30.11.2016

Patricia Goldstone author of Interlock: Art, Conspiracy, and the Shadow Worlds of Mark Lombardi

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Lombardis spinnenartige, schwer fassbare Diagramme, die die Entwicklung der Schattenbankbranche anhand jahrzehntelanger Verbindungen zwischen Geheimdiensten, Banken, Regierung und organisierter Kriminalität beschreiben, haben ihn in der Kunstgeschichte wohl zu einem Unikat gemacht – als einziger Künstler, dessen Hauptthema, die CIA, sich nun ihrerseits mit ihm und seinem künstlerischen Schaffen beschäftigt hat.


Lombardi's spidery, elusive diagrams describing the evolution of the shadow-banking industry from a decades-old alliances between intelligence agencies, banking, government and organized crime, may have made him unique in art history as the only artist whose primary subject, the CIA, has turned around and studied him and his art work.


Zeitmarken

1. Wer war Mark Lombardi?

Mark Lombardi (1951–2000) war ein Konzeptkünstler, der keine Landschaften malte, sondern Ideen und Beziehungsgeflechte [03:05]. Er stammte aus Syracuse, hatte einen Hintergrund in den schönen Künsten und arbeitete jahrelang als Kurator in Houston, bevor er Ende der 90er Jahre in New York den Durchbruch schaffte [18:28].

2. Die Kunst der „Interlocks“

Lombardis Spezialität waren sogenannte Interlocks – ein Begriff aus der Wirtschaftsprüfung, der die Verflechtungen zwischen Aufsichtsräten beschreibt [03:23].

  • Die Methode: Er wertete jahrelang öffentlich zugängliche Quellen, Bücher und Zeitungsartikel aus und hielt Informationen auf über 14.000 Karteikarten fest [27:13].
  • Die Visualisierung: Seine Zeichnungen bestehen aus Linien und Knotenpunkten, die Geldflüsse und Machtbeziehungen zwischen Geheimdiensten, Banken, Regierungen und dem organisierten Verbrechen darstellen [03:45].
  • Themen: Er kartografierte Skandale wie die Pleite der BCCI-Bank, die Iran-Contra-Affäre oder die geschäftlichen Verbindungen der Familie Bush (z. B. Harken Energy) [04:12], [21:54].

3. Die „Schattenwelt“ der Wirtschaft

Goldstone erklärt, dass Lombardi eine visuelle Geschichte der Schattenwirtschaft schuf [14:22]. Es geht um „heißes Geld“ (Geldwäsche, Steuerflucht), das sich außerhalb staatlicher Regulierung bewegt. Laut Goldstone ist diese Schattenwelt mittlerweile so groß, dass sie die offizielle Weltwirtschaft dominiert [15:44].

4. Ein rätselhafter Tod

Lombardi wurde im März 2000, kurz vor seinem großen Karrieredurchbruch, erhängt in seinem Atelier in Williamsburg gefunden [04:42]. Obwohl die offizielle Todesursache Selbstmord war, gibt es aufgrund der Brisanz seiner Themen bis heute Spekulationen über die Umstände [04:29]. Goldstone erwähnt zudem, dass bei ihren Archivrecherchen im MoMA fast alle Karteikarten zur Familie Bush unauffindbar waren [28:38].

5. Relevanz heute

Das Werk bleibt aktuell, da es zeigt, wie überparteilich und grenzüberschreitend Finanzströme funktionieren. Goldstone wehrt sich dagegen, Lombardi als „Verschwörungstheoretiker“ abzutun, da seine Arbeit auf rigoroser, fast akademischer Recherche basierte [26:28].

Das Video bietet einen faszinierenden Einblick in die Schnittstelle zwischen Kunst, investigativer Recherche und Politik.

Sprache (Ton)
Englisch
Laufzeit
29min 29s

Erstellt: 07.04.2026 - 07:18  |  Geändert: 07.04.2026 - 07:18

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