11.07.2026

Prof. John Mearsheimer: Irans Hardliner behalten recht

Remote Video URL

auf YouTube (11.07.2026) 1:16:49

Zeitmarken

Einordnung des Konflikts

▶ 0:00

Zu Beginn erläutert der Interviewer, dass der Krieg in einzelne Bestandteile zerlegt werden müsse, um die aktuelle Lage verstehen zu können. Anschließend stellt er John Mearsheimer als Gesprächspartner vor.

Das Drei-Phasen-Modell

▶ 2:16

Mearsheimer beschreibt den bisherigen Kriegsverlauf als Abfolge von Luftkrieg, Blockade und anschließenden Vergeltungsschlägen. Diese Gliederung dient als Grundlage seiner weiteren Analyse.

Warum Luftkrieg und Blockade scheiterten

▶ 4:08

Nach seiner Darstellung verfehlten sowohl die Luftoffensive als auch die Blockade ihre politischen und militärischen Ziele. Daraus leitet er die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding ab.

Vergeltungsschläge als neue Phase

▶ 5:04

Die folgenden gegenseitigen Angriffe bewertet er als wiederkehrende Eskalationen, insbesondere im Zusammenhang mit der Straße von Hormus und dem Tankerverkehr.

Fehlende US-Strategie

▶ 8:08

Zum Abschluss dieses Abschnitts argumentiert Mearsheimer, dass weder Luftkrieg, Blockade noch begrenzte Gegenschläge eine überzeugende Strategie zum Erreichen eines amerikanischen Sieges erkennen lassen.


Trauerprozession und innenpolitische Stimmung

▶ 11:58

Der Moderator schildert die Millionenbeteiligung an den Trauerfeiern und verweist auf Berichte, wonach die Ermordung des obersten Führers die nationale Geschlossenheit gestärkt habe. Zugleich werde der innenpolitische Druck auf die iranische Führung größer, gegenüber den USA keine weiteren Zugeständnisse zu machen.

Kritik am Memorandum of Understanding

▶ 14:30

Nach Ansicht des Gesprächspartners sehen viele iranische Hardliner das Memorandum als Fehler an. Die USA hätten den ausgehandelten Kompromiss anschließend selbst unterlaufen, weshalb das Vertrauen in weitere Verhandlungen stark gesunken sei.

Die Straße von Hormus als Kernkonflikt

▶ 15:30

Ausführlich wird erläutert, dass die Kontrolle über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zum zentralen Streitpunkt geworden sei. Weitere Streitpunkte seien Ölexporte Irans und der aus iranischer Sicht ausbleibende israelische Rückzug aus Südlibanon.

Neue Trump-Erklärungen

▶ 17:54

Der Moderator zitiert aktuelle Aussagen Donald Trumps zur angeblichen Wiederaufnahme von Gesprächen. Mearsheimer hält diese Darstellung für unglaubwürdig und sieht keine erkennbare Strategie, mit militärischem Druck politische Ziele zu erreichen.

Folgen für die weitere Entwicklung

▶ 22:00

Abschließend wird diskutiert, welche Konsequenzen eine weitere Eskalation für Verhandlungen, den Schiffsverkehr und die amerikanische Politik haben könnte. Der Gesprächspartner erwartet eine harte iranische Haltung und hält neue Zugeständnisse kurzfristig für unwahrscheinlich.


Libanon als Schlüssel für Verhandlungen

▶ 22:48

Der Gesprächspartner bezeichnet den israelischen Verbleib im Südlibanon als zentrales Hindernis für neue Gespräche. Aus seiner Sicht könnte Iran Verhandlungen solange verweigern, bis Israel sich zurückzieht.

Türkei als neuer strategischer Faktor

▶ 25:45

Anschließend wird die wachsende Spannung zwischen Israel und der Türkei diskutiert. Dies könne die außenpolitische Lage der USA zusätzlich erschweren, weil Donald Trump gleichzeitig bessere Beziehungen zu Ankara anstrebe.

Atomfrage und Straße von Hormus

▶ 29:18

Die Diskussion verbindet die Kontrolle der Straße von Hormus mit der Frage eines neuen Atomabkommens. Nach Darstellung der Gesprächspartner hängen beide Themen inzwischen unmittelbar zusammen.

Ende der Verhandlungsbereitschaft?

▶ 31:45

Es wird die These vertreten, dass Iran ohne vollständige Umsetzung des Memorandum of Understanding keine weiteren Verhandlungen aufnehmen werde. Die Kontrolle der Meerenge bleibe dabei ein zentrales Druckmittel.

Übergang zur militärischen Debatte

▶ 34:02

Zum Abschluss dieses Abschnitts leiten Moderator und Gast zur Frage über, ob eine Rückkehr zu einem umfassenden Luftkrieg überhaupt noch realistische Erfolgsaussichten hätte.


