FULL PRESSER: “Naza” Filmmakers Reveal Testimony From 24 Israeli Officers at Venice Festival | AA1B
auf YouTube (10.09.2026) 30:25
Die Filmemacher hinter „Naza“ sprechen auf einer Pressekonferenz bei den Filmfestspielen von Venedig über ihre Recherchen zur Zahl der zivilen Todesopfer im Gazastreifen. Der Dokumentarfilm enthält anonymisierte Aussagen von 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern und Soldaten, deren Erscheinungsbild und Stimmen zu ihrem Schutz digital verändert wurden. Die Macher thematisieren Fragen der Rechenschaftspflicht, das Schweigen der Medien, künstliche Intelligenz und die Herausforderungen bei der Dokumentation mutmaßlicher Staatsverbrechen.
An den Filmfestspielen von Venedig findet eine Pressekonferenz zu „Naza“ statt, einem Dokumentarfilm, der sich mit der Zahl der zivilen Todesopfer im Gazastreifen befasst. Die Filmemacher sprechen über die menschlichen Folgen des Konflikts und die Herausforderungen bei der Dokumentation des Leidens der Zivilbevölkerung. Die Vorführung rückt den Gaza-Krieg bei einem der einflussreichsten internationalen Filmfestivals der Welt in den Fokus.
Analyse des Podiums [notebookLM]
1. Zielsetzung des Films & Insider-Perspektiven auf militärische KI-Systeme
- Sprecher: Rachel Szor & Yuval Abraham (Co-Regisseure / Filmemacher)
- Zeitstempel: [0:00]
- Insidersicht auf Überwachungssysteme: Rachel Szor erläutert, dass trotz der Berichterstattung von palästinensischen Journalisten vor Ort ein besonderer Wert darin liegt, die Entwickler und Bediener dieser Systeme selbst vor der Kamera sprechen zu lassen. Zudem wird das gesellschaftliche Umfeld in Tel Aviv beleuchtet, von wo aus viele dieser Offiziere agieren.
- Systemische Verbrechen aufdecken [1:02]: Yuval Abraham betont, dass der Film auf Basis von 24 Interviews mit israelischen Geheimdienstoffizieren ein systematisches Tötungssystem untersucht, das auf Massenüberwachung basiert. Das Team sah es als israelische Filmemacher in ihrer Verantwortung, diese Insider-Einblicke offenzulegen.
2. Digital verfremdete Zeugenaussagen & Authentizität
- Sprecher: Marco Consoli (Journalist, Italien) & Paul (Produktionsteam / Journalist)
- Zeitstempel: [2:22]
- Frage zur KI-Verfremdung: Marco Consoli thematisiert den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Verfremdung von Stimmen und Gesichtern der Zeugen und hinterfragt die Auswirkungen auf den Wahrheitsbegriff im Dokumentarfilm.
- Reale Personen & Quellenschutz [3:20]: Paul stellt klar, dass alle Zeugen reale israelische Soldaten und Offiziere sind. Die Anonymisierung war eine zwingende Voraussetzung für ihre Aussagebereitschaft, um sie vor Gefahren zu schützen.
3. Veröffentlichungszeitpunkt beim Filmfestival Venedig
- Sprecher: Carlos Cra (Journalist, Spanien) & Paul
- Zeitstempel: [4:12]
- Frage zur späten Ankündigung: Carlos Cra erkundigt sich, warum der Film erst einen Monat nach dem offiziellen Festival-Line-up angekündigt und am Ende des Festivals gezeigt wurde.
- Abschluss des Anonymisierungsprozesses [4:58]: Paul erklärt, dass die späte Ankündigung auf Wunsch des Teams erfolgte, um die aufwendigen technischen Verfahren zur Anonymisierung der Zeugen bis zur Fertigstellung geheim zu halten.
4. Historische Bezüge zur Shoah & Reflexion der Täterschaft
- Sprecher: John Bale (Journalist, The New World) & Yuval Abraham
- Zeitstempel: [5:55]
- Shoah-Gedenken & Täterpsychologie: John Bale verweist auf eine Filmszene, in der ein Offizier von einer Polen-Reise berichtet und hinterfragt, worin der moralische Unterschied liegt, wenn man die Verbrechen der Nationalsozialisten verurteilt, sich aber gleichzeitig an Massentötungen beteiligt.
- Universelle Lehren aus der Geschichte [6:41]: Yuval Abraham nimmt Bezug auf Primo Levi und betont, dass das Holocaust-Gedenken und Vorwürfe des Antisemitismus nicht dazu missbraucht werden dürfen, Verbrechen an Zivilisten in Gaza zu rechtfertigen. Das historische Gedenken müsse universelle menschliche Werte einfordern.
