Eine exklusive Elite entscheidet alles im Land!
auf YouTube (11.08.2026) 1:20:38
Michael Hartmann erforscht seit 40 Jahren die Eliten weltweit. Der Professor für Soziologie hat bis 2014 an der TU Darmstadt gelehrt. Doch noch immer lässt ihn das Thema nicht los. Die Kernelite in Deutschland gibt er mit 1.000 Menschen an, die erweiterte Elite mit 4.000. Das sind die Menschen, die mit ihren Entscheidungen unser aller Leben bestimmen. Erstaunlicherweise nimmt die Homogenität der Elite zu statt ab. Warum erklärt Hartmann im Gespräch. Zuerst habe ich ihn gefragt, was er unter Elite versteht und ob der Begriff nicht umstritten ist sowie wie sich die Elite verändert hat in den vergangenen Jahrzehnten.
Hartmann war immer für eine Frauenquote und sagt auch, dass diese gewirkt hat. Allerdings hat die Frauenquote dafür gesorgt, dass akademisch gebildete Frauen aus dem Bürgertum Männer aus der Arbeiterschaft aus der Elite verdrängt haben. Und das bemängelt Hartmann: Die Breite der Gesellschaft ist nicht in der Elite abgebildet. Die Elite wird von Akademiker und Bürgerlichen dominiert. Deshalb ist er für die Quote für Arbeiterkinder.
Wir waren nicht immer einer Meinung, zum Beispiel bei Sophie von der Tann, aber ich fand das Gespräch hochspannend und erhellend. Auch Hartmann fremdelt mit den klassischen Medien und kann kaum noch Unterschiede bei RTL/NTV, ARD/ZDF sowie WELT erkennen. Laut Hartmann ist die Medienelite übrigens die zweitexklusivste.
Natürlich habe ich ihn auch gefragt, ob er wirklich lieber von Arbeiter und Bauern regiert werden will, da ich damit in der DDR ungute Erfahrungen gemacht habe. Und ich habe ihn gefragt, ob nicht auch andere Gruppen wie Schwerbehinderte, Ostdeutsche und Migranten von der Elite ausgeschlossen werden und woran das liegt.
Wer das Thema vertiefen möchte: Michael Hartmann hat das Buch "Die Abgehobenen - wie die Eliten die Demokratie gefährden" geschrieben.