17.05.2026

Seyed M. Marandi: Iran bereit für überwältigende Vergeltung

Remote Video URL
Medienpräsenz

Prof. Seyed Mohammad Marandi ist ehemaliger Berater des iranischen Teams für Atomverhandlungen. Prof. Marandi argumentiert, dass die USA nach Trumps gescheitertem Treffen mit Xi in Peking einen weiteren Angriff auf den Iran vorbereiten. Der Iran hat eine überwältigende Vergeltung vorbereitet.

Zeitmarken

1. Bewertung des Treffens zwischen Trump und Xi Jinping in Peking

  • Realitätsferne der US-Führung: Marandi vertritt die Ansicht, dass das Trump-Regime bei geopolitischen Verhandlungen von der Realität abgekoppelt agiere. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Trump zahlreiche Regionalexperten für den Iran, China und Russland aus dem nationalen Sicherheitsapparat entfernt habe, weshalb die US-Delegation blind in die Verhandlungen gegangen sei [01:08].
  • Ergebnislosigkeit: Das Treffen habe aus iranischer Sicht keinerlei greifbare Ergebnisse erbracht. Bereits der im Vorfeld stattgefundene Besuch des iranischen Außenministers in China und die Reaktionen in den chinesischen Medien hätten verdeutlicht, dass Chinas Position stabil bleibt und die US-Forderungen nach Druckausübung auf den Iran ins Leere laufen würden [01:59].

2. Ursachen für das Scheitern der Diplomatie und Eskalationsgefahr

  • Fehlender politischer Wille der USA: Die USA setzten die vereinbarten Waffenstillstandsbedingungen nicht um, beendeten die Blockade iranischer Häfen nicht und erwirkten keinen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon und in Gaza [03:00], [13:37].
  • Einfluss der zionistischen Lobby: Marandi sieht die eigentliche Entscheidungsmacht für die Fortsetzung des Konflikts nicht bei Trump, sondern beim israelischen Regime und der zionistischen Lobby in Washington. Ministerpräsident Netanjahu verfolge aufgrund seiner innenpolitischen Lage, anstehender Wahlen und laufender Gerichtsverfahren eine persönliche Agenda, die einen Frieden blockiere [03:34], [14:36].

3. Mögliche Angriffsszenarien gegen den Iran

  • Nutzung von Stellvertretern (Proxies): Der Iran stellt sich auf ein Szenario ein, bei dem im Falle eines US- oder israelischen Angriffs gleichzeitig schlafende oder verbliebene Terrorzellen im Landesinneren, kurdische Gruppierungen im Nordirak (ca. 5.000 Kämpfer) sowie takfirisch-salafistische Gruppen im pakistanischen Grenzgebiet mobilisiert werden [04:08].
  • Infrastruktur und Territorium: Das iranische Militär bereitet sich auf Angriffe gegen strategische Infrastruktur, Versuche zur Besetzung von Inseln (wie der Insel Chark) oder begrenzte Vorstöße auf das iranische Festland vor [04:59], [05:56]. Für den Fall einer Bodeninvasion deutet Marandi an, dass der Iran Angreifer gezielt ins Landesinnere locken könnte, um sie in langwierige Abnutzungskämpfe zu verwickeln [27:02].

4. Die iranische Vergeltungsstrategie und regionale Verwundbarkeiten

  • Umfassende Zerstörung regionaler Infrastruktur: Sollte die eigene Infrastruktur angegriffen werden, wird der Iran laut Marandi die kritische Infrastruktur (Strom- und Wasserversorgung) der US-Verbündeten in der Region zerstören. Betroffen wären die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien [08:00]. Aufgrund des extremen Klimas am Persischen Golf würde ein Ausfall dieser Systeme die Evakuierung dieser Länder erzwingen [08:25], [10:55].
  • Seewege und Energieexporte: Durch die Kooperation mit dem Jemen würde das Rote Meer für feindliche Schiffe komplett geschlossen, was die saudischen und regionalen Ölexporte zum Erliegen brächte [18:47].
  • Unterirdische Militärkapazitäten: Der Iran habe seine strategischen Raketen- und Drohnenkapazitäten über Jahrzehnte in tiefen unterirdischen Bunkersystemen ausgebaut. Diese seien durch US-amerikanische B-2-Bomber nicht zerstörbar. Viele dieser Basen seien im bisherigen Konfliktverlauf noch gar nicht geöffnet oder eingesetzt worden [24:25].

5. Globale wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen

  • Globale Wirtschaftskrise: Ein erneuter heißer Krieg in der Region würde die weltweite Wirtschaft unverzüglich in eine tiefe, langanhaltende Depression stürzen, da die Energieversorgung massiv beeinträchtigt wäre [09:17], [31:30].
  • Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Marandi betont, dass der Iran den Konflikt aufgrund seiner demografischen und zivilisatorischen Widerstandskraft wirtschaftlich und politisch überdauern werde, während die USA letztlich zum Abzug gezwungen sein würden [13:08], [26:00]. Selbst neokonservative US-Analysten (wie Robert Kagan) räumten inzwischen ein, dass die bisherige US-Strategie gegenüber dem Iran gescheitert sei [29:31].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
32min 38s

Erstellt: 19.05.2026 - 07:53  |  Geändert: 19.05.2026 - 07:53

verwendet von