Paul Craig Roberts: S-400, Sanktionen & Sabotage – Das neue Wettrüsten
auf YouTube (18.07.2026) 16:39
Übersicht
0:00 – Ende des Waffenstillstands im Jemen
Ausgangspunkt ist die Meldung, dass ein iranisches Flugzeug trotz der saudischen Blockade im von Ansar Allah kontrollierten Al-Hudaida gelandet sei, nachdem der Flughafen von Sanaa bombardiert worden war. Daraufhin erklärt das jemenitische Außenministerium den Waffenstillstand mit Saudi-Arabien für beendet. Als mögliche Folgen werden Angriffe auf die saudische Pipeline zum Roten Meer sowie Aktionen in der Meerenge Bab al-Mandab genannt. Gleichzeitig wird auf Donald Trumps Ankündigung verwiesen, die USA wollten die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen und dort ein Mautsystem einführen.
3:08 – Ölmarkt und strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Im Gespräch wird die Bedeutung der Energieversorgung hervorgehoben. Die strategischen US-Ölreserven seien vor Kriegsbeginn deutlich erhöht, seit Beginn der Kämpfe jedoch wieder stark reduziert worden, um den Ölmarkt zu stabilisieren. Daraus folgern die Gesprächspartner, dass die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Energieversorgung derzeit im Mittelpunkt amerikanischer Interessen stehe.
4:00 – Kritik an der iranischen Strategie
Der Hauptkommentator vertritt die Auffassung, Iran, Jemen und die Hisbollah müssten sich entscheiden, ob sie den Konflikt tatsächlich entschlossen führen oder weiterhin auf begrenzte Vergeltungsschläge und Waffenstillstände setzen wollten. Er bezeichnet das bisherige Vorgehen als strategischen Fehler und argumentiert, dass ein entschlossener Angriff auf die saudische Pipeline den Druck auf den Westen erheblich erhöhen würde.
Zugleich kritisiert er die iranische Führung dafür, sich vor allem moralisch von Israel und den USA abgrenzen zu wollen. Nach seiner Einschätzung spiele moralische Argumentation in der internationalen Politik keine entscheidende Rolle; ausschlaggebend seien Macht und militärische Handlungsfähigkeit.
6:54 – Diskussion über russische S-400-Systeme
Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Bericht, wonach Russland einem Weiterverkauf von S-400-Luftabwehrsystemen über die Türkei an die Vereinigten Arabischen Emirate zugestimmt haben soll. Der Gesprächspartner hält dies zunächst für wenig glaubwürdig und verweist auf mögliche russische Sicherheitsinteressen. Als Quelle wird später ein Bericht von Middle East Eye genannt.
Anschließend wird unter Berufung auf den Journalisten John Helmer die These diskutiert, Russland wolle damit möglicherweise Donald Trump entgegenkommen, um im Gegenzug Erleichterungen bei Sanktionen und wirtschaftlichen Beziehungen zu erreichen. Diese Darstellung wird ausdrücklich als Interpretation des Gesprächs wiedergegeben.
11:24 – Öl als strategische Waffe
Der Hauptkommentator vertritt die Ansicht, Iran und Jemen hätten ihre wichtigste wirtschaftliche Druckmöglichkeit – die Beeinträchtigung des Öltransports – bislang nicht konsequent eingesetzt. Daraus schließt er, dass die iranische Führung den Konflikt nicht mit der notwendigen Entschlossenheit führe. Gleichzeitig wirft er Russland, China und anderen Staaten vor, den Iran durch Verhandlungen lediglich Zeit verlieren zu lassen.
13:01 – Kritik an Saudi-Arabien und der Türkei
Die Diskussion richtet sich anschließend gegen Saudi-Arabien und die Türkei. Beide Staaten werden beschuldigt, durch ihr Verhalten letztlich amerikanische und israelische Interessen zu unterstützen. Der Kommentator sieht darin ein Zeichen fehlender Geschlossenheit innerhalb der muslimischen Staaten und argumentiert, dass diese Politik langfristig auch den eigenen Interessen schade.
13:45 – Israel als strategischer Gewinner
Nach Auffassung des Hauptkommentators profitiert Israel am stärksten von der gegenwärtigen Entwicklung. Während Iran und die USA beziehungsweise deren Verbündete die unmittelbaren Folgen militärischer Eskalationen trügen, müsse Israel selbst kaum vergleichbare Konsequenzen befürchten. Die Verantwortung für die Eskalation schreibt er überwiegend der israelischen Politik zu.
15:00 – Schlussfolgerung: Der Konflikt ist ein Existenzkampf
Zum Abschluss vertritt der Hauptkommentator die Position, Iran müsse den Konflikt als existenziellen Krieg verstehen. Friedensverhandlungen oder diplomatische Lösungen seien seiner Einschätzung nach aussichtslos, weil die Vereinigten Staaten und Israel letztlich die Schwächung oder Beseitigung des iranischen Staates anstrebten. Deshalb könne der Konflikt aus seiner Sicht ausschließlich durch militärische Stärke entschieden werden. Abschließend wirft er der iranischen Führung vor, ähnlich wie zuvor Wladimir Putin vor allem zu warnen und zu drohen, anstatt entschlossen zu handeln.