Forderungen nach einem neuen Luftkrieg

▶ 34:59

Anhand der Aussagen von General Keith Kellogg wird die Forderung diskutiert, das Memorandum of Understanding aufzugeben und den militärischen Druck massiv zu erhöhen. Der Moderator stellt diese Position kritisch vor.

Kritik an der militärischen Strategie

▶ 37:01

John Mearsheimer argumentiert, dass ein erneuter Luftkrieg dieselben Probleme wie die erste Kampagne hätte. Weder verfüge die US-Seite über unbegrenzte Waffenbestände noch sei eine schlüssige Strategie für einen militärischen Sieg erkennbar.

Risiko einer Eskalation

▶ 39:20

Ausführlich wird über mögliche iranische Gegenschläge gegen kritische Infrastruktur sowie die Folgen für Golfregion, Welthandel und Energieversorgung gesprochen. Der Iran wird als fähig beschrieben, empfindlich zurückzuschlagen.

Abschreckung und Rationalität

▶ 42:12

Die Gesprächspartner diskutieren, ob Präsident Trump trotz fehlender Erfolgsaussichten eine weitere Eskalation riskieren könnte. Mearsheimer hält dies letztlich für wenig wahrscheinlich, schließt Fehlentscheidungen jedoch nicht völlig aus.

Druck Israels und Atomfrage

▶ 45:56

Zum Abschluss steht der politische Druck Israels auf die USA im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird erörtert, welche Folgen ein Scheitern neuer Verhandlungen für das iranische Atomprogramm und die regionale Stabilität haben könnte.


Übergang zum Ukrainekrieg

▶ 50:30

Nach Abschluss der Diskussion über Iran wechselt das Gespräch zur Ukraine. Ausgangspunkt sind Äußerungen Sergej Lawrows über die Aussichten auf eine politische Lösung und das schwindende Vertrauen Russlands in westliche Zusagen.

Mearsheimers Einschätzung des Kriegsverlaufs

▶ 52:50

Der Gesprächspartner geht davon aus, dass der Krieg letztlich auf dem Schlachtfeld entschieden werde. Er erwartet keinen umfassenden Friedensvertrag, sondern höchstens einen Waffenstillstand oder einen eingefrorenen Konflikt.

Vertrauensverlust gegenüber dem Westen

▶ 54:55

Ausgehend von Lawrows Aussagen wird ausführlich über frühere Vereinbarungen, das Scheitern von Verhandlungen und die Frage diskutiert, ob Russland oder Iran westlichen Zusagen künftig noch Vertrauen schenken könnten.

Mobilisierung und Unruhen in der Ukraine

▶ 57:10

Anschließend werden Berichte über Widerstand gegen Rekrutierungen und Proteste in der Westukraine behandelt. Die Gesprächspartner sehen darin ein mögliches Zeichen wachsender Kriegsmüdigkeit.

Ausblick

▶ 59:25

Zum Ende dieses Abschnitts wird diskutiert, welche politischen und militärischen Folgen die Entwicklung innerhalb der Ukraine für den weiteren Kriegsverlauf haben könnte.


Kriegsmüdigkeit und Mobilisierung

▶ 1:00:00

Der Gesprächspartner interpretiert die zunehmenden Proteste gegen Rekrutierungen als Hinweis darauf, dass immer mehr Ukrainer den weiteren Kriegsverlauf kritisch beurteilen. Besonders hervorgehoben wird die Ausweitung solcher Proteste auf die Westukraine.

Istanbul und verpasste Chancen

▶ 1:01:06

Aus Sicht des Gesprächspartners hätte der Krieg spätestens nach den Verhandlungen von Istanbul oder nach dem Scheitern der ukrainischen Offensive 2023 beendet werden sollen. Jede Verzögerung verschlechtere nach seiner Einschätzung die Verhandlungsposition der Ukraine.

Vergleich mit dem Vietnamkrieg

▶ 1:02:00

Zur Einordnung zieht Mearsheimer Parallelen zum Vietnamkrieg. Er beschreibt, wie politische Entscheidungsträger trotz ungünstiger militärischer Entwicklung lange an der Hoffnung auf einen späteren Erfolg festhielten.

Grundsätzliche Schlussfolgerungen

▶ 1:03:00

Zum Abschluss fasst der Gesprächspartner seine Sicht zusammen: Langwierige Kriege ohne erreichbare politische Ziele führten häufig dazu, dass Regierungen an Strategien festhielten, obwohl deren Erfolgsaussichten bereits erheblich gesunken seien.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 16min 49s

Erstellt: 24.07.2026 - 09:17  |  Geändert: 24.07.2026 - 09:40

verwendet von