09.05.2023

Betrifft Geschichte: Die Besetzung von Wounded Knee 1973

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Videokanal

mit: Aram Mattioli, Professor für Geschichte der Neuesten Zeit an der Universität Luzern 
In der Pine Ridge Reservation im US-Bundesstaat South Dakota liegt der Weiler Wounded Knee, er gilt als symbolischer Ort für die Geschichte der nordamerikanischen Indigenen. Hier verübte die US-Kavallerie im Dezember 1890 ein schweres Massaker an Lakota und tötete mindestens 270 von ihnen - ein Schlusspunkt in den sogenannten "Indianerkriegen" des 19. Jahrhunderts.

Anfang der 1970er-Jahre gleicht die Reservation einem Notstandsgebiet. Das Leben der Oglala Lakota ist geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus. Eine korrupte Reservatsverwaltung, die viele als Komplizin der US-Regierung sehen, verschärft die prekären Lebensumstände der Indigenen. Gemeinsam mit dem American Indian Movement, einer indianischen Bürgerrechtsbewegung, versucht sich die unzufriedene Bevölkerung dem zu widersetzen.

Am 27. Februar 1973 besetzen 200 Aktivist:innen den Weiler Wounded Knee, nehmen Geiseln, errichten Straßensperren, heben Schützengräben aus. Ein militanter Widerstand beginnt. Die Regierung Nixon schickt bewaffnete FBI-Agenten und versucht, die Versorgung der Okkupant:innen abzuschneiden. Reporterteams bringen den Verlauf der Besetzung in die Fernsehzimmer der Nation und lösen große Sympathie für die Indigenen und ihre Anliegen aus.
Als ihnen Nahrungsmittel und Munition ausgehen, legen die vom Kampf geschwächten Aktivist:innen am 8. Mai 1973 die Waffen nieder. Die Besetzung, bei der zwei Indianer und ein FBI-Beamter erschossen werden, endet am 8. Mai 1973.

Wounded Knee gehört noch immer zu einer der ärmsten Gegenden der USA.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
22min 37s
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Erstellt: 19.07.2025 - 10:11  |  Geändert: 19.07.2025 - 10:11

verwendet von

Fighting Back - Wie die First Americans sich widersetzten.

Aram Mattioli schildert zum ersten Mal den langanhaltenden Widerstand der First Peoples im 20. Jahrhundert. Die indigenen Gesellschaften und Persönlichkeiten waren dabei nie nur passive Opfer der amerikanischen Politik. Eindrücklich schildert er, wie sie sich dem vermeintlich übermächtigen Staat sowohl friedlich als auch militant widersetzten.

Nach der Eroberung Nordamerikas durch die USA und Kanada standen die First Peoples am Tiefpunkt ihrer Geschichte. Doch das 20. Jahrhundert brachte nicht nur eine kulturelle Renaissance, sondern auch eine Entwicklung, die sie nach und nach wieder zu Herren ihres eigenen Schicksals machte.

Aram Mattioli erzählt die Geschichte Nordamerikas zwischen 1700 und 1900 aus der Sicht der "First Peoples". Eingehend ergründet er die politischen Motive aller Seiten im erbarmungslosen Kampf um den Kontinent, der zur Vernichtung der Lebensformen und der Kultur der Indianer führte.

Umfassend erzählt und deutet Aram Mattioli die Geschichte der Indianer und ihrer Vernichtung vom 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Anschaulich schildert er die globalen Ereignisse vor dem Hintergrund aller zentralen Zeiterscheinungen. Eindringlich beschreibt er den langen und gewaltsamen Prozess der Kolonisierung durch die weißen Siedler. Zugleich bezieht er stets die Sicht der "Besiegten" gleichberechtigt in die Betrachtung mit ein und zeigt eindrucksvoll, wie indianische Nationen ganz unterschiedlich auf die Landnahme reagierten. Daneben kommen die kulturellen Leistungen der Indianer ebenso zur Sprache wie die großen sozialen Umwälzungen und die vielfältigen Lebensformen. In packenden Szenen beschreibt der Autor die entscheidenden Kämpfe und zeichnet treffende Porträts der einfachen Menschen wie der großen politischen Akteure. Ein anregendes und brisantes Buch über die Verwandlung der amerikanischen Welt, das nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart ein neues Licht wirft.