Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler unter den Jubelrufen der anwesenden Wiener auf dem Heldenplatz den »Anschluß« Österreichs an Deutschland. 50 Jahre später versammeln sich in einer Wohnung in der Nähe des Heldenplatzes die Familie Schuster und deren engste Freunde. Der Anlaß: das Begräbnis von Professor Josef Schuster. Für diesen philosophischen Kopf, von den Nazis verjagt, in den fünfziger Jahren auf Bitten des Wiener Bürgermeisters aus Oxford auf seinen Lehrstuhl zurückgekehrt, gab es keinen anderen Ausweg als den Selbstmord. Denn die Situation im gegenwärtigen Österreich sei »noch viel schlimmer als vor fünfzig Jahren«.
06.08.2018
Große Reden: Thomas Bernhard - Heldenplatz 1988: Ein österreichischer Skandal
Quelle
auf YouTube (06.08.2018) 11:46
Medienpräsenz
Videokanal
ARTE.DE Geschichte - Das 20. Jahrhundert 27.07.2018
Große Reden: Thomas Bernhard - Heldenplatz 1988: Ein österreichischer Skandal
Herbst 1988. Fünfzig Jahre nach dem "Anschluss" Österreichs bittet Claus Peymann, damaliger Direktor des Wiener Burgtheaters, den berühmtesten Schriftstellers des Landes, Thomas Bernhard, aus Anlass des Jahrestages um ein Stück. In Heldenplatz erwachen die Geister der Nazi-Zeit und reichen bis in die Gegenwart. Ein Theaterstück, das provoziert, wachrüttelt und das Bewusstsein nachhaltig verändert.
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
11min 46s