Einhundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird wieder diskutiert: Wie konnte es zu der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ kommen? Im Mittelpunkt hitziger Debatten steht dabei nahezu ausschließlich die Schuldfrage.
WIEDERKEHR DER HASARDEURE. Vortrag mit Wolfgang Effenberger
auf YouTube (31.10.2016) 1:30:00
Kriege brechen nicht einfach aus, Kriege werden gemacht. Wer sind die Planer und Wegbereiter, wer die Nutznießer? Wolfgang Effenberger, deutscher Politikwissenschaftler und Fachmann für geopolitische Fragen , kam am Dienstag, 4. Oktober 2016 nach Wien-Brigittenau. Im Lokal des Aktionsradius Wien am Gaußplatz 11 hielt er einen Vortrag zu seinem aktuellen Buch „Wiederkehr der Hasardeure“ den Weg in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs, der bis heute die Krisen der Welt direkt oder indirekt beeinflusst, weil die Problematik nicht gelöst und aufbereitet wurde.
Effenberger identifiziert die Kriegstreiber und erläutert deren Motive und geheimen Ziele. Dabei wird deutlich, dass es sich keineswegs um Schlafwandler, sondern um kühl kalkulierende, machtbesessene Hasardeure handelte. Sie finden sich unter Politikern, Militärs, Unternehmern und Bankiers, die ihren Einfluss häufig aus der zweiten Reihe ausüben. Völlig unterschätzt wird das Wirken verdeckter Netzwerke, deren Wurzeln in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreichen. Heute, ein Jahrhundert später, wird erneut ein Konflikt der Großmächte heraufbeschworen, und die Massenmedien stimmen wie seinerzeit in den Kriegskanon ein. Wolfgang Effenberger zeigt, wie sich die Muster gestern und heute gleichen, und die Motive und geopolitischen Interessen bis heute eine Blaupause für Auseinandersetzungen rund um den Globus bilden.
Erstellt: 17.02.2026 - 07:19 | Geändert: 17.02.2026 - 07:19