5. Das Schweigen der Öffentlichkeit & Verantwortung der Medien
- Sprecher: Maria Kinotico (Journalistin, Spanien), Yuval Abraham & Rachel Szor
- Zeitstempel: [8:16]
- Kritik am Schweigen in der Filmbranche: Maria Kinotico thematisiert die Angst vieler Kulturschaffender in Hollywood und Europa, bei Kritik an der israelischen Regierung als antisemitisch bezeichnet zu werden.
- Durchbrechen des Schweigens [9:08]: Yuval Abraham führt aus, dass Schweigen einer Mitschuld gleichkommt. Der Film soll das Leugnen der Verbrechen erschweren und Druck auf Regierungen ausüben, die Angriffe auf Gaza zu stoppen.
6. Rechercheprozess & Umgang mit Antisemitismus-Vorwürfen
- Sprecher: Journalist, Paul, Ben Dalton (Screen International) & Jim (Executive Producer)
- Zeitstempel: [11:06]
- Zugang zu Informanten [11:26]: Paul schildert die dreijährige Recherchearbeit. Da große Teile der israelischen Medien die zivilen Opfer ignorierten oder den Krieg rechtfertigten, entstand ein Raum für investigativen Journalismus.
- Hollywood-Unterstützer & Mark Ruffalo [12:50]: Ben Dalton fragt nach namhaften Unterstützern und verweist auf Vorwürfe gegen Schauspieler wie Mark Ruffalo.
- Zurückweisung von Vorwürfen [13:26]: Jim (Executive Producer) stellt klar, dass Vorwürfe des Antisemitismus gezielt eingesetzt werden, um Kritiker zu diffamieren. Jüdische Identität dürfe nicht mit den Handlungen der israelischen Regierung gleichgesetzt werden.
7. Motivationen der Offiziere & Opfersentrierte Perspektive
- Sprecher: Journalistin & Yuval Abraham
- Zeitstempel: [15:31]
- Haltung der Zeugen: Auf die Frage nach der Reue der befragten Soldaten erklärt Yuval Abraham [16:07], dass die Bandbreite von Reue über Gleichgültigkeit bis hin zu beruflichem Stolz reichte. Der Fokus des Films liege jedoch nicht auf der Psychologie der Täter, sondern auf den Schicksalen der Opfer.
8. Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht & Ästhetische Entscheidungen
- Sprecher: Journalistin, Yuval Abraham, Moderator & Rachel Szor
- Zeitstempel: [17:44]
- Voraussetzungen für Heilung [18:19]: Yuval Abraham fordert strafrechtliche Rechenschaftspflicht und die Anerkennung der Verbrechen als einzige Möglichkeit für eine zukünftige Perspektive.
- Stilistische Kontraste [19:51]: Rachel Szor erklärt die Entscheidung für Nachtaufnahmen auf Tel Aviver Dachterrassen. Dies verdeutliche den ungestörten Alltag der israelischen Elite direkt neben dem KI-gestützten Überwachungssystem.
9. Die Macht des Kinos & Rolle ausländischer Korrespondenten
- Sprecher: Paul (Griechenland), Lindsay (The Guardian), Hood Interfilm Germany, Paul, Yuval Abraham & Daniel
- Zeitstempel: [21:44]
- Wirkung des Kinos [22:39]: Lindsay betont die Synergie von investigativem Journalismus und Filmkunst zur Erzeugung gesellschaftlichen Bewusstseins.
- Zurückhaltung ausländischer Reporter [23:29]: Auf die Frage, warum ausländische Medien selten so tief recherchieren, verweisen Paul und Yuval [24:30] auf ihr Privileg als israelische Journalisten. Palästinensische Kollegen riskierten bei vergleichbaren Anfragen Verhaftung oder Ermordung.
- Hannah Arendts „Banalität des Bösen“ & KI [27:04]: Daniel hinterfragt Bezüge zu Claude Lanzmann und Hannah Arendts Konzept. Yuval Abraham [27:52] bestätigt, dass bei KI-gestützten Systemen Wohnhäuser in Gaza zu bloßen Zielobjekten degradiert wurden, was die Muster der Entmenschlichung zeige.
The filmmakers behind “Naza” discuss their investigation into Gaza’s civilian death toll during a Venice Film Festival press conference. The documentary features anonymised testimony from 24 Israeli intelligence officers and soldiers, with their appearances and voices digitally altered for protection. Its creators address accountability, media silence, artificial intelligence and the challenges of documenting alleged state crimes. For more details, watch our story and subscribe to our channel, DRM News.
A press conference is held at the Venice Film Festival for “Naza,” a documentary examining the civilian death toll in Gaza. The filmmakers discuss the human impact of the conflict and the challenges of documenting civilian suffering. The screening brings the Gaza war into focus at one of the world’s most influential international film festivals.