunlich präsent. Es entstanden Kinofilme, die sich erklärtermaßen an den damaligen Ereignissen orientieren, Beauftragungen von Exorzisten machen Schlagzeilen, wobei immer wieder in diesen Zusammenhängen der Fall Anneliese Michel erwähnt wird.

ISBN 978-3-8260-5230-9      29,80 €  Portofrei        Bestellen

Im vorliegenden Buch wurden jetzt die damaligen Geschehnisse im Rahmen einer geschichtswissenschaftlichen Dissertation anhand zum Teil neuer Quellen untersucht. Neben der Schilderung der Ereignisse vom Exorzismusbeginn (1975) bis zum Prozess am Landgericht Aschaffenburg (1978), der Reaktionen von Kirche und Justiz sowie einer Analyse von Schlagzeilen, Kommentaren und abgebildeter Lesermeinungen regionaler und überregionaler Presseorgane erfolgt eine Einordnung in zeit- und kirchengeschichtliche Zusammenhänge. Die Erschütterungen innerhalb der katholischen Kirche durch Umsetzung von Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und demokratische Tendenzen, die sich an der Aufbruchstimung der 68er orientierten, bildeten zudem den Rahmen für eine Instrumentalisierung der Botschaften der Anneliese Michel und deren Vertrieb in konservativ-traditionalistisch katholischen Kreisen.

Mehr Infos...

Exorzismus-Fall aufgearbeitet. Die Historikerin Petra Ney-Hellmuth von der Universität Würzburg hat ihre Dissertation zum Exorzismus von Klingenberg vorgestellt. Ein Fazit daraus: Die Berichterstattung der Presse über den Fall fiel nicht so vorverurteilend aus, wie es in Kirchenkreisen befürchtet wurde. Pressestelle Ordinariat Würzburg, POW → Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Würzburg vom 02.09.2014

Reaktionen zum Exorzismus. Petra Ney-Hellmuth erforschte bislang unbearbeitete Quellen. Interview mit Petra Ney-Hellmuth. Von Christine Jeske → Mainpost vom 02.05.2014