Rudolphs Runder Tisch #3: Tino Eisbrenner & Yann Song King über widerständige Kultur
auf YouTube (02.08.2026) 1:40:14
Wie frei ist die Kunst in Deutschland noch?
Über das und manch anderes spricht Nico Rudolph in Folge #3 von Rudolphs Runder Tisch mit den Musikern Tino Eisbrenner und Yann Song King.
Tino Eisbrenner war Sänger der DDR-Band „Jessica“, ist heute Solokünstler (u.a. mit einem eigenen Brecht- und Heine-Programm) und engagiert sich schon seit längerem für Völkerverständigung. Yann Song King wurde in der Corona-Zeit bei den ersten Dresdner Protesten gegen die Corona-Politik zum Protestsänger und bringt mit seinen oft satirischen Liedtexten Menschen aus ganz unterschiedlichen Lagern zum Lachen und Nachdenken.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist das Ermittlungsverfahren gegen den sächsischen Kabarettisten Uwe Steimle: Nach einigen streitbaren Witzen mit herben Pointen bei einer Parteiveranstaltung ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Störung des öffentlichen Friedens. Beide Gäste der Folge haben daraufhin einen Solidaritätsaufruf für Steimle unterzeichnet. Interessant: Nur einen Tag später erschien Danger Dans Lied „Keine Angst“. Darin heißt es unter anderem, man solle keine Fingerabdrücke hinterlassen und die Arbeit der Polizei selbst erledigen. Für die Gäste stellt sich die Frage, ob hier mit zweierlei Maß gemessen wird – gegenüber Danger Dan ist keine Strafanzeige bekannt.
Außerdem geht es um Meinungsfreiheit und Lawfare, um den Fall „Lügenfritz“, in dem ein Bürger wegen eines Facebook-Kommentars über Friedrich Merz zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, um EU-Sanktionen gegen kritische Stimmen wie Hüseyin Doğru und Jacques Baud sowie um ein Chemnitzer Kulturzentrum, das Martin Sonneborn zunächst einlud und später wieder auslud.
Immer wieder richtet sich der Blick auch zurück auf die DDR, ganz ohne Scheuklappen oder den ideologischen Blick, wie er von Staats wegen heute so oft verbreitet wird.